Liebe Gläubige,

gerade haben wir noch Erntedank gefeiert, bald schon ist es das Kirchweihfest. Feste, die wir hier voller Lebensfreude begehen und die auch viel mit Genuss zu tun haben. Denken Sie nur an die üppigen Erntedankaltäre oder auch an die traditionellen Gerichte, die es zu Kirchweih gibt. Nicht selten spielt da zum Mittagstisch in den Wirtschaften sogar die „Musi auf“. Der Oktober ist ein letztes Aufbäumen des Lebens, aber auch der Natur, bevor wir in den dunklen, grauen November starten. Lassen wir uns also doch ganz und gar ein auf dieses Aufbäumen, genießen wir alles, was uns dieser Monat so bietet. Und erkennen, vor allem wenn wir uns in der Natur bewegen, wie wunderbar Gott alles für uns bereitet hat.

Gerade der Anblick der roten, gelben, manchmal sogar goldenen Blätter, der letzten Rosen und Blumen, die noch blühen, darf uns ruhig mit großer Dankbarkeit und Demut erfüllen. In den rauschenden Farben können wir das Göttliche erkennen – wenn unsere Augen und unser Herz offen sind dafür. Aber auch in der Sinnlichkeit des leiblichen Genusses, in den reifen Früchten, dem guten Wein und all dem, was die Erde uns gibt, ist Gott. Denn er will, dass es uns gut geht. Er will, dass wir unser Leben gut leben. Aber er will auch, dass wir uns dessen bewusst sind und ihn vor lauter Lebensfreude nicht vergessen. Und daher: tauchen Sie ein in den goldenen Oktober in großer Dankbarkeit für Gottes Gaben, für sein wunderbares Werk und für seine uneingeschränkte Liebe zu uns.

Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.

Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen.

Die Zweig‘ und Äste durch mit frohem Rauschen,
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebet
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.
(Friedrich Hölderlin)

P. Jim John OCarm
Pfarrvikar

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