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Die Kolpingsfamilie Cham traf sich am Mittwoch, 20.07 zum Grillen im Kolpinghaus. Eine fröhliche Runde saß bis spät am Abend und bei echtem Sommerwetter auf der Terrasse im Kolpinghaus und genoss die Gemeinschaft, das leckere Salatbuffet und das würzige Grillfleisch. Juliane und Elfriede machten Musik zum Mitsingen. Ein wunderschöner Abend, der als Programmpunkt auch im nächsten Jahr wieder stattfindet.

Jeden Sonntag erklingt in der Kirche Peter und Paul, Sattelpeilnstein, die Orgel der Orgelwerkstatt Thomas Jann aus Laberweinting. In dem kleinen Ortsteil Allkofen entstehen Orgeln mit Weltruf. Nicht nur in Sattelpeilnstein ist eine Jann-Orgel zu hören, sondern auch im Münchner Dom, der Basilika in Waldsassen, um nur einige Werke zu nennen. In Ausland, zum Beispiel in Korea schätzt man den Klang dieser Orgeln aus Bayern.

Die Wurzeln sind in Potsdam zu finden. Georg Jann, der Vater von Thomas Jann, sollte Cello spielen, aber ihm war dieses Insturment verhasst. Kurzerhand stellte er das Cello in den Regen und über eine Karriere als Cellist wurde nie mehr gesprochen. Der junge Georg wurde Orgelbauer, lernte bei Alexander Schuke in Potsdam. Der Weg führte über die Schweiz nach Regenburg, wo Georg Jann in Stadtamhof die alteingesessene Orgelbauwerkstatt Eduard Hirnschrodt übernahm. Georg Jann machte sich schnell einen Namen und benötigte mehr Platz. Da bot sich das Gelände einer ehemaligen Möbelfabrik in Allkofen an. Thomas Jann wurde ebenfalls Orgelbaumeister und führte die Erfolgsgeschichte fort. Mittlerweile ist die Orgelbaufirma Thomas Jann auch führend im Restaurieren historischer Orgeln.

Die Kolpingsfamilie Cham hatte die Möglichkeit diese Firma zu besichtigen und wurde vom Chef selbst durch den Betrieb geführt. Kaum zu glauben, wieviele Schritte bis zur fertigen Orgel erforderlich sind. Jann baut zu 50 Prozent neue Orgeln und zu 50 Prozent werden Orgeln restauriert. In der großen Halle steht eine Orgel von 1870 „an dieser Orgel arbeiten wir immer, wenn es die Zeit zulässt“ sagte Thomas Jann. Im Orgelbau habe sich in den letzten 200 bis 300 Jahren nicht viel geändert. Jann baue keine Elektronenorgeln sondern ausschließlich Pfeifenorgeln. Jede Orgel sei ein Unikat, ganz nach den Wünschen der Auftraggeber, nach deren Räumlichkeiten und finanzieller Ausstattung entworfen und gebaut. Für 20 Register brauche die Firma cirka 20 Monate bis zur endgültigen Fertigstellung. In der Gruppe werden die Entwürfe erstellt und in vielen einzelnen Schritten überarbeitet. Jede Orgel wird in der Fertigungshalle zusammen gebaut und zum Bespiel der Kirchengemeinde vorgestellt. Probleme beim Aufbau können sofort behoben werden, der Zusammenbau in der Kirche ging dann recht schnell. Diese Art des Aufbauvorgangs erspare den Auftraggebern zum Beispiel Übernachtungskosten und Spesen. Der Aufbau benötige in etwa zwei Wochen. Mehr Zeit beanspruche die Intonation. Bis die Orgel so klinge, wie sie soll werden zwischen vier und fünf Wochen benötigt. Die Intonation – ein wichtiges Thema, das mit viel Fingerspitzengefühl und einem musikalisch geschulten Gehör ausgeführt wird. In der Werkstatt wird vorintoniert – was etwas 300 Arbeitsstunden ausmache, ebenso viele seien in der Kirche erforderlich. Eine 20 Register große Orgel benötige bis zur Fertigstellung etwa 5000 Arbeitsstunden. Die zwölf Mitarbeiter sind eine eingespieltes Team, in dem jeder sich auf jeden verlassen kann und jeder seine eigenen Ideen mit einbringen kann.

Die Gäste aus Cham konnten sich über die unterschiedlichen Orgelpfeifen informieren, durften im Intonierraum sehen, wie die Orgelpfeifen ihren Klang bekommen und konnten den Orgelbauer sozusagen ein Loch in den Bauch fragen. Keine Frage blieb unbeantwortet. Als Orgelbaumeister gibt es natürlich auch ein Meisterstück, auf der der Orgelbaumeister veranschaulichte, was es mit Registern auf sich hat. Register machen den Klang der Orgel vielfältig und einzigartig. Nach dieser Besichtigung haben die Besucher einen ganz neuen Blick auf „ihre“ Orgel in der Kirche.

Bilder: Metallpfeifenherstellung, In der Fertigunghalle, Holzorgelpfeifen, Die Meisterorgel

Das imposante Konzerthaus war am Montag das Ziel der Kolpingsfamilie Cham. Einige waren schon zu Aufführungen dort gewesen, aber richtig anschauen, mit einem Blick hinter die Kulissen, war noch nicht möglich gewesen. Das Konzerthaus Blaibach ist weit über die Grenzen Bayerns bekannt, heuer wurde es mit dem Architekturpreis artour 2016 ausgezeichnet.

Unter der kundigen Führung des Blaibacher Bürgermeisters Wolfgang Eckl wurden die Türen des Konzerthauses geöffnet. Für einige war der Bau etwas gewöhnungsbedürftig, aber nachdem Eckl eine Menge Hintergrundinformation lieferte, wurde die Architektur verstanden. Die sehr gute Akustik im Konzertsaal begeisterte alle. Es ist möglich auch in der letzten Reihe genauso gut zu hören, wie weiter unten. Beeindruckend ist die Schlichtheit, keine unnötige Deko lenkt von der Bühne ab.

Der Bürgermeister führte auch noch durch das Bürgerhaus und das älteste Gebäude des Ortes, dem alten Kramerhaus am Girglplatz. Zum Abschluss diese gelungenen Ausflugs ging es in das Gasthaus unterhalb der Kirche.

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Kolpingsfamilie Cham im Konzertsaal des Konzerthauses Blaibach

Am Ostermontag erlebten unter der Leitung von Ben Kerschberger 14 Kolpingmitglieder einen schönen Nachmittag im Rahmen des Emmausgangs nach Streicherröhren.

Kaplan Alexander Dyadychenko erfreute an der Kapelle mit einer kleinen Andacht.

Die Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie am vergangenen Samstag wurde überschattet vom plötzlichen Tod des Diözesanvorsitzenden Karl-Heinz Süss. Dieser war der Kolpingsfamilie Cham sehr zugetan und begleitete ihre Entwicklung. Zu seinem Gedenken legten die Mitglieder eine Schweigeminute ein, die mit dem Vaterunser und „Treu Kolping“ endete. Die Vorsitzende Gabriele Dahlmann begrüßte die Präses Dieter Zinecker und Kaplan Alexander Dyadychenko, sowie die anwesenden Mitglieder.

Nach der Verlesung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung schaute Dahlmann auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Sie war mit dessen Verlauf zufrieden, besonders da die verschiedenen Veranstaltungen gut besucht waren und auch Nichtmitglieder teilgenommen hatten. Mit 180 Mitgliedern sei die Kolpingsfamilie gut aufgestellt. Dahlmann bedauerte, dass junge Leute und das „Mittelalter“ immer weniger Zeit fänden, aktiv mitzuarbeiten. Sie berichtete von ausführlich von einigen Aktivitäten. Zum Beispiel über den gelungenen Familienausflug in den Straubinger Zoo und dem fast vollen Reisebus zur Besichtigung der Kuchlbrauerei und des Hundertwasserturms in Abensberg. Ebenso über den vollen Kolpingsaal zur „staaden Zeit“ mit Bene Weber. Der Kolpingfaschingsball sei ebenfalls gut besucht gewesen, aber sie sprach auch an, dass sie die Mitglieder vermisst habe! Zum ersten Mal wurde die Geburtstagsfeier ab 60 und dann alle fünf Jahre, im Pfarrer-Huf-Stüberl gefeiert, dazu spielte die Teestub’n Musi. Der letzte Themenabend mit Pfarrerin Charlotte Peschke und Diakon Werner Müller sei ein richtig ökumenischer Abend gewesen und würde eine Fortsetzung haben. Sie dankte den Mitgliedern für deren Unterstützung und ihr Verständnis, wenn sie aufgrund ihrer Erkrankung mal wieder nicht so konnte, wie sie wollte.

Es folgte eine Übersicht mit Michael Santl über die Aktivitäten der Kolpingjugend. Auch hier war es ein gutes Jahr, aus einer Gruppe sind wieder drei geworden. Es wurde von der Kolpingwerk in den Grundschulen informiert, dass es Spaß macht, die Freizeit in Gemeinschaft zu verbringen. Eine App wurde ebenfalls erstellt, die schnell über alles rund um die Kolpingjugend informiert.

Danach legte Helmut Riedmeier einen interessanten Bericht vom Kolpinghaus vor. Auch hier werde mit Zuversicht in die Zukunft geblickt. Es wurde sogar aus der tiefroten Zahl eine blassrosa – mit dem neuen Geschäftsführer Andreas Förster habe man einen guten Griff getan und hoffe, auf viele interessante Aktivitäten.

Reinhard Lesinsiki berichtete über das recht spannende vergangene Jahr der Kolpingmusik mit dem Ehrentitel „Stadtkapelle“. Für Toni Nachreiner, der seine Dirigententätigkeit aus beruflichen Gründen beendete, wurde ein neuer ebenfalls sehr engagierter Nachfolger, Martin Hinkl gefunden, der sich bestens eingeführt habe.

Es folgte der Kassenbericht von Kassier Hajo Maier. Dieser war detailliert und wurde von Kassenprüfer Wolfgang Bernhard positiv bewertet. Im Anschluss folgte die Entlastung der gesamten Vorstandschaft und die Neuwahlen unter Leitung von Präses Dieter Zinecker. Nicht mehr zur Wahl stellten sich der Schriftführer Gerhard Ascherl und Beisitzer Paul Baumgartner. Dahlmann dankte beiden mit einer filigranen Orchidee. Sie sagte, Ascherl habe neue Maßstäbe in Sachen Protokoll gesetzt. Knapp, klar und ohne Schnörkel. Paul Baumgartner werde gerne weiter als Berater zur Seite stehen. Jedoch nicht mehr als aktives Vorstandsmitglied.

Die Wahl erfolgte per Akklamation, und einstimmig, durch die gute Vorarbeit war es schnell geschafft. Neu in der Vorstandschaft sind als Schriftführerin Elke Lesinski und Andreas Förster als Beisitzer.

Dahlmann forderte auf, Ideen und Wünsche zum neuen Programm zu äußern, welches in den nächsten Tagen ausgearbeitet werde. Mit einem Segensgebet und dem „Treu Kolping“ endete die Mitgliederversammlung.

Der neue Vorstand:
Erste Vorsitzende: Gabriele Dahlmann
Zweiter Vorsitzender: Ben Kerschberger
Schriftführerin: Elke Lesinski
Kassier: Hajo Maier
Beisitzer: Elfriede Kerschberger, Emmi Wittmann, Claudia Strasser, Manfred Panko, Andreas Förster
Präses: Dieter Zinecker
Vizepräses:Alexander Dyadychenko
sowie die Vorstände des Kolpinghauses, der Kolpingmusik und der Kolpingjugend

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Vorstandschaft der Kolpingsfamilie Cham

Am Sonntag Nachmittag war das Kolpinghaus ganz in der Hand kleiner Maschkerer. Die Kolpingjugend hatte zum Kinderfasching eingeladen. Und viele kleine Maschkerer wuselten durch den Saal. Es gab jede Menge lustiger Spiele für die ganz Kleinen und die etwas Größeren. Besonders beliebt war heuer wieder das Wickelspiel. Die Sieger, und es gab nur Sieger, durften in die große Schatzkiste greifen und sich einen süßen Schatz aussuchen. In diesem Jahr waren viele Spiderman unterwegs und auch der Moderator Ben war Spiderman und feuerte die Spielteilnehmer an. Getanzt wurde natürlich auch und so rannten heuer wieder „Affen durch den Wald“, ein Faschingsschlager, der die Kinder in jedem Jahr begeistert und sie nicht mehr auf den Stühlen hält. Ein Höhepunkt war das Schaumkuss Essen. Hände auf den Rücken und auf die Plätze fertig los. Kaplan Alexander Dyadychenko machte bei der Runde der Großen begeistert mit und hatte als erster den Teller leer und kaum Schokolade im Gesicht. Einige Kinder fragten sich, ob er wohl zuvor geübt hatte? Im Foyer gab es gegen eine kleine Spende „saugute“ Kuchen zu essen. Lustig serviert von vier dunklen Feen.

Am Montag hieß es für die Kolpingsfamilie Cham: Erst beten, dann schunkeln. In der Spitalkirche wurde der Rosenkranz für Frieden und Versöhnung gebetet und danach ging es zum Singen und Fröhlichsein ins Kolpinghaus. Hier wartete das Duo Koller mit vielen lustigen Lieder rund um den Bayerwald und Bayern überhaupt. Die Kolpingsfamilie sang voll Begeisterung mit und auch das eine oder andere lustige Geschichtchen wurde erzählt. Klar durften Faschingslieder nicht fehlen und da wurde geschunkelt, was das Zeug hielt. Zwei Stunden gute Laune und Spaß gingen viel zu schnell vorbei. Das Koller Duo sammelte im Anschluss für ihr Hilfsprojekt in Afrika und dafür gab es einen Extraapplaus.

Das Koller Duo – Singen macht Spaß

Am Samstag war das Kolpinghaus fest in der Hand tanzwütiger Faschingsfreunde. Die Kolpingsfamilie hatte zum Faschingsball eingeladen und viele waren der Einladung gefolgt. Heuer gab es weniger Maschkerer, aber diese waren mit viel Fantasie und aufwändig gearbeitet. Das Duo Torries hatte eine Menge Musik dabei und sorgte für ein stets volle Tanzfläche. Es wurde geschunkelt, mitgesungen und eine lange Polonäiseschlange wand sich durch den Saal.

Ein immer wieder mit Spannung erwarteter Höhepunkt des Balles war der Auftritt der Faschingsgarde mit ihren Prinzenpaar. Es fiel gleich auf, dass sich die Garde stark verjüngt hatte. Heuer gaben sich ihre Lieblichkeit Prinzessin Lilly I und seine Tollität Fabina I, die Ehre und tanzten einen wunderschönen Prinzenwalzer. Der zweite Auftritt war ganz im Zeichen des fetzingen Rock’n Roll. Die Faschingsgesellschaft wurde mit viel Applaus verabschiedet und für nächstes Jahr eingeladen.

Neu war in diesem Jahr die Bar im Saal. Kleine feine Drinks wurden angeboten und dafür musste keiner den Saal verlassen. Gegen ein Uhr ging der offizielle Teil zu Ende. Aber damit nicht genug, am Sonntag, 7. Februar von 14 Uhr bis 16 Uhr sind die kleinen Maschkerer zum Kinderfasching ins Kolpinghaus eingeladen.

„Staad“ wurd’s im Saal des Kolpinghaus, Kerzen leuchteten auf den stimmungsvoll dekorierten Tischen, die auch heuer wieder von Maria Reitmeier gestaltet wurden. Die vielen Zuhörer waren voller Vorfreude auf eine Stunde besinnlicher Vorbereitung auf das Fest der Feste. Die Kolpingsfamilie Cham hatte am Montag zur Sitzweil mit Bene Weber und dem „Hoamatland Zwogsang“, das sind Erwin Breu (Gitarre) und Hans Neumaier (Zither) eingeladen. Anstelle einer internen Weihnachtsfeier wollten die Mitglieder allen eine Freude machen, die sich auf Weihnachten einstimmen wollten.

Einstimmen ohne „White Christmas“ aus der Dose, sondern mit Liedern aus dem Bayerischen Wald, die auch schon vor vielen Jahren gesungen wurden. Musik die von Herzen kommt und zu Herzen geht. Bene Weber las das bayerische Weihnachtsevangelium „Wia d’Weinachtgschicht worn is“. Schon damals gab es Stress, wenn man von der Suche nach der Herberge der „heiligen Familie“ hört. Hochschwanger und dann nur einen Platz im Stall – und dann ist es das Ereignis, geworden, das die ganze Welt veränderte. Gerade im Oberpfälzer Dialekt beginnt die Weihnachtsgeschichte zu leben. „Weihnachten nicht nur an sich selbst denken“ – eine Botschaft, der die Zuhörer gerne folgten, als ein Nikolausstrumpf die Runde machte, wurde eine stattliche Summe hineingelegt. Diese ging ohne Abzug an die Kinderkrebshilfe Cham. Dr. Stefanie Kassecker nahm die Spende von 450 Euro dankend an und erklärte den Anwesenden, die Zielsetzung der Einrichtung und wie viel Freude die Spende den Kindern machen wird und wie damit ihr Leben mit der schweren Krankheit etwas erleichtert werden kann..
„Jetzt kann Weihnachten kommen“ waren sich am Ende der Sitzweil alle einig.

Im Bild: (li) Stefanie Kassecker, Bene Weber und Gabriele Dahlmann bei der Spendenübergabe.

Kaplan Alexander Dyadychenkos Heimatland ist die Ukraine. Seit 13 Jahren lebt und arbeitet er in Deutschland. Die Kolpingfamilie Cham stellte ihm die Frage nach dem Glauben in seiner Heimat. Viele Interessierte aus den Chamer Pfarreien kamen zum Themenabend ins Kolpinghaus und waren über die Vielfalt der Glaubenslandschaft in der Ukraine erstaunt. Kaplan Alexander Dyadychenko zeigte mit vielen Bildern und auch einer Kostprobe eines liturgischen Gesangs einen Einblick über „Glauben in der Ukraine“. Dieses große Land wurde im Jahre 988 christianisiert. Die Legende erzählt, dass Fürst Vladimier I, Großfürst der Rus, Botschafter ausschickte um die freundlichste Religion zu finden. Die Juden – die Beschneidung, Islam – kein Alkohol, beide waren nicht nach seiner Vorstellung, die byzantinisch katholische Richtung gefiel ihm – viel Gold, schöne Gesänge. Von der Legende abgesehen, war es eine politische Entscheidung. Der Goldene Weg führte von Byzanz über die Ukraine – da war viel Geld zu machen. Auch heiratete der Fürst die Tochter von Fürst Basileios II und nun gehörte die Ukraine mit dem christlichen Glauben zu den zivilisierten Völkern! Heute ist der Islam die größte Minderheit, die in erster Linie auf der Halbinsel Krim zu finden ist. Selbst jetzt mit der separatistischen Übernahme leben die Religionen friedlich zusammen, wie seit alten Zeiten. 50 – 66 Prozent sind römisch-katholisch, 66 Prozent Orthodox.

Die Katholische Kirche praktiziert nach byzantinischen und lateinischem Ritus. Es gibt die römisch-katholische und die griechisch-katholische Kirche. Wenn von Ökumene gesprochen wird, dann findet sie zwischen diesen beiden Kirchen statt. Glasnost und Perestroika läuteten in den späten 80ern auch ein neues Zeitalter für religiöse Gemeinschaften ein.

Die Riten der griechisch-katholischen Kirche sind für Westeuropäer gewöhnungsbedürftig. Es wird in den Gottesdiensten gestanden, die Eucharistiefeier dauert zwei bis drei Stunden. Die Osternacht sogar bis zu sechs Stunden. Die Farbe „rot“ ist die Farbe der Freude. Die Priester sind entweder Mönche oder verheiratet. Interessant ist dabei, dass die Eucharistiefeier nur Sonntags gefeiert wird und die verheirateten Priester einen Tag zuvor und einen Tag danach nicht mit ihrer Frau schlafen dürfen. Pfarreien können gekauft werden und die Einnahmen erwirtschaftet der Priester durch Taufen, Hochzeiten und so weiter, aber auch in Naturalien. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der Priesterehefrau. Wie Dyadychenko sagte „Mit der muss man sich gutstellen!“ Es gibt reine Frauen- und Männerseiten in den Kirchen. Die Gläubigen sind nicht mit in die Gebete und Gesänge eingebunden – das ist Sache der Priester und Chöre. Die Kirchen sind gut besucht, aber oft ist viel Wechsel – manche beten nur zum Heiligen und verlassen danach die Kirche. Nach diesem interessanten Vortrag dankte Gabriele Dahlmann mit einem echten Kolpingsekt dem Kaplan für den informativen Abend.

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li: Gabriele Dahlmann, Alexander Dyadychenko und Präses Stadtpfarrer Dieter Zinecker