Gelebte Ökumene in Cham St. Jakob

„Wie im Himmel, so auf Erden“: Unter diesem Leitwort ist am vergangenen Samstagabend in einem feierlichen Gottesdienst in Cham St. Jakob einmal mehr ein eindrucksvolles Zeichen der Ökumene gesetzt worden. Stadtpfarrer Dieter Zinecker als Hausherr freute sich eingangs sehr, Mitzelebrant Dekan Walter Kotschenreuther und viele evangelische und katholische Christen in der Stadtpfarrkirche begrüßen zu können. Zahlreiche wegweisende Begegnungen und Veranstaltungen habe das Reformationsgedächtnisjahr nun schon hervorgebracht. Erst vergangenen Samstag sei in Bochum – in Anwesenheit der deutschlandweit höchsten Repräsentanten beider Konfessionen, Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, – das „Ökumenische Fest“ anlässlich des Reformationsjahres gefeiert worden, mit der Erkenntnis: Die Christen aller Konfessionen verbinde der Horizont auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gleichzeitig gebe es aber auch eine gemeinsame Verpflichtung: Die christliche Verantwortung für die Gesellschaft und die gedankliche Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der heutigen Welt.

Die grundsätzliche Übereinstimmung und Gemeinsamkeit im Denken stellte auch der evangelische Dekan in den Mittelpunkt seiner Ausführungen während der Predigt. Es sei „etwas Besonderes und zugleich etwas Selbstverständliches“, wenn man heute miteinander Gottesdienst feiere, zu jener Samstagsabendzeit, die sonst der Messfeier der Katholiken vorbehalten sei. Zurückblickend habe sich in den letzten Jahren sehr Vieles zum Guten hin gewandelt und einander angenähert, während in früherer Zeit der Eine vom Anderen beispielsweise nicht einmal wusste, ob er denn auch das „Vater unser“ bete. Einen Siebenmeilenschritt nach vorne habe man da heute getan. Mit der „versöhnten Verschiedenheit“ habe man trotz manch anderslautender Stimme weiterhin eine gute Perspektive. Der gemeinsame Glaube an den einen Herrn Jesus Christus müsse letztendlich das Bindeglied sein, das alle an einem gemeinsamen Strang ziehen lasse. Achtung und Wertschätzung füreinander und die Würde jedes Menschen seien unabdingbare Werte für alle Konfessionen.

Nach der Predigt wurde der neue „Geist der Ökumene“ in feierlicher Form auch sichtbar gemacht: Fünf auf Plakate geschriebene Imperative (Verpflichtungen) für Katholiken und Lutheraner wurden verlesen und dafür jeweils eine Kerze am Marienaltar angezündet. Was hätte da zum Abschluss des Gottesdienstes besser passen können als das kräftig intonierte Lied: „Möge die Straße uns zusammenführen …“.

Im Bild: Ev. Dekan Walter Kotschenreuther und kath. Stadtpfarrer Dieter Zinecker gemeinsam am Altar (Bild 1) und im Gebet (Bild 2)

Die „fünf Imperative“:
– „Katholiken und Lutheraner sollen immer von der Perspektive der Einheit und nicht von der Perspektive der Spaltung ausgehen, um das zu stärken, was sie gemeinsam haben, auch wenn es viel leichter ist, die Unterschiede zu sehen und zu erfahren.“
– „Beide müssen sich selbständig durch die Begegnung mit dem Anderen und durch das gegenseitige Zeugnis des Glaubens verändern lassen.“
– „Beide sollen sich erneut dazu verpflichten, die sichtbare Einheit zu suchen, sie sollen gemeinsam erarbeiten, welche konkreten Schritte das bedeutet, und sie sollen immer neu nach diesem Ziel streben.“
– „Beide müssen gemeinsam die Kraft des Evangeliums Jesu Christi für unsere Zeit wiederentdecken.“
– „Lutheraner und Katholiken sollen in der Verkündigung und im Dienst an der Welt zusammen Zeugnis für Gottes Gnade ablegen.“

Erfolgreiche Schatzsuche

Gemeinsam auf die Suche gehen: Das haben die Pfarrgemeinderatsmitglieder von Cham St. Jakob, krankheitsbedingt etwas dezimiert, bei ihrem diesjährigen Einkehrwochenende im Tagungshaus des Klosters Rohr, der Benediktinerabtei in der gleichnamigen niederbayerischen Marktgemeinde, getan. „Wo oder was sind die Schätze im Leben und im Miteinander einer Pfarrei?“ hatte nämlich der Referent des zweitägigen Zusammenseins, Diakon Werner Müller aus Walderbach, als Frage und Leitthema in den Raum gestellt. Vieles, Bekanntes und auch Neues gab es da bei näherem Hinsehen aufzuspüren und zu entdecken, für die ehrenamtlich Tätigen wie auch für die Pfarrei-Seelsorger Stadtpfarrer Dieter Zinecker, Kaplan Pater Johannes Bosco und Gemeindereferentin Michaela Maier.

In lockerer Gesprächsatmosphäre, in Wort und (Ball-)Spiel verstand es der Referent, den „Schatzsuchern“ wertvolle Impulse und Anregungen an die Hand und viel Nachdenkenswertes mit auf den Weg zu geben. Angeregte Unterhaltung war danach beim geselligen Beisammensein am späteren Freitagabend angesagt, zu dem sich auch der ortsansässige emeritierte Abt Gregor Zippel gerne einfand.

Die Themenarbeit wurde am Samstagvormittag nochmals fortgesetzt, bevor Pfarrer Zinecker zum Gottesdienst im kleinen Kreis lud; die lichtdurchflutete Adalbert-Kapelle innerhalb des Klosters war hierfür der passende, stimmungsvolle Ort. Beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen war man sich einig: Diese Schatzsuche war erfolgreich!

Im Bild:
Die „Schatzsucher“ von St. Jakob

Die Kolpingsfamilie besucht das Wallfahrtsmuseum in Neukirchen beim Heiligen Blut

Die Kolpingsfamilie besuchte das Wallfahrtsmuseum in Neukirchen beim Heiligen Blut. Vieles gab es dabei zu entdecken. Besonders interessant war die Ausstellung der Marionetten aus Böhmen.

Im Anschluss ging es nach Eschlkam in den Gasthof zur Post, dort war bei strahlendem Herbstwetter eine kleine Brotzeit auf der Terrasse möglich. Gut gelaunt ging es mit Paul am Steuer wieder zurück nach Cham.

Frauen der Expositur Vilzing auf Tour – Besuch des Museums Frauenfleiß

Die Diözesanwallfahrt der Frauen- und Müttervereine führte in diesem Jahr nach Viechtach und Prackenbach. So machten sich am Samstagmorgen 26 Mitglieder des Vilzinger Zweigvereins auf den Weg nach Viechtach, wo um 10 Uhr gemeinsam Eucharistie gefeiert wurde. Hauptzelebrant und Prediger war Prälät Alois Möstl aus Regensburg, welcher seit diesem Jahr der Geistliche Beirat der Frauen- und Müttervereine ist. Nach dem feierlichen Festgottesdienst stärkten sich die Damen beim „Alten Wirt“ in Krailing, bevor es weiter nach Prackenbach ging. Dort fand um 14 Uhr die abschließende Andacht statt.

Im Anschluss machten die Frauen aus der Expositur Vilzing noch einen Abstecher nach Blaibach und statteten dem dortigen Museum Frauenfleiß einen Besuch ab. Die Besitzerin Gudrun Linn begrüßte alle recht herzlich und zeigte ihnen in einer Führung Schätze aus vergangenen Zeiten, durch die sich manches Mitglied in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlte. Nach Kaffee und Kuchen machten sich die Damen wieder auf den Heimweg und waren sich einig, dass dies ein sehr gelungener und geselliger Tag war.

Bildunterschrift: Die Mitglieder des Frauen- und Müttervereins Vilzing bei ihrem Besuch im Museum Frauenfleiß.

Klangfarben für die Ohren mit Hajo Maier

Klangfarben für die Ohren gab es am vergangenen Montag bei Orgelkonzert in der Kirche St. Jakob. Die Kolpingsfamilie Cham hatte dazu den Organisten Hajo Maier engagiert. Trotz einer Veranstaltung im Langhaussaal fanden erstaunlich viele Besucher den Weg in die Kirche. Hajo Maier konzertierte gerne auf der Eisenbarthorgel, denn er schätzt deren Klangvielfahlt und die gute Atmosphäre in der Kirche.

Gabriele Dahlmann moderierte das Konzert, in dem sie über die gespielten Werke und die Komponisten Interessantes zu berichten hatte. Das Konzert begann mit dem „Vater der Musik“, wie Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) oft genannt wird. Er spielte die „Toccata d-moll BWV 565 und dazu die Fuge dorisch BWV 538“, eine ungewöhnliche Aufführungsform, aber hörenswert. Drei Choralbearbeitungen Bachs folgten. „Wer nur den lieben Gott lässt walten, BWV 686; Aus tefer Not schrei ich zu dir BWV 659; Nun komm, der Heiden Heiland BWV 659, waren zu hören. Bach war ein großer Choralbearbeiter, für einige hatte er gleich mehrere Bearbeitungen geschrieben. Ihm folgten die Komponisten Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) mit Toccata und Fuge F-Dur BuXVW 156, es war zu seiner Zeit ein richtiges Muss für Organisten, diesen Komponisten und Organisten in der Marienkirche Lübeck zu hören und sich von ihm inspiriern zu lassen. Nicolaus Bruhns (1665 – 1697) war ein Schüler Buxtehudes und wurde von diesem sehr geschätzt. Bruhns war ein musikalisches Multitalent, er spielte in Husum ab und an gleichzeitig Geige und an der Orgel mit dem Pedal den Bass und sang dazu. In der an diesem Abend gespielten Komposition Praeludium und Fuge e-moll, ist dieses „Geigen“ deutlich zu hören. Mit Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847) Praeludium G-dur op 37, das an die Lieder ohne Worte erinnert, ging der erste Teil „Paradiesisch“ – sanft zu Ende.

Hajo Maier ist bekannt und geschätzt für seine ausdrucksstarken Improvisationen. An diesem Abend hatte er drei Stücke auf den Programm, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. „Danse macabre“ erinnerte an tanzende Skelette. Heiter und doch makaber, ungewöhnlich. Tänze aus dem Zwischenreich – mal sanft, mal wild durch einander wirbelnd. „Elegie“ ein harmonische Reise durch die wunderschöne Welt der Töne und Rhythmen. „Apokalypse 2017“ beendete den Abend. Dissonanzen, enge Akkorde symbolisierten das Ende der bekannten Welt. Immer wieder aus der Ferne die Chororgel, die einen versöhnlichen Aspekt in das Wüten der Winde, Feuer und Erdbeben brachten. Die Orgel erklang am Ende im Generaltutti, mit allen Sub-und Superkoppeln Die Klänge füllten den Kirchenraum, waren fast körperlich zu spüren. Vor dem anhaltenden Beifall war erst einmal Luftholen angesagt. Das Konzert war ein Erlebnis für Herz und Ohr.

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Hajo Maier an der Eisenbarth Orgel in St. Jakob

Kleidersammlung der Kolpingsfamilie

Selbst der strömende Regen hielt die fleißigen Helfer der Kolpingsfamilie Cham am Samstag nicht ab, im Stadtgebiet und den Nebengemeinden Altkleider und Altpapier einzusammeln. Die Bevölkerung war gut dabei und hatte in den Kleiderschränken nach nicht mehr passender Kleidung gesucht und das Altpapier gleich mit herausgelegt.

Dieses Mal ging die Sammlung problemlos über die Bühne, denn die Gespräche mit den ebenfalls Sammelnden räumte im Voraus Missverständnisse aus. Für die Helfer gab es an der Sammelstation Getränke, Brezen und Würstel. Da war der Regen schnell vergessen.

Herzliches Willkommen für Pater Johannes in Cham St. Jakob

Ein herzliches Willkommen haben die Gläubigen der Pfarrei Cham St. Jakob ihrem neuen Kaplan, Pater Johannes Bosco Florian Ernstberger OPraem bereitet. Zu seinem ersten Gottesdienst am Samstagabend hatten sich viele Mitfeiernde eingefunden, so dass das weite Rund der Stadtpfarrkirche voller Leben war und einen würdigen Rahmen für diesen „Anfangsgottesdienst“ bildete.

„Gut erinnere ich mich an die Diakonenweihe mit Dir hier bei uns in St. Jakob Anfang Dezember 2016“ wandte sich Stadtpfarrer Dieter Zinecker in seiner Begrüßung gleich zu Beginn an den gebürtigen Weidener. Da schon habe er den damaligen Priesteramts-Kandidaten und jetzigen Kaplan als sehr engagiert und auch humorvoll erlebt, daran könne man jetzt anknüpfen.

Sichtlich erfreut von dieser freundlichen Begrüßung und Vorrede feierte der Neupriester (seine Priesterweihe hat bekanntlich am Pfingstmontag dieses Jahres im Kloster Speinshart stattgefunden) den Gottesdienst mit den Gläubigen, zusammen mit Pfarrer Dieter Zinecker und Gemeindereferentin Michaela Maier am Altar und einer stattlichen Schar von Ministranten im Gefolge. In seiner Predigt machte er sich tiefgreifende Gedanken über „das Profil“ einer Kirchengemeinde und stellte dazu viel Mutmachendes, Nachdenkliches und auch sehr Humorvolles in den Raum. Sein Primizspruch „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Trauernden“ passte hierbei genau ins Bild.

Ihren feierlichen Abschluss fand die sonntägliche Vorabendmesse mit dem allgemeinen Primizsegen des Kaplans. Noch zuvor hatte ihm Pfarrer Zinecker ein kleines Präsent überreicht und nochmals gute Wünsche mit auf den Weg gegeben.

Nach dem Gottesdienst war beste Gelegenheit zur persönlichen Begegnung mit Pater Johannes im Rahmen eines Stehempfanges im Pfarrsaal, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Im Namen von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat wünschte hier auch Kirchenpflegerin Martina Altmann nochmals alles Gute für die Zukunft und freute sich auf gedeihliche Zusammenarbeit in der Pfarrei.

In Bildern: Impressionen vom Samstagabend

Herbstfest der Kolpingsfamilie Cham

Regen? Na und… die Kolpingsfamilie Cham hatte zu ihrem Grillfest ins Kolpinghaus eingeladen. Die Tage zuvor waren warm und sonnig, aber am Freitag regnete es und es war herbstlich kühl. Kurzerhand wurde aus dem Grillfest ein Fest zum Herbstbeginn. Das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Bei guten Essen und herbstlichem Zwiebelkuchen wurde der Sommer verabschiedet.

Juliane und Karl sorgten mit Akkordeon und Gitarre für gute Laune und schnell sangen alle mit und das Wunschkonzert brachte auch alte bayerische Weisen zu Gehör. Der Abend war ein guter Beginn der Herbst und Winter Saison der Kolpingsfamilie Cham.

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Die beiden Musikanten erfreuen beim Herbstfest der KFC