Kirche

Kirchenmusik

 

Das Bild zeigt unsere neue
"Eisenbarth Orgel",
die bei umfangreichen
Kirchenrenovierungsarbeiten
im Jahr 2005 neu aufgebaut
und um einige Register
erweitert wurde.
 
... mehr dazu in der Festschrift
    zur Orgelweihe vom 
    Dezember 2005
    (erhältlich über die Pfarrei oder den
     Cäcilienverein St. Jakob Cham e. V.)
   
 
 
Die kirchenmusikalische Tradition von St. Jakob in Cham ist schon sehr alt und reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Die beiden verhängnisvollen Feuersbrünste in Cham vom Jahre 1873 und 1877 vernichteten allerdings viele wertvolle Aufzeichnungen und lassen eine chronologische Verfolgung der Chamer Kirchenmusik früherer Zeiten nur mehr lückenhaft zu.
 
Nach Berichten in Johann Brunners "Geschichte der Stadt Cham" und in den "Chamer Ratsprotokollen" von 1618 und 1619 wird in Cham erstmals 1612 ein Organist erwähnt.
 
Mit dem Wirken des von Brunner als "charakterfest und pflichtgetreu" geschilderten Lehrers Anton Herzog, der sich als Chorregent vor allem der Pflege des Kirchengesanges annahm, beginnt die fast lückenlose Dokumentation in der Geschichte der Chamer Kirchenmusik während der letzten 140 Jahre.
 
Im Folgenden möchten wir nur einen kleinen Einblick in die Chronik der Chamer Kirchenmusik geben, die seit 1910 unzertrennbar mit dem Cäcilienverein verbunden ist. (Die vollständige Chronik wird zur Zeit ergänzt und ist über den Cäcilienverein
erhältlich, demnächst auch im Internet.)
 
Bereits in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts korrespondierte Lehrer Herzog mit dem aus Walderbach in der Oberpfalz stammenden Franz Xaver Witt (1834 - 1888), der Mitte des 19. Jahrhunderts die zweite große Renaissance der katholichen Kirchenmusik eingeleitet und auf dem Katholikentag in Bamberg im Jahr 1868 den "Allgemeinen Deutschen Cäcilienverein" (ACV) gegründet hat.
In Briefen und Notenmanuskripten unterbreitete Witt dem Chamer Chorregenten seine Vorstellungen über den neuen Kirchenmusikstil.
 
Erst im Jahre 1910 kam es auf Anregung des kunstsinnigen Stadtpfarrers Engelbert Seidl und des Oberlehrers Kaspar Ruß zur Gründung des Chamer Pfarr-Cäcilien-Vereins e. V., der die Chamer Kirchenmusik weiterhin ideell und auch materiell fördern sollte. Im Gründungsprotokoll vom 20. Mai 1910 heißt es unter anderem: "Der künftige Cäcilienverein soll die bisherige Richtung im Kirchengesang beibehalten und in Rücksicht auf die päpstlichen Weisungen "Motu proprio" sowohl polyphone (gemeint war die "A capella Musik") als auch Werke mit Instrumentalmusik zur Ehre Gottes eifrigst pflegen.
 
Erster Vorsitzender des Vereins war Postverwalter Johann Brunner und Oberlehrer Kaspar Ruß oblag von 1910 - 1923 die musikalische Leitung. Mit zäher Ausdauer bildete Kaspar Ruß den Nachwuchs für den Cäcilienverein heran. Der Cäcilienverein wurde zur Pflegestätte geistlicher Musik und richtungsweisend für das ganze Umland. Enge Verbindungen bestanden zu bedeutenden Komponisten jener Zeit, die ihre Werke dem Cäcilienverein widmeten oder zur Uraufführung überließen.
 
Der erste und der zweite Weltkrieg rissen große Lücken in die Reihen des Vereins. Viele Sänger fanden auf den Schlachtfeldern den Tod und auch in der Heimat forderte der Krieg seine Opfer. Die Zeit des tausenjährigen Reiches ging auch sonst nicht spurlos am Cäcilienverein vorüber.
 
In den Jahren nach 1945 kam neues Leben in den Cäcilienverein.
 
Am 1. Juni 1948 trat Siegfried Aigner als hauptamtlicher Kirchenmusiker und Chorregent in die Dienste der Pfarrei. Sein Name ist mit dem Neubeginn der Kirchenmusik in St. Jakob untrennbar verbunden. Unter der Leitung von Siegfried Aigner entwickelte sich in Cham wieder eine Kirchenmusik von Rang und Namen. Mit seinem Wirken bis 1991 schrieb er im Chamer Umland und auch überregional Kirchenmusikgeschichte. Zunehmende Anerkennung fand das Wirken des Chores auch durch den Bayerischen Rundfunk. Drei Gottesdienste (Josefi-Tag 1959, Allerheiligen 1968, Pfingsten 1973) wurden vom Bayerischen Rundfunk und ein Gottesdienst am 1. Fastensonntag 1979 durch den Deutschlandfunk Köln life aus der Jakobskirche übertragen. Eine Fülle von Werken wurden mit dem St. Jakobschor vom Bayerischen Rundfunk für die "Katholischen Morgenfeiern" für die Sendereihe "Geistliche Musik" sowie für die Sendungen "Bayerische Chöre singen" produziert.
 
Dieser Tradition und dem künstlerischen Anspruch fühlt sich der Cäcilienverein und Kirchenchor St. Jakob auch heute noch verpflichtet.