Kirche

Kirche St. Laurentius in Vilzing

 

Das Dorf Vilzing liegt fünf Kilometer südlich von Cham an der Straße nach Zandt. Die älteste bildliche Darstellung finden wir auf den bayerischen Landtafeln des Philiph Apian aus dem Jahre 1568, wo Vilzing als Kirchdorf auf einem Hügel zwischen einem großen Weiher und dem Haidbach gezeigt wird. Offensichtlich gab es im 16. Jahrhundert eine beachtliche Kirche, was auch urkundlich nachzuweisen ist. Im Juli 1922 ernannte man Vilzing zur Expositur, die bis 1975 mit einem eigenständigen Pfarrer besetzt war. Seitdem wird Vilzing von Cham aus betreut.
 
Die im Jahre 1696 erbaute und 1839 vollständig niedergebrannte Kirche ist dem Hl. Laurentius geweiht. Der imposante Kirchturm hat eine Höhe von 35 Meter. 
Das Bild des Hochaltars stellt das Martyrium des Hl. Laurentius dar, der nach der Legende im 3. Jahrhundert in Rom auf einem Rost zu Tode gefoltert wurde. Zwei lebensgroße Holzfiguren des St. Peter und St. Paulus umrahmen zu beiden Seiten das Hochaltarbild. Im oberen Auszug ist ein Bild eingefügt, das die Krönung Mariens darstellt. Abgeschlossen wird der Altarraum durch den neuen Altar, der wie der nebenstehende Ambo und der Taufstein aus "Kehlheimer Marmor" vom Bildhauer Alfred Böschl geschaffen wurde. Die Abschlußwand, die das Langhaus vom Chorraum trennt, ist mit zwei Statuen versehen worden: Auf der rechten Seite der auferstandene Heiland, links die Statue der Hl. Maria. Außerdem schmücken die Kirche noch holzgeschnitzte Figuren des Hl. Sebastian, des Hl. Florian und des Hl. Michael sowie die Kanzel mit klassizistischen Schmuckmotiven über der der Hl. Johannes der Täufer dargestellt ist.
Eine neue Orgel wurde Weihnachten 1993 eingeweiht.
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten von 2007-2010 außen und innen konnte deren Abschluss mit der Konsekration des neuen Altares durch H. H. Weihbischof Reinhard Pappenberger am Sonntag, 25. April 2010 feierlich begangen werden. Dabei wurden Reliquien des Hl. Wolfgang und des Slg. Eustachius Kugler in den Altar integriert.

 

Wallfahrtskirche Mariä Schnee in Schönferchen

 

Unweit von Schachendorf liegt versteckt zwischen den Föhren, die ihm den Namen gaben, Schönferchen mit seiner Wallfahrts-kirche.

Ursprünglich dürfte die alte Wallfahrtskirche „Mariä Schnee“ ein so genanntes Baum-heiligtum gewesen sein, also ein Gnadenbild, das an einer schönen Föhre (Föhren = Ferchen) angebracht war. Das heutige Ge-bäude stammt aus dem Jahr 1749 .

Über die Erbauung der heutigen Wall-fahrtskirche erzählt man sich folgende Geschichte: Im Aschaholz, gleich hinter Schönferchen, war ein Brand ausgebrochen. Herr von Gleißenthal auf Schachendorf, Zandt und Gutmaning, dem die Wälder gehörten, versprach in seiner Not, eine Kirche zu bauen. Die Madonna erhörte das Gebet, der Brand konnte gelöscht werden und Herr von Gleißenthal löste sein Gelöbnis ein. Er errichtete in Schönferchen an Stelle der vormaligen hölzernen Kapelle die jetztige Wallfahrtskirche.

Das Innere des schlichten, hellen Barockbaues birgt unter anderem die gotische Holzplastik einer "Anna Selbdritt" aus der Zeit um 1480. Diese Darstellung der Hl. Familie in drei Generationen, der Großmutter Anna, der Mutter Maria und des Jesuskindes, war ein beliebtes Motiv der ausgehenden Gotik. Die Hl. Anna trägt auf dem einen Arm ihre Tochter Maria, auf dem anderen den Jesusknaben. Für unsere Gegend, die an mittelalterlicher Kunst arm ist, bedeutet diese Figur der "Anna Selbdritt" in Schönferchen, ein einmaliges Werk, das es verdienen würde, mehr beachtet zu werden.

Leider sind in der Schönferchner Wallfahrtskirche, die durch ihre wunderbaren Heilungen Gläubige von nah und fern anzog, von den vielen Motivtafeln keine mehr im Besitz der Kirche. Sie sind alle verschwunden.

Bereits vor rund 100 Jahren war die Fehra-Kirchweih eine sehenswerte Veranstaltung. Die Burschen und Mädchen von weit und breit kamen zum Kirchweihtanz, der sich im Freien abspielte und auf uralte heidnische Tradition zurückging, der unter anderem auch die Wallfahrt ihr Entstehen verdankt.
Im Jahre 1974 wurde die Schönferchener Kirchweih durch die Freiwillige Feuerwehr Schachendorf wieder ins Leben gerufen. Alljährlich am 15. August, am Fest Mariä Himmelfahrt, erfreut sich der Fehra-Kirta über regen Zulauf aus NAH und FERN, welcher am Morgen mit einem feierlichen Gottesdienst beginnt.

 

 

 

 

In der linken Grafik sind alle 4 Kirchen und Kapellen der Expositurgemeinde Vilzing zu sehen.

Diese sind:

Expositurkirche Vilzing

Wallfahrtskirche Schönferchen

Kapelle Schachendorf (links)

Kapelle Oberhaid (Vordergrund)