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Auf „Heimaturlaub“ in Cham weilte Kaplan Stefan Hackenspiel am vergangenen Wochenende – und freute sich sehr, in seiner Heimatpfarrei den Sonntagsgottesdienst feiern und am Altar mitgestalten zu können. Mit ihm freuten sich Stadtpfarrer Dieter Zinecker, Gemeindereferentin Michaela Maier und die vielen Gläubigen in der Stadtpfarrkirche von St. Jakob.

Genau 14 Monate zuvor, am 9. Juli 2017, hatte Hackenspiel an gleicher Stätte Primiz-Gottesdienst gefeiert – unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung Chams und weit darüber hinaus. Im September 2017 hat er bekanntlich seine erste Kaplanstelle im niederbayerischen Ergoldsbach/Bayerbach angetreten und ist dort als Seelsorger mit vollem Einsatz und großem persönlichen Engagement aktiv – Engagement, das er auch in der Gottesdienstfeier in St. Jakob an den Tag legte.

Pfarrer Dieter Zinecker dankte ihm noch vor dem Schlusssegen ganz herzlich für sein Kommen und wünschte ihm unter großem Beifall der Anwesenden weiterhin viel Freude und Schwung in seinem priesterlichen Dienst.

Gemeinsam am Altar: Stadtpfarrer Dieter Zinecker und Kaplan Stefan Hackenspiel, flankiert von Gemeindereferentin Michaela Meier, Mesner Cornelius Lang und den Ministranten

Nicht mit einer, sondern gleich mit zwei Abschiedsfeiern wurden die Vorschulkinder des Kindergartens St. Jakob in Altenmarkt in ihren neuen Lebensabschnitt verabschiedet: Zuerst fand der traditionelle Vorschulkinderausflug mit anschließender Übernachtung im Kindergarten statt. Morgens starteten die künftigen Schüler in den Dino-Park nach Denkendorf, wo die Jungen und Mädchen eine Reise durch die Erdgeschichte von der Urzeit bis zur Erdneuzeit machten. Dabei trafen sie auf Dinosaurier, Archäopteryxe und auf Höhlenmenschen und durften sich nach einer Stärkung im Waldbiergarten auf dem Abenteuerspielplatz austoben.

Wieder zu Hause im Kindergarten erfrischten sich die Kinder im Planschbecken, während die Erzieherinnen schon Lagerfeuer und Grill für den Abend vorbereiteten. Dazu schloss sich zur Freude der Kinder auch das Geburtstagskind des Tages, Kaplan Alexander Dyadychenko, gerne an. Eine Nachtwanderung und eine ausgelassene „Kinderdisco“ in der Turnhalle sorgte für die nötige Müdigkeit bei den Kindern, so dass schließlich auch der Letzte gerne in seinen Schlafsack kroch. Nach einem gemütlichen Frühstück konnten die Eltern ihre Schützlinge wieder in Empfang nehmen.

Am Mittwoch kamen Pfarrer Dieter Zinnecker und Neupriester Stefan Hackenspiel nach Altenmarkt, um den Vorschulkindern ihren geistlichen Segen mit auf den Weg zu geben. In der Andacht verglichen die Erzieherinnen die vor den Kindern liegende Schulzeit mit einer Schifffahrt über ruhige, manchmal aber wohl auch stürmische Gewässer und baten Gott um seinen Beistand für die Reise. Stefan Hackenspiel spendete jedem Schulanfänger den Primizsegen und Pfarrer Zinnecker überreichte ein Kreuz als Andenken an die Kindergartenzeit – und als ständige Erinnerung daran, dass Gott auch auf rauer See immer da ist und weiterhilft.

Nach der Andacht las Stephanie Paa eine im Auftrag ihres Sohnes verfasste Geschichte über zwei Eulenkinder, die langsam flügge werden und den Wald und die Welt dahinter erkunden wollen; Von den Eltern der künftigen Schulkinder gab es ein herzliches Dankeschön und Geschenke für die Erzieherinnen und der Elternbeirat bedankte sich ebenfalls mit kleinen Präsenten bei der ausscheidenden Erzieherin Julia Gogeißl und der Berufspraktikantin Linda Ederer.

Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit: Stefan Hackenspiel feierte seine Primiz in seiner Heimatgemeinde Cham St Jakob.

Den feierlichen Gottesdienst und das daran anschließende Fest ließen sich viele Besucher nicht entgehen. Für viele Gläubige war sicherlich der Einzelprimizsegen am Nachmittag im Rahmen der Dankandacht ein weiterer Höhepunkt.

Der abschließende dritte Triduumsgottesdienst zur Vorbereitung auf die Primiz von Neupriester Stefan Hackenspiel wurde am Donnerstagabend in der Vilzinger St. Laurentius-Kirche unter großer Beteiligung der Gläubigen gefeiert. Hackenspiel hatte sich dazu Pfarrvikar Franz Pfeffer, Kaplan in St. Jakob von 2012 bis 2014, als Hauptzelebrant und Prediger eingeladen, der sich über das Wiedersehen an alter Wirkungsstätte sehr freute, wie er nach der freundlichen Begrüßung von Stadtpfarrer Dieter Zinecker betonte.

Schriftlesung, Evangelium und Predigt hatte der Pfarrvikar ganz auf die Person des heiligen Laurentius von Rom ausgerichtet, dessen religiöse Philosophie und Lebenseinstellung er auch dem Neupriester ans Herz legte.: Der wahre Schatz der Kirche im Allgemeinen und der Kirche auch hier in Vilzing im Besonderen seien nicht irgendwelche Figuren, Altäre oder Bilddarstellungen. Es seien vielmehr die Menschen, die das „Leben“ in das Gotteshaus brächten. Und als Priester und Seelsorger einer Pfarrgemeinde diesen Menschen – in Freud und Leid, in allen Lebenslagen – an der Seite zu stehen, sei wohl eine der schönsten Berufungen oder Aufgaben überhaupt, so der Prediger direkt an Hackenspiel gewandt. Der so Angesprochene freute sich über die persönliche Zuwendung und sprach hierfür an späterer Stelle herzliche Worte des Dankes.

Nach der Predigt und den Fürbitten wurde die Eucharistie gefeiert, die Schönferchener Sängerinnen sorgten hier wie schon zuvor für die stimmungsvolle musikalische Begleitung.

Am Ende auch dieses Triduumsgottesdienstes durften sich alle Mitfeiernden den allgemeinen Primizsegen des Neupriesters und den Segen des Hauptzelebranten zusprechen lassen; Letzterer hatte noch ein kleines Geschenk für seinen jungen Kollegen bereit, ein Bild mit der Innenansicht der Vilzinger Kirche. Abschließend sprach Christoph Zistler von der Vilzinger Kirchenverwaltung ein herzliches Vergelts Gott an die Zelebranten und lud ein zum nachfolgenden Begegnungsabend im Freien vor den Toren des Gemeinschaftshauses. Davon wurde dann auch reger Gebrauch gemacht und der schöne Sommerabend ausgiebig genossen. Für das leibliche Wohl war durch die Mithilfe zahlreicher Pfarreimitglieder und des Frauen- und Müttervereins Vilzing bestens gesorgt.

Im Bild: Kirchliche und anschließende weltliche Feier unter großer Beteiligung der Gläubigen

Auch der zweite Triduumsgottesdienst im Rahmen der Vorbereitung auf die Primiz von Neupriester Stefan Hackenspiel hat am vergangenen Freitagabend zahlreiche interessierte Gläubige in die Stadtpfarrkirche von St. Jakob geführt. Nachdem tags zuvor Pfarrer Ralf Heidenreich aus Wald/Zell als Hauptzelebrant und Prediger in Erscheinung getreten war, war nunmehr die Reihe an Pfarrer und Dekan Georg Birner aus Abensberg St. Barbara. Mit großer Freude begrüßte ihn Stadtpfarrer Dieter Zinecker, zusammen mit Hackenspiel und Diakon Alfred Dobler, in St. Jakob und konnte ihm – „von Kollege zu Kollege“ – zum Silbernen Priesterjubiläum gratulieren, haben sie doch beide gemeinsam vor 25 Jahren, Ende Juni 1992, in Regensburg die Priesterweihe empfangen. Der Abensberger Geistliche freute sich seinerseits über die Einladung nach Cham, zumal er, wie er betonte, verwandtschaftliche Beziehungen in der hiesigen Kreisstadt unterhalte. Auch sei es eine gute Gelegenheit für ihn, als Praktikumspfarrer des Neupriesters, dessen Heimatpfarrei näher kennen zu lernen.

In seiner Predigt knüpfte Birner an die vorgetragene Ezechiel-Lesung von der Tempelquelle an. Die dortige Schilderung vom unablässig unter der Tempelschwelle hervorströmenden Wasser deutete er als symbolhaftes Bild für ein christliches Leben in Fülle und sah darin auch eine enge Verbindung zu dem von Hackenspiel erwählten Primizspruch „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade“. Auf diese unerschöpfliche Fülle und Weite bauend könne sich der Blick eines jeden Sterblichen immer wieder positiv nach vorne, auf eine vielversprechende Zukunft richten, und der Mensch sich daran aufrichten, trotz mancherlei Widrigkeiten des Lebens und gegenläufiger Tendenzen der Zeit. Ein erfülltes Leben im priesterlichen Dienst war schließlich der herzliche Wunsch und die Hoffnung des Predigers für den Neupriester.

Der Predigt und den Fürbitten folgte die feierliche Begehung der Eucharistie, bevor sich die Gläubigen über den allgemeinen Primizsegen des Neupriesters freuen konnten.

Nach dem Gottesdienst fand auch diesmal eine weltliche Feier und zwanglose Begegnung im Pfarrheim statt, die zu vielen angeregten Gesprächen genutzt wurde und erst am späteren Abend ihr Ende fand.

Der nunmehr letzte noch ausstehende, dritte Triduumsgottesdienst findet am kommenden Donnerstag, 6. Juli, um 19 Uhr in Vilzing St. Laurentius statt. Hauptzelebrant und Prediger wird dort Pfarrvikar Franz Pfeffer sein. Eine Begegnung im Gemeinschaftshaus wird den Abschluss bilden.

Es hat sich gut getroffen, dass genau am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) der erste Triduumsgottesdienst – im Vorfeld der Primiz von Stefan Hackenspiel – in der Stadtpfarrkirche St. Jakob gefeiert werden konnte. Pfarrer Ralf Heidenreich aus Wald/Zell hatte sich dazu vom Neupriester gewinnen lassen, und durfte im Rahmen der Begrüßungsworte von Pfarrer Dieter Zinecker anfangs gleich selbst herzliche Glückwünsche zu seinem 15-jährigen Priesterjubiläum am selben Tage entgegennehmen. Der Stadtpfarrer versäumte es nicht, auch zwei weiteren Mitzelebranten zu dienstlichen Jubiläen zu gratulieren: Pfarrer i. R. Benedikt Rucker zum 60- , und Pfarrer i. R. Max Heitzer zum 55-jährigen.

Heidenreich seinerseits dankte für die Gratulation – und reagierte prompt: Mit Glückwünschen an seinen Vorredner zum „Silbernen“ und an Hackenspiel, Neupriester seit immerhin 5 Tagen! Letzterem wandte er sich im weiteren Verlauf des Gottesdienstes immer wieder besonders zu und brachte damit den Sinn und Zweck der Triduumsfeier, jenseits aller Jubiläen, für Hackenspiel, aber auch für alle Mitfeiernden zur Geltung.

In seiner Predigt widmete sich der ehemalige Chamer Kaplan den beiden Apostelfürsten. Er führte seinen Priesterkollegen und den zahlreichen Gottesdienstbesuchern in bildreicher und lebhafter Sprache die völlig unterschiedliche Lebensgeschichte und -philosophie beider Heiligen vor Augen, um aber letztlich doch ihre – entscheidende – Gemeinsamkeit hervorzuheben: Ihre große Vorbildfunktion für alle Menschen guten Willens, ihren unerschütterlichen Glauben an den Allmächtigen, den Geist sich senden zu lassen, Ihre vollkommene Hingabe und Liebe zu Gott und dem Nächsten. Lauter Wesenszüge oder Eigenschaften, die er dem Neupriester in allen Lebenslagen mit Nachdruck ans Herz legte.

Nach der Predigt und den Fürbitten wurde Eucharistie gefeiert, mit fünf Priestern am Altar. In das anschließende Danklied „Wer glaubt, ist nie allein…“ stimmten dann alle Anwesenden kräftig ein, und ebenso in das „Großer Gott…“.

Gleich nach der Gottesdienstfeier leisteten viele Besucher der freundlichen Einladung von Pfarrer Zinecker Folge und trafen sich zur unterhaltsamen Begegnung im Pfarrheim. Aktuelle Gesprächsthemen gab es ja zuhauf: Priesterweihe, Triduum, Primiz, Priesterjubiläen und anderes mehr.

Am Sonntag, den 25. Juni durften wir unseren Neupriester Stefan Hackenspiel in unserer Pfarrgemeinde St. Jakob in Cham herzlich begrüßen.

Die Priesterweihe ist ein Höhepunkt und ein großer Tag für das gesamte Bistum: Am Samstag hat Bischof Rudolf Voderholzer sechs Männer im Regensburger Dom zu Priestern geweiht. Gläubige und Priester aus allen Ecken der Diözese sind in die Kathedrale St. Peter gekommen. Darunter befanden sich zahlreiche Familienangehörige und Freunde, die die Priesteramtskandidaten bei diesem großartigen Ereignis begleiten wollten. Die Regensburger Domspatzen gestalteten die Weihefeier musikalisch.

Sechs Männer sind es, die am 24. Juni 2017 in der mehrstündigen Zeremonie zum Priester geweiht worden sind: Florian Frohnhöfer aus der Heimatpfarrei St. Marien in Sulzbach, Stefan Leopold Hackenspiel aus St. Jakob in Cham, Thomas Meier aus Mariä Himmelfahrt in Furth im Wald, Daniel Schmid aus St. Vitus in Burglengenfeld, Dr. Peter Stier aus St. Laurentius in Neustadt an der Donau und Bruder Lazarus Maria Uchman C.O. mit der Heimatpfarrei St. Stanislaus in Kosina (Polen). Bereits am Pfingstmontag hat Weihbischof Josef Graf Frater Johannes Bosco Florian Ernstberger in der Klosterkirche Speinshart zum Priester geweiht. Mit ihm sind es heuer nun sieben neue Priester.

Das ABC von Hoffnung und Liebe
Die Priesterweihe war dieses Jahr genau am Gedenktag Johannes des Täufers. Nicht zufällig ein halbes Jahr vor Weihnachten, wie Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt erklärte. Johannes der Täufer war exakt ein halbes Jahr älter als Jesus. Das Patronat des Vorläufers, des Wegbereiters stehe durch diesen besonderen Weihetermin über den Weihekandidaten, so der Bischof. Nicht ganz selbstverständlich, wie er betonte, denn zunächst seien die Weihekandidaten für den Dienst der Nachfolge Jesu Christi bestellt. Johannes der Täufer aber war kein Nachfolger, er hat die Vollendung von Jesu Weg gar nicht miterlebt, sondern ist ihm auf dem Weg des Martyriums vorausgegangen und hat sein Leben als Wegbereiter hingegeben. Dieser Vorbereitungsdienst gehöre auch in gewisser Weise zum apostolischen Dienst.

„Es braucht gerade in unseren Tagen in vielfältigster Form wieder Wegbereitung, Brückenbau, elementarste Vorbereitung in Glaubensdingen“, sagte Bischof Rudolf. Er bat die künftigen Priester, gerade auch den Aspekt der Vorbereitung in den Blick zu nehmen: Zur Taufe, Firmung, Ehe. „Vorbereitung bedarf vor allem elementarer Glaubensverkündung, nicht komplizierte theologische Spezialfragen, sondern das Einmaleins des Glaubens und das ABC von Hoffnung und Liebe müssen wir wieder neu buchstabieren in unserer Gegenwart, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, zu wissen, wer Jesus Christus ist und wozu er gekommen ist.“

Die große Kunst als Priester: sich ganz zurücknehmen
„Johannes der Täufer war ein rauer Kerl“, sagte der Bischof weiter. Dennoch kamen die Menschen zusammen, um ihn zu hören. Ein wenig von dieser Herbheit wünsche der Regensburger Bischof sich auch für den Dienst der Priester. „Nicht das Sahnehäubchen, sondern eine herbe Umkehrpredigt.“ Nicht den Menschen nach dem Mund reden, sondern versuchen, ihre Herzen zu erreichen – das müsse die Verkündigung ausmachen.

Johannes der Täufer wird im Johannesevangelium überliefert als Freund des Bräutigams, also als Freund von Jesus, dessen Aufgabe es ist, die Hochzeit auszurichten. Die größte und vornehmste, schönste und wichtigste Aufgabe sei es deshalb, in der Eucharistie die hochzeitliche Begegnung Jesu Christi mit seiner Kirche auszurichten. Und das heißt, erklärte Bischof Rudolf Voderholzer, sich zurückzunehmen. „Die große Kunst des priesterlichen Dienstes besteht darin, voll und ganz sich radikal einzusetzen und gleichzeitig, sich ganz zurückzunehmen.“

Die Geschichte Johannes des Täufers ist eine Erzählung von Freude. Über ihm, dem herben Mann, dem Umkehrrufer, steht als großes Vorzeichen die Freude. Bischof Voderholzer sprach einen großen Wunsch aus: In einer Kirche, in der oft verbittert und verkrampft gekämpfte werde, solle der Heilige Geist den jungen Männern eine unbändige Freude ins Herz schenken, „sollt ihr Diener der Freude sein!“

Das Sakrament der Weihe
Beim Weiheritus wurde jeder Kandidat mit Namen aufgerufen. Nacheinander traten die sechs Kandidaten einzeln vor den Regensburger Bischof und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt und die Kandidaten für würdig befunden wurden, die Weihe zu empfangen.

Die Weihe geschieht durch Handauflegung und Weihegebet durch Bischof Rudolf Voderholzer und die anwesenden Priester – damit wird die Gabe des Heiligen Geistes an die neuen Priester übertragen. Die jungen Männer wurden anschließend mit Stola und Messgewand bekleidet und ihre Hände wurden gesalbt. Der Bischof überreichte ihnen Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie. Die Weihehandlung endete mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und alle anwesenden Priester. Die erste Eucharistiefeier als geweihte Priester haben die sechs Männer gleich im Anschluss gefeiert. Für die Neupriester ist dies eines der wichtigsten Ereignisse im Leben.

Nach dem Auszug aus dem Dom konnten sie die Glückwünsche von Freunden und Angehörigen empfangen. Dafür ging es diesmal in den Innenhof des Bischöflichen Ordinariats – aufgrund des Bürgerfestes, das auf dem Domplatz schon im vollen Gange war. Eine gelungene Kooperation mit dem Bürgerfest: die Blaskapelle, die auf dem Domplatz ihr Programm spielen sollte, begleitete die Prozession beim Auszug aus dem Dom musikalisch.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)

Das sieht man auch nicht alle Tage: Drei Zelebranten, darunter gleich zwei Diakone zum Hochfest „Dreifaltigkeit“ am Altar der Stadtpfarrkirche St. Jakob. Zur Feier der sonntäglichen Vorabendmesse am vergangenen Samstag hatten sich Kaplan Alexander Dyadychenko, Diakon Alfred Dobler und Diakon Stefan Hackenspiel in dieser Konstellation zusammengefunden und feierten mit den Gläubigen Gottesdienst.

Allzu häufig wird es diese Zusammensetzung nicht mehr geben. Denn wie berichtet, wird am Samstag, 24. Juni 2017, um 8.30 Uhr, der Chamer Stefan Hackenspiel im Dom zu Regensburg von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht (zusammen mit fünf weiteren Kandidaten). Wer bei diesem Ereignis gerne dabei sein möchte: Für die von der Pfarrei St. Jakob angebotene Busfahrt, am Samstag, 24. Juni, um 6.30 Uhr, sind noch ein paar Plätze frei. Anmeldungen bitte umgehend im Pfarrbüro, unter Telefon 09971/1241.

Ein denkwürdiger Tag ist das am vergangenen Samstag, 3. Dezember, gewesen – für den bisherigen Pastoralkurspraktikanten Stefan Hackenspiel, und nicht minder für seine Heimatpfarrei Cham St. Jakob.

Im Rahmen einer überaus feierlichen Liturgie wurde Hackenspiel am Vormittag, zusammen mit fünf weiteren Kandidaten, in der Stadtpfarrkirche von Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Diakon geweiht.

Da wurden kurz vor Beginn des Gottesdienstes sogar die Stehplätze zur absoluten Mangelware, so groß war das Interesse der Angehörigen der Weihekandidaten und darüber hinaus zahlreicher Gläubigen aus nah und fern. Und natürlich wollten besonders viele Zugehörige der Pfarrei St. Jakob „ihrem“ Stefan Hackenspiel durch ihr Mitfeiern bekunden, dass sie an seinem Werdegang und seiner Weihe, mit der er als Diakon zum „Geistlichen“ wurde, regen Anteil nehmen.

Bischof – das ist kein schönes Wort: episkopos heißt „Aufseher“.
Priester – das ist keine schmeichelhafte Bezeichnung: presbyter heißt „Ältester“: Wer will schon immer der Alte sein?
Diakon: Das ist eine tiefsinnige Bezeichnung: Es heißt „Diener, Helfer“. Da sind wir ganz nahe an den Worten Jesu: Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr einander dient. – Viele von Ihnen wissen es: Diese Gedanken stammen von Franz Kamphaus, dem früheren Limburger Bischof.
Ich sage Ihnen allen ein herzliches Willkommen hier in unserer Kirche St. Jakob in Cham: Ich grüße die Eltern und Angehörigen unserer Weihekandidaten, alle, die Sie aus den Heimatpfarreien gekommen sind, meine Mitbrüder, Priester und Diakone, die Konzelebranten und besonders Sie, Bischof Rudolf Voderholzer: Es ist uns eine Freude, dass diese Weihe hier in unserer Kirche gefeiert wird, dass der Hl. Jakobus, der Pilgerpatron, so auch Patron des Lebensabschnittes ist, der vor den Kandidaten liegt.
So beten wir heute für Sie, die Weihekandidaten, und feiern mit, wenn Sie durch den Bischof zu dem bestellt werden, was unser aller Auftrag ist: Diener und Helfer zu sein.
Begrüßung der Mitfeiernden durch Pfr. Dieter Zinecker

Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen – ganz im Gegenteil. Denn sowohl der Weihegottesdienst insgesamt als auch die einzelnen Rituale und Abläufe der Liturgie hinterließen starken Eindruck beim mitfeiernden Kirchenvolk:

Der imposante Einzug des Bischofs und seiner 11 Konzelebranten mit den Weihekandidaten, von weiteren 55 Priestern, 45 Priesterseminaristen und 30 Ministranten, die Stadtpfarrer Dieter Zinecker allesamt voller Freude in St. Jakob willkommen hieß; die herzlichen Worte des Bischofs in seiner Begrüßung und Predigt sowie in der Weiheliturgie; der feierliche Vortrag der Allerheiligenlitanei durch drei Seminaristen – mit den ausgestreckt vor dem Altar liegenden Kandidaten; das Überreichen von Dalmatik (liturgisches Gewand) und Evangeliar; Gebet und Handauflegung durch den Bischof und Umarmung der neuen Diakone durch ihn und alle anwesenden Diakone. Kurzum: Intensiver und berührender hätte das Geschehen dieses Samstagvormittags kaum von Statten gehen können.

Schon war der Schritt vom Weihekandidaten zum Diakon getan – und Stefan Hackenspiel „in seinem Element“: Gelöst und mit natürlichem Selbstverständnis zog er schon am späteren Nachmittag an der Seite des Chamer Stadtpfarrers zur Feier der Vorabendmesse wieder in die Jakobskirche ein – diesmal durch den Altarraum, geradewegs zum Volksaltar. Wenig später verkündete Hackenspiel das Evangelium des zweiten Adventssonntags. Seine nachfolgende Predigt ließ schnell erahnen, welch tiefes Verständnis und Gespür für die Heiligen Schriften er in sich hat; ein Verständnis, das er auch seinen Zuhörern vermitteln möchte.

So wusste er die Gestalt des Johannes des Täufers eindrucksvoll zu charakterisieren und dessen „wuchtige Worte“ an Volk und Schriftgelehrte darzustellen. Die beim Zuhörer auf den ersten Blick wohl mehr als Droh- statt als Frohbotschaft ankommen würden, wie der Prediger vermutete. In Weiteren stellte er aber umgehend klar, dass man die beiden Sonntags-Lesungen heranziehen müsse, um ein anderes Gottesbild zu gewinnen: „Gott als wohlwollender, geduldiger Tröster, der uns in Jesus Christus nahekommt und Einmütigkeit schenkt“. Vor lauter eigener Betriebsamkeit übersehe man vielleicht allzu leicht, dass Gott schon jetzt, unerkannt und unscheinbar, unter uns wohne. „Auch wir stehen heute in unserem Leben in der Entscheidungssituation, das die Bibel mit dem Bild der Wüste fasst, jenem Ort der Entscheidung für Israel, in den nach der Taufe am Jordan sich auch Jesus 40 Tage lang begeben hat, um versucht zu werden. Wir Christen nennen jenen Entscheidungsraum Advent, das „Sich Bereiten“ auf die Ankunft des Herrn, und nicht nur jetzt in der geprägten Zeit vor Weihnachten ist Advent, sondern unser ganzes Leben ist adventlich geprägter Entscheidungsraum bei der Gestaltung unseres Lebens im Warten auf die zweite Ankunft, die Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit. Ich wünsche Ihnen, liebe Schwestern und Brüder im Herrn ganz besonders in dieser geprägten Zeit, aber auch den ganzen Advent ihres Lebens hindurch die nötige Achtsamkeit für die Zeichen der Zeit, das unscheinbare Heranwachsen des Reiches Gottes in der Zeit, und ich wünsche Ihnen auf dieser Lebensreise jedes Christen Wegweiser, Navigationshilfen, die Ihnen helfen, Gefahrensituationen zu umschiffen, aufmerksam zu bleiben und das angepeilte Ziel nicht zu verfehlen. Ironischerweise ist das hebräische Wort für Prophet, unter denen wir ja Johannes den Täufer als den größten betrachten, Navi.

Ein solches Navi für Ihren irdischen Lebensweg wünsche ich Ihnen, sei es nun in Form eines Navi, eines Propheten (…); oder in Form der vom Schöpfer jedem Menschen gleichsam als Grundausstattung mitgegebenen Navigationshilfe, dem eigenen Gewissen, das in mancher Situation mit leiser Stimme immer wieder mahnt: Bitte wenden! Bitte wenden!“

Nach diesen Worten der Predigt wurde Eucharistie gefeiert. Und ganz am Ende standen die guten Wünsche von Pfarrer Dieter Zinecker an Stefan Hackenspiel für sein nunmehr folgendes Diakonat in der Pfarrei St. Barbara in Abensberg.

Im Bild:
Nach seiner Weihe zum Diakon gab es viele Glückwünsche an Stefan Hackenspiel aus den Reihen der Angehörigen seiner Heimatpfarrei
Stadtpfarrer Dieter Zinecker und Diakon Stefan Hackenspiel am Altar während der Feier des Gottesdienstes am Samstagabend