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„Absprung vom Karussell Tod“
Wilhelm Wilms

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrangehörige!

Wir können Ostern feiern! Vielleicht nicht so, wie wir es uns wünschen, mit vielen Besuchen, eng gedrängt in der Kirche, mit unbeschwerter Freude, Händedrücken und Umarmung. Aber wir feiern es mit Überzeugung, mit dem Wissen um den Sinn dieser Tage, mit einer inneren Freude:

„Gott / wir sind auf dem karussell unserer logik wahnsinnig geworden … immer im kreis … immer in uns selbst … ostern ist denken übers denken hinaus / ostern ist der aufstand gegen das bloß gedachte / ostern ist absprung vom karussell tod … auferstehung / ein unmögliches wort / gott / aber wir sagen es dennoch / auf wiedersehen / allen / die der tod verwandelt hat“
(Wilhelm Willms, der geerdete Himmel. wiederbelebungsversuche Kevelaer, 10.20)

Der Tod ist nicht abgeschafft, es gibt so viel Sterben mitten im Leben, so viele sind nicht mehr da und fehlen uns. Aber unser Leben hat eine Perspektive: Es gibt etwas jenseits vom dem, was wir unmittelbar überblicken können: Einer ist abgesprungen vom ewig sich drehenden Karussell: Hinübergesprungen in eine neue Wirklichkeit. Darauf können wir hoffen, es glauben, es erahnen.
„Doch über allem strahlt ein Lachen / An Dich zu denken / Wie gut das tut / Ist diese Freude in der Trauer … die Botschaft, die Du sendest / Ich wart auf dich / du wirst schon seh`n …! (Ralf Huning)

Das ist unser österlicher Glaube: Es gibt etwas über unser begrenztes Dasein hinaus, da wartet einer auf uns, welch eine Freude.

Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Ihre
Dieter Zinecker, Pfarrer
mit P. Jim, Pfarrvikar, und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Auferstehungs-Andacht

Gl 675,4 Die Auferstehung Jesu ist die Mitte unseres Glaubens.

Vesper in der Osterzeit

Gl 642,4 Christus ist unser Osterlamm
Gl 643 + 644 Danket dem Herrn, denn er ist gütig

Lieder – Osterzeit

Gl 328 Gelobt sei Gott im höchsten Thron
Gl 329 Das ist der Tag, den Gott gemacht
Gl 334 O Licht der wunderbaren Nacht
Gl 790 Halleluja lasst uns singen

Was für ein Fest!

Das ist das Fest, das uns stärkt mit der Strahlkraft des auferstandenen Christus.
Das ist das Fest, das uns blüht, wie die wahre Freude der aus dem Tod Erlösten.
Das ist das Fest, das uns lockt wie der knospende Frühling in der neuen Schöpfung.
Das ist das Fest, das uns einlädt an den gedeckten Tisch der Sehnsucht und des brennenden Herzens.
Das ist das Fest, das uns führt in die weiten Räume des unzerstörbaren Lebens.
(Paul Weismantel, Fastenkalender 2020, 12.4.2020)

Singt, ihr Christen

Kv: Singt, ihr Christen, singt dem Herrn: Halleluja, Halleluja, Halleluja!
1.) Weihet dem Osterlamm, Christen, Gesänge des Lobes! Das Lamm erlöste die Schafe; Christus, der ohne Schuld, versöhnte die schuldige Welt mit dem Vater.
2.) Tod und Leben stritten im Kampf wie nie einer war; der Fürst des Lebens erlag dem Tod; zum Leben erstanden, triumphiert er als König.
3.) Maria, sage uns an: Was hast du auf dem Wege gesehn? Ich sah das Grab, und Christus sah ich, der lebt. In seiner Klarheit sah ich den erstandenen Herrn.
4.) Ich sah das Tuch und die Linnen und sah die Engel, die sagten mir sichere Kunde. Ja, auferstanden ist Christus, er, meine Hoffnung. Nach Galiläa geht er den Seinen voran.
5.) Wir wissen: erstanden ist Christus, wahrhaft erstanden vom Tod. Du Sieger, du unser König, erbarme dich unserer Not.
Amen, Halleluja
Altes Gotteslob Nr. 217

Wenn das einer könnte

„Friede sei mit euch! Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite“ (Joh 20,19f.)
seine Narben zeigen, / seine Wunden, das Blut
noch nicht getrocknet
und nicht fluchen / nicht richten
wenn das einer könnte
die Reihe wäre an ihm / den Himmel auszugraben
die vergessenen Toten
Wilhelm Bruners, Verabschiede die Nacht, Klens-Verlag, S. 74

ostern III

einmal werden / die steine leicht
auf unseren gräbern / liegen
und leicht / werden wir uns erheben / aus dem staub und
über schwellen gehen / mit flügelschritt
ein wind wird uns / forttragen in den kreis / der wartenden und
brot und wein gehen / von mund zu mund
Wilhelm Bruners, Niemandsland Gott, Tyrolia-Verlag, S. 75

Mit Osteraugen sehen

Gott, mit Osteraugen wollen wir unsere Welt sehen.
Du hast uns eine neue Brille geschenkt, damit wir auf die Welt blicken im Licht der Auferstehung deines Sohnes.
Jedes Jahr lässt du die Erde neu aufblühen und in frischem Grün erstrahlen. Uns Menschen hast du in deine Schöpfung gestellt und sie uns übergeben. Wir können die Welt gestalten und in Achtung voreinander und in Liebe miteinander verbunden leben.
Deinen Sohn hast du gesandt: Er ist uns Menschen zugetan. Er hat das geknickte Rohr nicht gebrochen und den glimmenden Docht nicht ausgelöscht.
Für uns hat er getragen und ertragen, was ihm bestimmt war: Das Kreuz hat er angenommen, um mit uns Menschen das Leid zu teilen. Er trägt es mit uns und für uns und uns voran.
Im Licht des Ostermorgens hast du ihn auferweckt: Das Grab ist leer, der Held erwacht. Die Hoffnung auf ein neues Leben hast du uns ins Herz gepflanzt.
Lass uns leben als Kinder des Lichts, als Kinder des Neuen Bundes, den er gestiftet hat, in der Zuversicht, dass nichts uns trennen kann von dir, Gott: Der du das erste und letzte Wort sprichst: Werde, lebe – und höre nicht auf damit.
(nach Gedanken von Michael Johannes Schindler, in: Gottes Volk. Bibel und Liturgie im Leben der Gemeinde 4/2018, S. 22)

Du bist im Weiten nah

Wo sind sie, Herr, die Engel des Lichts, die uns sagen, wo du uns erwartest, ganz anderswo als hier, wo wir dich begruben.
So wie wir den Stein vor dein Grab wälzten, so sind unsere Herzen verriegelt mit doppeltem Türschloss.
Ganz wie Maria Magdalena wollen wir dich festhalten, wir sperren dich weg in Kirche, flanieren durch die Straßen, und jammern in der Verlorenheit, du habest uns verlassen.
Und doch fort und fort in der Öde des Gewühls, im Augenglanz eines Sterbenden, in der Wonne der Liebenden, in der Lieblichkeit des Frühlings, im Aufwogen unseres Blutes, im Teilen mit den Bedürftigen ist dein Auferstehn.
Alleluja, du Auferstehender, unsern Gräbern entronnen, du bist im Weiten, weit von uns, irgendwo – und erschreckend nah … o Auferstehung heute.
aus der französischen Zeitung „Prier“

Wir sind Kinder des achten Tags

(Th. Wilder, Wir Kinder des achten Schöpfungstags, Deutsch 1986, S. 23)

Liebe Kirchenbesucher, liebe Gläubige,

erscheint uns diese Fastenzeit nun nicht das zweite Jahr in Folge als besonders entbehrungsreich und trübe? Nicht nur, dass wir selber in irgendeiner Form etwas entsagen sollen, nein, auch von außen müssen wir uns in Verzicht üben: Verzicht auf Kontakte, Verzicht auf Ausgehen und so weiter. Das kann uns betrüben und uns in eine gewisse Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit versetzen. Dabei kann uns die Fastenzeit doch eher das Gegenteil vermitteln, wenn wir unsere Augen weg von der Trübsal wenden und auf die Zukunft, auf das nahende Osterfest blicken.

Wie wäre es denn, wenn wir die Fastenzeit als eine Zeit sehen, in der wir uns von allem Negativen und Hoffnungslosem abwenden und uns unserer Hoffnung, unserer Freude, unserer Stärke und unserem Licht zuwenden? Sicherlich fällt uns das nicht immer leicht. Aber gerade weil es so schwer ist (und dadurch durchaus ein Fastenopfer sein kann), ist es für uns so fruchtbar.

Entsagen wir unserer Gewohnheit, erst einmal nach dem Negativen zu schauen und dieses vielleicht noch Überhand gewinnen lassen. Versuchen wir vielmehr das Positive zu entdecken und uns davon tragen zu lassen. Denn letztendlich ist es doch genau das, was Ostern uns vermitteln will: weg von der Perspektivlosigkeit des Todes hin zu der Hoffnung auf das ewige Leben. Wenn uns solch ein Negativfasten gelingt und wir uns stattdessen mehr dem Positiven und Hoffnungsvollen öffnen können, dann sind wir Ostern ein ganzes Stück näher gekommen. Denn das Göttliche ist mühelos. Es liegt im Heil eine Leichtigkeit, die für uns schwieriger ist als alle unsere Anstrengungen. ( Simone Weil)

Wir möchten Ihnen für die Wochen bis Ostern eine weiterhin gute, hoffnungsvolle Fastenzeit wünschen.

Ihr
P. Jim, Pfarrvikar
mit Dieter Zinecker, Pfarrer und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Himmelsleitern

aufgerichtet – ausgerichtet
leichtfüßig – filigran
verankert im Boden – verwurzelt im Himmel
in der Schwebe gehalten
von unsichtbarer Hand
wie ein Tanz
wie eine Einladung zur Leichtigkeit:
Wenn der Alltag die Augen nach unten zieht, dann locken Himmelsleitern nach oben.
Sie sagen: heb den müden erdenschweren Blick zum Licht,
in den offenen Himmel.
Wag den Schritt auf die schwebende Leiter und
vertraue, dass sie trägt.
(Dr. Elisabeth T. Winter)

Gebet

1. Herr Jesus Christus,
Du hast 40 Tage in der Wüste gefastet und allen Versuchungen des Teufels standgehalten. Gib auch mir in diesen Tagen der österlichen Buß- und Fastenzeit die nötige Kraft alle Vorsätze umzusetzen.
Schenke mir Standhaftigkeit und die rechte Gesinnung zur Umkehr.
Lass mich erkennen, wo ich an mir arbeiten kann und hilf mir dabei mich im Verzicht auf lieb gewonnene Dinge einzuüben.
Amen.

2. Lass mich verzichten,
wo es nur geht,
damit mein Denken
neu entsteht.
Lehr mich, dass du
der Kraftquell bist,
lehr mich, weil das
so wichtig ist.
Sind Bauch und Kopf
und Herz vereint,
dann weiß ich, was
Auferstehung meint.
Amen.

3. Nun ist es wieder Zeit
zu beten und zu fasten,
ich mache mich bereit,
die Seele zu entlasten.
Bei dir Gott finde ich,
was mich lebendig macht,
durch Fasten nehme ich
auf meine Seele acht.
Mein Gott, du schenkst mir Mut,
und gibst mir neue Kraft,
Verzichten tut mir gut,
weil es neue Kräfte schafft.
Amen.

4. Gott,
Du weißt, wer ich hinter all meinen Masken bin.
Vor dir kann ich mich nicht verstecken.
Du verstehst meine Gedanken und Gefühle,
die ich vor anderen verberge.
Wo immer ich bin, was ich tue, du weißt es.
Deine Liebe hat mich von Anfang an wahrgenommen.
Amen.

(Unbekannter Verfasser)

Aus dem Gotteslob

Lieder

GL 267 O Mensch, bewein dein Sünde groß
GL 268 Erbarme dich
GL 269 Du Sonne der Gerechtigkeit
GL 271 O Herr, aus tiefer Klage
GL 272 Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
GL 273 O Herr, nimm unsre Schuld
GL 283 Aus der Tiefe rufe ich zu dir
GL 358 Ich will dich lieben
GL 435 Herr ich bin dein Eigentum
GL 437 Meine engen Grenzen
GL 439 Erhör, mein Gott, mein Flehen
GL 440 Hilf Herr meines Lebens
GL 446 Lass uns in deinem Namen

Kreuzwegandacht

GL 683-684

Laudes

GL 623

Vesper

GL 637-640

Fürbitten

Das letzte Jahr hat manches auf den Kopf gestellt, vielen Menschen Angst und Sorgen gemacht, ihnen Krankheit, Einsamkeit, Not und Trauer gebracht. Das alles bringe ich dir – und bete:
Herr, erbarme dich, erbarm dich unser, erbarme dich unserer Zeit.

1. So bringe ich dir jetzt die Menschen, die mir wichtig sind, mit denen ich mein Leben teile, die, für die ich dir danke sagen möchte, und die, um die ich mir Sorgen mache.
2. Ich bringe dir auch mich selber, sage dir Dank für das, was ich an Schönem erlebt habe und erleben darf.
3. Ich sage dir auch, was mich belastet, worüber ich mich ärgere, was mir wehtut, was ich alleine nicht schaffe …
4. Ich bringe dir unsere Nöte, die durch diese Pandemie ausgelöst sind: die Kranken, die Verstorbenen, ihre Familien – alle, die bis zur Erschöpfung gearbeitet haben und arbeiten, alle, die um ihre Existenz fürchten, alle, die um unsere Zukunft kämpfen …
5. Ich bringe dir, was mir am meisten am Herzen liegt: …

Das alles lege ich in deine Hand und bitte dich: Lass mich deine Nähe spüren. Komm mir, komm uns mit deiner Kraft zu Hilfe. Mit dir und durch dich können wir leben. Komm und bleib und wohne bei uns. Amen.

Gebet der Öffnung

Herr, öffne meine Augen, damit ich nicht blind bleibe für deine Gegenwart in dieser Welt.
Herr, öffne meine Ohren, damit ich dein Wort vernehme in den Worten der Bibel und in den Worten der Menschen.
Herr, öffne meine Nase, damit ich deinen Wohlgeruch wahrnehme und den Duft aller Dinge empfange.
Herr, öffne mein Herz, damit deine Gegenwart es erfülle und das Feuer deines Geistes es entzünde.
Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde und ich anderen Menschen weitersage, was ich von Dir erfahren habe.
Herr, öffne mein ganzes Gesicht, damit ich Dir zugewandt lebe und allen Menschen offen begegne.
Herr, öffne meine Hände, damit ich die Fülle des Lebens fasse und reich bin im Geben.

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

eine Legende erzählt, wie sich ein Mann bei Gott beschwert, dass das Kreuz, das er zu tragen hätte, für ihn nicht passt. Gott gibt ihm deshalb die Gelegenheit, sein Kreuz gegen ein anderes auszutauschen. Doch das eine ist zu groß, das andere zu schwer, das andere zu spitz. Als er alle Kreuze durchprobiert hat, findet er eines, das weder zu groß, noch zu klein, noch zu schwer ist. Und er merkt: Es ist genau das, das Gott für ihn von Anfang an vorsehen hat.

Wir sagen: Jeder Mensch hat sein Kreuz zu tragen. Und trotzdem scheinen uns manche Kreuze, die uns im Leben auferlegt werden, zu schwer.

In der Fastenzeit lenken wir Christen daher den Blick auf Jesus und seinen Weg mit dem Kreuz. Auch er hat Mutlosigkeit und tiefe Erschöpfung, aber auch Mitleid und konkrete Hilfe erlebt. In Jesu Kreuzweg spiegeln sich Erfahrungen unseres eigenen Lebensweges.

Jesus hat uns gezeigt: Der Weg ist zu schaffen. Lassen wir uns daher von Jesus für unser eigenes Leben ermutigen und vertrauen wir darauf: Jesus geht mit uns!

Herzliche Grüße
Michaela Maier, GR, Dieter Zinecker, Pfr., Pater Jim, Pfarrvikar

Texte aus dem Gotteslob

Lieder

266 Bekehre mich
270 Kreuz auf das ich schaue
282 Beim letzten Abenmahle
289 O Haupt voll Blut und Wunden
461 Mir nach, spricht Christus
779 Sag ja zu mir

Andachten

563 Litanei vom Leiden Jesu
933 Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu
934 Der Kreuzweg

Psalmen

33 Herr, unser Herrscher
34 Herr, wer darf Gast sein
38 Der Herr ist mein Licht
41 Ich bin arm … der Herr aber sorgt für mich
50 Unsere Tage zu zählen

Allgemeine Gebete
4 Rosenkranz: Die schmerzhaften Geheimnisse
5 Gebet vor dem Kreuz
6 Vor Gottes Angesicht

Andacht zu den sieben Worten Jesu am Kreuz

1. Station: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Die Bibel erzählt:
Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Pilatus erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Sie aber schrien noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! (Mt 27,22-24)

Meditation:
Am Pranger stehen.
Alle Augen sind auf ihn gerichtet.
Das Urteil ist längst gefällt – bevor es fällt.

Und andere?
Sie waschen ihre Hände in Unschuld.
Sie wollen nichts damit zu tun haben.
Sie sagen: Ich hab nur das getan, was von mir erwartet wurde.

Auf welcher Seite stehe ich? – KURZE STILLE –

Gebet zum gegeißelten Heiland
Jesus Christus,
mein Herr und mein Gott!
Du stehst vor mir – zerschlagen und zerschunden,
gegeißelt und mit Dornen gekrönt.
Ohnmächtig erscheint der starke Gott,
verspottet der Heilige.
Rauer Gewalt stellst Du
Deine Liebe und Hingabe entgegen.
Wer Mitleid hat mit Dir, dem gegeißelten Heiland,
wer seine Sünden beim Anblick Deines Leidens bereut,
wird Deine Vergebung erfahren,
Deine Gnade und Liebe erleben.
Aber auch als Bittender bin ich zu Dir gekommen.
Du hast, o Herr, als Gott und Mensch
Schmerzen und Leiden im Übermaß erfahren
und aus Barmherzigkeit für uns erlitten.
Ich bitte Dich mit großem Vertrauen:
schau auf mich in meiner Not und nimm Dich meiner an.
Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Homepage Bistum Augsburg)

2. Station: Ich bin durstig!

Einer christlichen Legende nach sieht eine Frau namens Veronika Jesus auf seinem Weg mit dem Kreuz. Sie hat Mitleid mit Jesus. Sie gibt ihm ein Tuch, damit er sein verschwitztes Gesicht abtrocknen kann.

Gebet:
Herr Jesus Christus,
du hast in Veronika
einen Menschen gefunden,
der für dich in allergrößter Not da war.
Veronika hat gesehen, was du brauchst.

Jesus,
lass auch mich erfahren,
dass andere für mich da sind, wenn ich sie brauche.
Jesus,
lass auch mich sehen,
wenn andere am Ende ihrer Kräfte sind.
Lass auch mich sehen,
wo meine Hilfe gebraucht wird.
Schenke mir dazu die nötige Kraft
und die richtigen Worte.

Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Gebet: Michaela Maier)

3. Station: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Die Bibel erzählt:
Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. (Joh 19,23-24)

Meditation:
Der Kleider beraubt. – Unwürdig.
Vor anderen nackt dastehen. – Aller Ehre beraubt.
Alle Augen sind auf ihn gerichtet. – Peinlich. – KURZE STILLE –

Gebet:
Herr Jesus Christus,
du weißt um uns.
Du weißt, wie es ist,
wenn andere einen bloß stellen.
Du weißt, wie es ist,
wenn andere schonungslos auf meine Schwachstellen zeigen.
Du weißt, wie es ist,
wenn scheinbar alles wegbricht,
wenn man völlig allein da steht,
wenn alle einem verlassen.
Herr, ich bitte dich:
Lass mich dann nicht den Lebensmut verlieren.
Lass mich spüren: Du bist für mich da.
Lass mich spüren: Du gehst mit mir.
Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Gebet: Michaela Maier)

4. Station: Dies ist dein Sohn – dies ist deine Mutter

Die Bibel erzählt:
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! (Joh 19,25-27)

Gebet:
Herr Jesus Christus,
du hast unterm Kreuz auf deine Mutter geschaut.
Sie hat dich geboren.
Sie hat dich aufgezogen.
Sie hat immer auf dich geschaut.
Sie musste es mit ansehen und aushalten,
wie dein Lebensweg auf Erden zu Ende geht.
In deinem eigenen Leiden hast du an deine Mutter gedacht.
Du hast ihr eine neue Lebensaufgabe gegeben.

Herr Jesus,
sei du bei mir,
wenn mich das Leben vor neue Aufgaben stellt.
Begleite mich,
wenn diese Aufgaben zu schwer erscheinen.
Halte mich,
wenn ich an diesen Aufgaben zu scheitern drohe.

Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Gebet: Michaela Maier)

5. Station: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Die Bibel erzählt:
Mit Jesus werden noch zwei andere Männer gekreuzigt. Einer der beiden sagt über sich: „Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten;…“ Über Jesus sagt er: …“dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. (Lk 23,41-43)

Gebet:
Herr Jesus Christus,
im Warten auf das Sterben
hast du über die Grenze des Todes hinausgeschaut.
In dem Moment, wo alles zu Ende schien,
hast du schon etwas Neues gesehen.

Herr Jesus,
lass uns nie den Mut verlieren,
wenn Pläne, Beziehungen, Hoffnungen sich zerschlagen.
Schenke uns offen Ohren,
schenke uns offene Augen,
und schenke uns ein offenes Herz für jeden Neuanfang.
Im Vertrauen auf dich bitten wir:

Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Gebet: Michaela Maier)

6. Station: Es ist vollbracht.

Die Bibel erzählt:
Kurz bevor Jesus stirbt sagt er: „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)
Jesu Weg auf der Erde ist zu Ende.

Gebet:
Herr Jesus,
immer wieder sterben Menschen, die wir gern haben.
Es sterben Menschen, die wir lieben.
Lass uns in unserer Trauer nicht vergessen,
dass es bei Gott ein Danach gibt.
Dass es einen Ort gibt,
an dem es keine Trauer, keine Angst und keine Schmerzen gibt.
In der Hoffnung auf das Ewige Leben bitten wir für uns und für andere:

Heiliger Gott!
Heiliger, starker Gott!
Heiliger, unsterblicher Gott,
erbarme Dich meiner!
Amen.
(Gebet: Michaela Maier)

7. Station: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.

Die Bibel erzählt:
Es war schon um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach – bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus. (Lk 23,44-46)

Gebet:
Gott erfülle mich mit Deiner Liebe
und wecke in mir Vertrauen in Deine Führung.
Sende mir Deinen Geist und Dein Licht.
Mache hell meine Wege und klar meine Augen,
damit sie den Weg sehen,
den Du mit mir gehen willst.

Nimm mich an Deine Hand,
führe, begleite mich und gebe mir Halt.
Sei Licht meinem Fuße,
damit ich Schritt für Schritt den Weg erkenne.

Schenke mir Geduld, Ausdauer und Gelassenheit,
damit ich auch auf schweren und dunklen Strecken
nicht strauchle und nicht zu Boden stürze.
Bleibe stets an meiner Seite,
selbst dann, wenn ich Deine Hand nicht spüre.

Schenke mir Deine Gnade und Kraft,
damit ich erkenne oder zumindest erahne,
dass Du es gut mit mir meinst
und Du nur mein Heil willst.
Lass mich dabei Deine Liebe und Güte spüren.

Pflanze in mir Hoffnung und Zuversicht,
dass ich meinen Weg mit Deiner Hilfe schaffe.
Sei mit Deinem Segen alle Zeit um mich herum
und bewahre mich vor allem Unheil.

Sende auch Deine Engel aus,
dass sie die Menschen begleiten und beschützen,
die ich lieb habe, und die mir nahe stehen.

(Heinz Pangels, 05/2003)

„Entdecke das Neuland in deinem Leben“

Judith Lurweg / Klaus Vellguth

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrangehörige!

Jetzt haben wir schon keinen Fasching mit den üblichen Feiern, mit geselligen und frohen Stunden verbringen können – und jetzt kommt auch noch die Fastenzeit: Darüber steht ja ganz groß der Aufruf: Lebe einfacher, schränk dich ein, werde stiller, höre hin und teile, was du hast, mit den Menschen in Not. – Ist das nicht zuviel der Einschränkungen in so kurzer Zeit?

„Aufbruch ins Neuland klingt so gar nicht nach Fastenzeit.
Heißt Fastenzeit nicht Zeit der Umkehr? Zeit der inneren Einkehr? Zeit der Buße?
Aufbruch ins Neuland kann genau das alles sein.
Umkehr: Die falschen Wege verlassen. Einkehr: Das Neuland in mir entdecken. Buße: Aufbruch in ein neues Miteinander.
Entdecke das Neuland in deinem Leben.“
(Judith Lurweg/Klaus Vellguth, in: Fastenzeit – Aufbruch ins Neuland, Verlag Herder, Freiburg 2021)

Die Wochen vor uns sind wirklich ein Aufruf: Mach dich auf Entdeckungsreise: Was kommt dabei raus, wenn Du überlegst, was ein gutes neues Ziel für dich ist, wie Du Deinen Tag gestalten willst? Was verändert das, wenn Du betest und dabei überlegst, wie Beten und Handeln zusammenpassen können? Das Eine entschieden tun, das Andere abstellen. Am schwierigsten, aber auch am wirkungsvollsten ist, wenn ich darüber nachdenke, wie ich zu einem guten (oder besseren) Miteinander mit den Menschen um mich herum kommen kann.

Da liegt viel Neuland vor mir: Gönnen wir uns die Zeit, nutzen wir sie, geben wir uns nicht mit weniger zufrieden. Wir können uns von den Einschränkungen befreien, die wir selber aufbauen.

Alles Gute dabei:
Ihre Dieter Zinecker, Pfarrer mit P. Jim, Pfarrvikar, und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Neuausrichtung des Lebens

Gl 9,7 Ich bin da vor dir, mein Gott … (Erich Guntli)
Gl 22,2 Guter Gott, schenke der Kirche deinen Segen

Den rechten Weg gehen

Gl 31,1+2 Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt
Gl 39,1+2 Meide das Böse und tu das Gute

Andacht „Umkehr und Buße“

Gl 677,1 Er ebnet den Weg für einen Neuanfang

Lieder – Fastenzeit

Gl 266 Bekehre uns, vergib die Sünde
Gl 275 Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet
Gl 440 Hilf, Herr meines Lebens
Gl 470 Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht

Ist das ein Fasten …?

– sich selber ernst, aber nicht zu wichtig zu nehmen
– etwas gut sein lassen, ohne wenn und aber
– die Kunst verstehen, Freude zu wecken
– einfach öfter den Mund halten
– den eigenen Perfektionismus beurlauben
– nicht ständig das letzte Wort haben müssen
– das grimmige Gesicht abschminken
– den Unmut humorvoll überwinden
– den inneren Schweinehund überlisten
– das rechte Maß im Auge behalten
– die passenden Worte wählen
– den richtigen Ton finden
– sich trauen, Hemmschwellen zu überwinden
– empfindsam, aber nicht überempfindlich sein
– andere und sich selbst mehr loben als tadeln
– kritische Fragen zulassen
– eigene Fehler nicht überspielen
– öfter staunen und sich wundern
– mit sich selbst und dem Nächsten Geduld üben
– wertschätzend und wohlwollend sein
– langsam, leise und liebevoll leben

(Paul Weismantel, Fastenkalender 2020)

Verzeihen üben

Verzeihen und versöhnen. Ganz konkret in alltäglichen Kleinigkeiten und bei denen, mit denen ich arbeite, die um mich sind, für die ich Verantwortung trage, die nah oder fern zu mir gehören als Fremde, Freunde oder Familie. Verzeihen und um Verzeihung bitten: für gereizte Stimmung, ein unbedachtes Wort, die Unausgeglichenheit, Antriebslosigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit, Rückzugstendenzen, ungebührliche Gedanken – und alles, was sich so eingestellt hat. Heute können wir damit anfangen, wenn wir es nicht schon versuchen.

Bf. Georg Bätzing, Vorsitzender der dt. Bischofskonferenz,
Aus der Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART (Nr. 7/2021, Freiburg i. Br., www.christ-in-der-gegenwart.de)

Gebet um Veränderung

Gott, du hast deinen Bund mit uns Menschen geschlossen. Du hast Menschen herausgeführt aus Abhängigkeiten und Zwängen.
Du willst auch für unsere Zeit, dass wir in Freiheit leben können.
Schreibe heute neu deine Botschaft in unsere Herzen.
Lass sie zum Samenkorn werden, das in uns keimt und wächst.
Dann können wir Veränderung wagen und anders, neu, gerecht in dem Haus leben, das du uns mit allen Menschen zur Heimat gegeben hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Amen.

MISEREOR Fastenaktion 2021, Liturgische Bausteine, S. 40

Es geht! Anders.

Nein / Nicht jetzt / Nicht ich / Nein, es geht nicht.
Es geht! Anders.
Zuerst die Anderen / Die da oben / Die Mächtigen / Die Wirtschaft
Es geht! Anders.
Es ist doch gut so. / Wer weiß, ob es anders besser ist. / Die vielen Stimmen … / Die vielen Meinungen …
Es geht! Anders.
Es geht! Mit dir! / Es geht Schritt für Schritt.
Es geht im Miteinander.
Dein Wort in Gottes Ohr!
Es geht! Anders. / Glaub mir.
Mein Sohn hat es dir vorgelebt.

Andreas Paul,
in: MISEREOR Fastenaktion 2021, Liturgische Bausteine, S. 52

Fürbitten

Gott, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden – so sprechen wir im Vater unser. Wir bitten dich:

– Für alle, die jetzt entschlossen ihrem Leben einen neuen Anstoß geben wollen und in der Fastenzeit deinen Willen verwirklichen wollen. – Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für alle, die in eine Sackgasse geraten sind oder in einem Punkt ihres Lebens gescheitert sind. – Wir bitten dich …
– Für alle, die krank sind oder in Pflegeheimen leben. – Wir …
– Für alle, die in dieser Zeit an ihre Belastungsgrenzen kommen und oft nicht wissen, wie sie die Kraft schöpfen können, die sie brauchen. – Wir …
– Für die Menschen, die uns Gutes tun und uns ihre Zeit und ihre Zuwendung schenken. – Wir …
– Für die Kinder und Jugendlichen, deren Leben sich so stark verändert hat. – Wir …
– Für die Opfer der Corona-Pandemie, für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde, und für alle unsere Verstorbenen. – Wir …

Segne uns

Bitte, Gott, segne uns:

Segne uns, wenn uns der Mut verlässt, anderen zu helfen.
Segne uns, wenn uns die Kraft verlässt, andere zu unterstützen.
Segne uns, wenn wir blind werden für die Zerstörungen der Erde.
Segne uns, wenn es uns egal wird, was um uns herum passiert.

So segne uns der lebendige Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

MISEREOR Fastenaktion 2021, Liturgische Bausteine, S. 49

Mitgefühl

Mitgefühl, der wichtigste Bestandteil der Menschlichkeit,
ist die höchste Manifestation der menschlichen Seele.

Sudhir Kakar, in: DIE ZEIT Nr. 16/2020

Liebe Kirchenbesucher, liebe Gläubige,

Am 2. Februar feiert die Kirche das Fest „Darstellung des Herrn“, das vielerorts auch „Mariä Lichtmess“ genannt wird. Das Gesetz Mose schrieb damals Juden vor, ein Neugeborenes innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel zu bringen. Im Tempel sollte die „männliche Erstgeburt (…) dem Herrn geweiht“ werden und die Mutter sollte zur „Reinigung“ ein Schaf und eine Taube an den Priester übergeben.

Man konnte das Fest also auf zwei Möglichkeiten deuten: Mit Blick entweder auf Jesus oder seine Mutter Maria. Der alte Simeon wartete im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm wurde geweissagt, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legte, stimmte Simeon ein Loblied an, segnete die kleine Familie und weissagte Maria die Zukunft. Danach pries die Witwe Hanna Jesus.

Bereits im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem das Fest – zunächst am 14. Februar, dem 40. Tag nach dem Fest „Erscheinung des Herrn“, später dann 40 Tage nach Weihnachten, der Geburt Jesu. Es wurde bald als der erste Einzug Jesu in Jerusalem betrachtet. Aus dem Grund kam es im 7. Jahrhundert zu Lichterprozessionen. Die Gläubigen wollten Christus entgegengehen, ähnlich wie sie es aus den Evangelien kannten, wo die Menschen den erwachsenen Jesus an Palmsonntag begrüßten. Die Kerzen, mit denen die Gläubigen das Kommen Jesus in die Welt nun symbolisch begleiteten, wurden eigens zu diesem Fest geweiht.

Der Brauch der Kerzensegnung führte im Westen dazu, dass das Fest als „Maria Lichtmess“ bekannt wurde. Denn die westliche Kirche betonte lange Zeit eher die Reinigung Marias als Festinhalt. Das Marienfest war deshalb auch unter den Namen „Mariä Reinigung“ bekannt.

Erst seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es wieder als „Herrenfest“, also mit Bezug auf Jesus, gefeiert. Somit lautet der offizielle Name „Darstellung des Herrn“.

Egal, wie wir nun für uns dieses Fest nennen, wichtig ist, das wir Jesus so erkennen, wie Simeon und Hanna, dass wir uns von ihm ebenso berühren lassen und wissen: das Licht und das Heil unseres Lebens ist Jesus. Möge er Ihnen in jeder Stunde dieser schwierigen Zeit an Ihrer Seite stehen und Ihnen Kraft und Hoffnung schenken.

Ihr
P. Jim, Pfarrvikar
mit Dieter Zinecker, Pfarrer und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Ich bin wie eine kleine Kerze

Ich bin nichts als eine Kerze.
Nichts als ein kleines Licht.
Eine kleine Flamme nur bin ich.
Ausgesetzt jedem Windhauch.
Ich verzehre mich, indem ich leuchte.

Ich bin nichts als eine Kerze.
Nichts als ein kleines Licht.
Ich soll leuchten unter all denen,
die die Finsternis mehr lieben,
als das Licht.
Ich soll ein Orientierungspunkt sein für jene,
die im Dunkeln sitzen.
Ich soll einen Weg zeigen
durch die Irrwege und Abwege der Welt.

Gott, nimm mich kleines Licht in deine schützende Hand.
Lass mich zum Lichtblick werden für alle,
die nach Hoffnung suchen.
Lass mich ein Schimmer sein für die Augen der Blinden,
Wärme und Geborgenheit für jene, die auf der Straße liegen.

(Autor unbekannt)

Du bist das Licht

Gott, Du bist mein Vater, ich danke Dir, weil Du das Werk Deiner Hände nicht verachtet hast. Du hast Dein Gesicht nicht von mir gewandt.

Du bist das Licht. Du hast über die Finsternis in mir hinweggeschaut.

Du bist das wahre Leben. Du hast alles Tote in mir übersehen. Du bist der Arzt. Du hast Dich von meiner Krankheit nicht abstoßen lassen.

Du bist ewige Reinheit. Du hast meine vielen Leiden nicht verachtet. Du bist der Grenzenlose. Du hast über meine Grenzen hinweggesehen.

Du bist die Weisheit. Du hast Dich von meiner Torheit nicht abstoßen lassen.

(Katharina von Siena)

Evangelium

Lk 2, 22-40

Lobgesang des Simeon

GL 500
GL 665,3

Jesuslitanei

GL 560; GL 561

Rosenkranz: Die freudenreichen Geheimnisse

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Betlehem geboren hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Lieder

GL 95: Du Licht vom Lichte
GL 219: Mache dich auf und werde licht
GL 264, 2: du bist das Licht
GL 365 : Meine Hoffnung und meine Freude
GL 374: Volk Gottes, zünde Lichter an
GL 546: Christus, du Licht vom wahren Licht

Fürbitten

Guter Gott, wie deine Propheten Simeon und Hanna sehnen auch wir uns nach deinem Heil:

  1. Wir bitten dich für alle alten Menschen, die spüren, dass ihre Lebenszeit begrenzt ist.
  2. Wir bitten dich für alle Kinder und ihre Eltern, die in schwierigen Verhältnissen leben.
  3. Wir bitten dich für alle Menschen, die auf der Suche sind nach Sinn und Gelingen ihres Lebens sind.
  4. Wir bitten dich für alle Menschen, die schwere Wege gehen müssen.
  5. Wir bitten dich für alle Menschen, die an der Schwelle des Todes stehen, ob sie es wissen oder nicht.
  6. Wir bitten dich für alle, die du aus ihrem irdischen Leben zu dir gerufen hast. Vollende sie in deinem Licht. Heute beten wir besonders für:

Denn du, Gott, bist treu und wirst uns geben, was du verheißen hast.

Dafür danken wir dir, und darum preisen wir dich alle Tage unseres Lebens durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Amen.

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

am 25. Januar feiern wir das Fest der Bekehrung des Hl. Paulus.

Saulus, so wie Paulus zunächst hieß, war ein tief gläubiger und frommer Jude. Er versuchte, alles für seinen (jüdischen) Glauben zu tun. Doch Jesus zwingt ihn, vom „hohen Ross“ abzusteigen (Apg 9,1-22). Er holt ihn auf den Boden der Tatsachen. Als neuer Mensch mit neuem Namen, verändern sich das Leben von Paulus und seine Lebensaufgabe radikal.

Auch wir sind in diesen Zeiten gezwungen, unser Leben radikal zu verändern. Oft nicht, weil wir wollen, sondern weil es die Zeichen der Zeit erfordern. Der Blick auf den Heiligen Paulus, der vorne rechts am Hochaltar in unserer Kirche dargestellt ist, und der Blick auf Jesus können uns helfen, einen (vielleicht neuen) Weg durch unser Leben und unseren Alltag zu finden.

Gott stärke Sie mit seiner Kraft!

Herzliche Grüße
Michaela Maier, GR, Dieter Zinecker, Pfr., Pater Jim, Pfarrvikar

Texte aus dem Gotteslob

Gebete

Am Morgen (Liedtexte können gesungen oder gebetet werden.)
14,2-4 Am Morgen
81 Lobet den Herren
82 Behutsam leise
84 Morgenglanz der Ewigkeit

Am Abend (Liedtexte können gesungen oder gebetet werden.)
14,5+6 Am Abend
93 Der Mond ist aufgegangen
96 Du lässt den Tag
100 Der Lärm verebbt
667 Nachtgebet

14,7 – 18,5: Gebete für verschiedene Lebenssituationen

Stundengebet

614-616 Laudes
618-619 Morgenlob
653-654 Vesper von der Kirche
659-661 Abendlob

Psalmen

56 Freut euch: Wir sind Gottes Volk
57 Meine Seele, preise den Herrn
60 Der Herr hat uns befreit
66 Das ist der Tag, den der Herr gemacht

Litaneien

923 Jesus-Litanei
925 Heiligenlitanei

Andachten

676,6 Heilige
677,3-7 Glaube, Hoffnung, Liebe
678,4 Ehe und Familie

Rosenkranz

4 Rosenkranzgebet

Rosenkranzgeheimnisse zum Fest des Hl. Paulus

1. dessen Worte voll Macht waren
2. der die Jünger zu sich gerufen hat
3. der Saulus zu Paulus gemacht hat
4. der die Apostel zu Menschenfischern bestimmt hat
5. der die Apostel zu allen Völkern gesandt hat

Fürbitten zum 25. Januar

Bekehrung des Hl. Apostels Paulus

Herr Jesus Christus, unser Leben hat sich in den letzten Monaten sehr verändert. Wir bitten dich:

  1. Steh uns bei in allem, was uns herausfordert und was uns das Leben schwer macht. Herr, Jesus Christus.
  2. Schenke uns Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten und einen beweglichen Geist, damit wir alle Situationen unseres Lebens gut meistern können. Herr, Jesus Christus.
  3. Lass uns immer wieder das Gute in unserem Leben in den Blick nehmen und dankbar dafür sein. Herr, Jesus Christus.
  4. Mach uns so mutig, wie den Hl. Paulus, damit wir bereit sind, unsere Ansichten grundlegend zu verändern, wenn wir unseren Irrtum erkennen. Herr, Jesus Christus.
  5. Lass uns erkennen, wo andere Menschen in Wort und Tat auf uns angewiesen sind und schenke uns Geduld dafür. Herr, Jesus Christus.
  6. Wir bitten auch für unsere Verstorbenen, die du in die Ewigkeit abberufen hast. Lass sie Erfüllung in deinem Reich erfahren. Herr, Jesus Christus.

Guter Jesus, du begegnest uns, so wie Paulus: unvermutet und mitten in unseren Plänen und Aufgaben. Immer wieder willst du uns auf einen neuen Weg führen.

Gib uns die Gnade, uns deinem Anruf zu stellen und das Richtige zu tun. Darum bitten wir dich heute.

Amen

„Er schenke dir jeden Tag ein Lachen …
in dunklen Stunden sende er dir einen Stern.“
Gerhard Reitz

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrangehörige!

Wir stehen am Anfang eines Neuen Jahres. Was es wohl bringen wird? Selten war der Ausblick so belastet wie in diesen Zeiten.

In die Wochen nach dem Weihnachtsfest fällt der Beginn des neuen Kalenderjahres. Es klingt noch nach, was die Engel sagen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“ Doch ihre ersten Worte waren: „Fürchtet euch nicht!“ – Ich hoffe für mich, dies als Lebensmotto für das Neue Jahr haben zu können: Mit Überzeugung, trotz aller Widrigkeiten.

Das kann ich, weil ich auf den Segen Gottes hoffe:
„Er schenke dir offene Augen und Ohren, auf dass du allezeit seine Taten und Wunder erkennst in den Dingen des Alltags. Er schenke dir jeden Tag ein Lachen und die Gabe, dich selbst nicht zu ernst zu nehmen … In dunklen Stunden sende er dir einen Stern, der dich leitet, in Traurigkeit einen Menschen, der dich tröstet … Mit seinem Segen sei er dir alle Zeit nahe (Gerhard Reitz, in: Gottes Volk, Lesjahr B 1/2021, S. 116/117).

Der Segen Gottes soll mich durch dieses Jahr tragen. Ganz konkret, in den verschiedenen Situationen des Alltags. Gerhard Reitz hat das gut ins Wort gefasst: Ich will seine Wunder in den kleinen alltäglichen Dingen sehen. – Sein Segen soll über mir sein, so dass ich Seine Nähe spüren kann.

Wir wünschen Ihnen im kommenden Jahr jeden Tag ein Lachen, und jeden Tag den Blick auf den Stern, den ER ihnen sendet: Ein gutes, frohes und gesegnetes Neues Jahr!
Ihre Dieter Zinecker, Pfarrer
mit P. Jim, Pfarrvikar, und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Anregungen für ein Gebet in dieser Woche

Lobpreis
Gl 8,8 Ehre Gott in der Höhe …

Heute erstrahlt ein Licht über uns (Ps 72)
Gl 635,4-8 Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus, der Herr
636 Die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben

Andacht „Haussegnung an Erscheinung des Herrn“
Gl 707,7 Segnung der Wohnungen als häusliche Feier

Lieder – Hoffnung

Gl 258 Lobpreiset all zu dieser Zeit
Gl 261 Stern über Bethlehem
Gl 262 Seht ihr unsern Stern dort stehen
Gl 843 Beginne du all meine Tage

Neujahrs – Engel

Ich sagte zu dem Engel,
der an der Pforte des neues Jahres stand:

Gib mir ein Licht,
damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgehen kann.

Aber er antwortete:
Geh nur hin in die Dunkelheit,
und leg deine Hand in die Hand Gottes!

Das ist besser als ein Licht
und sicherer als ein bekannter Weg.

Minnie Louise Haskins, o.O.

Neujahrsgebet

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen
und auch Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
Und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
Und den Deutschen eine bessere Regierung.

Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort!

Gebet des Pfarrers von St. Lamberti in Münster 1883, gesehen auf einer Hauswand in Bernkastel-Kues

Wir haben einen Anker

Der Herr fordert uns heraus, und inmitten des Sturms lädt er uns ein, Solidarität und Hoffnung zu wecken und zu aktivieren, die diesen Stunden, in denen alles unterzugehen scheint, Festigkeit, Halt und Sinn geben. Wir haben einen Anker: durch sein Kreuz sind wir gerettet. Wir haben ein Ruder: durch sein Kreuz sind wir freigekauft. Wir haben Hoffnung: durch sein Kreuz sind wir geheilt und umarmt worden, damit nichts und niemand uns von seiner erlösenden Liebe trennen kann.

Papst Franziskus beim außerordentlichen Segen urbi et orbi im März 2020

königlich

Auf den Gipfeln des Glücks und in den Schatten der Trübsal nicht kleinlich werden, sondern königlich großzügig denken.
Bei den Bergen der Arbeit und in den Tälern des Kummers nicht wehleidig sein, sondern königlich tapfer handeln.
In den Zwängen des Alltags und auf den Rängen der Feiern nicht kindisch werden, sondern sich königlich vornehm verhalten.
An den Orten der Begegnung und in den Zeiten der Angst nicht verzagt, sondern königlich mutig auftreten.
Vor den Mauern der Klagen und auf den Höhen des Jubels nicht gleichgültig werden, sondern königliche Würde bewahren.

Paul Weismantel, Adventskalender 2017

Meditation zur Eucharistiefeier

Komm mir entgegen, Herr, komm doch!
Komm in meine Armut und Leere.
Komm in mein Bemühen, das so oft vergeblich bleibt.
Komm und weise meinen Schritten einen Pfad,
auf dem meine Füße sicher treten können.
Komm in meine Enttäuschungen und zerplatzten Träume.
Komm und schenke mir ein Lachen.
Komm und sei bei mir, wenn ich mich freue.
Komm und sage mir: Dein Leben ist sinnvoll.
Komm mir entgegen und nimm meine Angst
vor dem unsicheren Morgen.
Komm mir doch entgegen, Herr,
und bleib bei mir!

Dr. Christoph Seidl

Mach uns unruhig, Herr

Mach uns unruhig, Herr,
wenn wir allzu selbstzufrieden sind;
wenn unsre Träume sich erfüllt haben, weil sie allzu klein und eng und beschränkt waren.

Mach uns unruhig, Herr,
wenn wir über der Fülle der Dinge, die wir besitzen, den Durst nach den Wassern des Lebens verloren haben;
wenn wir, verliebt in diese Erdenzeit, aufgehört haben,
von der Ewigkeit zu träumen.

Rüttle uns auf, o Herr, damit wir kühner werden
und uns hinauswagen auf das weite Meer,
wo wir mit schwindender Sicht auf das Ufer
die Sterne aufleuchten sehen.

Gebet von den Philippinen, nach einem Gebet von Bienvenido Tudtud, Bischof von Marwi

In der Hand Gottes

Ich bin ein kleiner Stift in der Hand
eines schreibenden Gottes, der einen
Liebesbrief an die Welt sendet.

Mutter Teresa

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

wir nähern uns in großen Schritten dem Heiligen Abend, dem Weihnachtsfest. Und wir dürfen mit Sicherheit sagen, dass dieser Advent und dieses Weihnachten heuer ganz besonders sind. Nicht besonders schön, nein, sondern eher das Gegenteil. Auch wenn wir zuerst glaubten, diese Adventszeit können wir für eine echte, ruhige Vorbereitung auf Weihnachten nutzen, so glaube ich doch, dass die Sorge, die so viele von uns momentan verspüren, all die Vorbereitungen und Vorfreude überlagert.

Und auch die Weihnachtstage selber werden in diesem Jahr ganz anders gefeiert werden müssen als sonst. Da kann man schon traurig werden. Aber dieser Stimmung dürfen wir uns nicht überlassen, denn das, was wir an Weihnachten feiern – die Geburt unseres Herrn Jesus Christus -, hat ewigen Bestand. Sein Licht leuchtet uns in die dunkelste Dunkelheit und will uns etwas sehr Kostbares schenken: äußeren und inneren Frieden. Auch wenn wir noch so traurig oder hoffnungslos sind, Jesus Christus ist bei uns. Wenn wir ihm vertrauen, seine Botschaft hören und zu ihm beten, wächst in uns eine Stärke, die Mut macht und Zuversicht schenkt.

Entzünden Sie in diesen Tagen viele Kerzen und Lichter, die symbolisch für das Licht stehen, das Jesus uns durch seine Geburt bringt. Spüren Sie die Wärme, die von ihnen ausgeht und lassen Sie die Freude in Ihr Herz. Denn Katastrophen sind endlich, Jesus Christus ist es nicht.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, bleiben Sie zuversichtlich und hoffnungsvoll. Vor allem aber: bleiben Sie gesund.

Dieter Zinecker, Pfr., P. Jim John, Pfarrvikar, Michaela Maier, GR

Aus dem Gotteslob

25 Hausgebet im Advent
633 Vesper im Advent
26 Feier am Heiligen Abend
635 Vesper in der Weihnachtszeit

Psalmen
33 Die Herrlichkeit des Schöpfers- die Würde des Menschen
54 Der Herr, König und Richter aller Welt

Andachten
675,1 Erwartung
675,2 Menschwerdung

Ein friedliches Miteinander

Herr.
Die vielen kleinen und großen Lichter in dieser Zeit
verstärken in mir die Sehnsucht nach dem,
was mein Leben hell macht.

Die vielen guten Wünsche in dieser Zeit
verstärken in mir die Sehnsucht
nach einem friedlichen Miteinander in dieser Welt.

Du Gott bist das Licht, das nicht vergeht.
Du schenkst Gemeinschaft und Frieden, der hält.
Ich sehne mich nach dir.
Herr, komm mir entgegen.

Amen.

(Unbekannter Verfasser)

Hymnus der Laudes im Advent

Hört, eine helle Stimme ruft
und dringt durch Nacht und Finsternis:
Wacht auf und lasset Traum und Schlaf –
am Himmel leuchtet Christus auf.

Dies ist der Hoffnung lichte Zeit;
der Morgen kommt, der Tag bricht an:
Ein neuer Stern geht strahlend auf,
vor dessen Schein das Dunkel flieht.

Vom Himmel wird als Lamm gesandt,
der alle Sünde auf sich nimmt.
Wir blicken gläubig zu ihm auf
und bitten ihn um sein Verzeihn,

dass, wenn im Licht er wiederkommt,
sein Glanz die Welt mit Schrecken schlägt,
er nicht die Sünde strafend rächt,
uns liebend vielmehr bei sich birgt.

Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit
sei Gott dem Vater und dem Sohn,
dem Geiste, der uns Beistand ist,
durch alle Zeit und Ewigkeit.

Amen.

Ich trage ein Licht in die Dunkelheit

Ich trage ein Licht in die Dunkelheit
und bring dir das Licht des Herrn.
Dies Licht scheint in dein Herz hinein,
so ist die Liebe nicht fern.

Dies Licht, es kündet von Gott dem Herrn,
es spricht von Bethlehem.
Es trägt sein Licht in dein Haus hinein
und gibt deinem Leben Sinn.

Dies Licht, es kündet den Frieden der Welt,
es leuchtet wo Kummer und Not,
es scheint für die Ärmsten, es redet von Gott,
der uns seine Liebe bot.

Er hält seine Arme ausgestreckt,
möcht mit seinem Licht dich umhüllen,
drum trage sein Licht in die Finsternis,
such auch du manchen Kummer zu stillen.

(Christina Telker)

Du, Gott

Du, Gott
Ein Kind!
Ein Kind in der Krippe!
Du bist auf der Seite der Kleinen
Du ergreifst Partei für alle
die nicht angenommen werden
So lass mich Dich
nicht in Glanz und Herrlichkeit suchen
sondern dort, wo die Kinder schreien
wo Mensch und Tier beisammen wohnen
in den Höhlen und am Straßenrand
Gib mir die Einfachheit der Hirten
und die Demut der Weisen
damit ich Dich erkenne
als Kind in der Krippe heute.

(Unbekannter Verfasser)

Die Frucht

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.

(Hl. Mutter Theresa)

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

am Sonntag hat ein neues Kirchenjahr begonnen. Ganz am Anfang steht die Vorbereitung auf das Geburtstagsfest Jesu. Normalerweise haben wir eine Vorstellung davon, wie diese Zeit für uns werden wird. Für die einen sicher hektischer, für die anderen ruhiger. Je nach dem, in welcher Lebensphase wir stehen. Doch wie wird es heuer, die Adventszeit?

Heuer wird sie für jeden von uns sicher anders werden. Das was ich gewohnt bin, muss vielleicht anders ablaufen. Das was ich gewohnt bin, in dieser Zeit zu tun, wird der einen oder anderen Einschränkung unterworfen sein.

Klar, vieles wird anders – aber das muss nicht heißen, dass es schlechter wird. Vielleicht ist es ja auch gut, mal gewohnte adventliche „Trampelpfade“ verlassen zu müssen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine (vielleicht) ganz andere, spannende und vor allem erfüllende Zeit auf neuen Wegen durch den Advent!

Herzliche Grüße
Michaela Maier, GR, Dieter Zinecker, Pfr., Pater Jim, Pfarrvikar

Texte aus dem Gotteslob

Adventsgebete
24 Segnung des Adventskranzes
25 Hausgebet im Advent
633 Vesper im Advent
675, 1 Andachtsabschnitte: Erwartung
675,2 Andachtsabschnitte: Menschwerdung

Allgemeine Gebete
4 A Die freudenreichen Geheimnisse
11 Meine Zeit in Gottes Händen – Gebete durch den Tag
561 Jesus-Litanei
566 Lauretanische Litanei
676, 4 Maria
676, 5 Engel

Psalmen aus dem Gotteslob
35 Psalm 19 Lob der Schöpfung
37 Psalm 23 Der gute Hirt
38 Psalm 27 Die Gemeinschaft mit Gott
40 Psalm 36 Gott, Quelle des Lebens
47 Psalm 72 Der Friedenskönig und sein Reich

Lieder
218 – 230 Lieder zum Advent
757 – 765 Lieder zum Advent

Einstimmung und Besinnung zum Advent

  • Der Advent ist eine Zeit, in der ich eingeladen bin, aufzubrechen, mich auf den Weg zu machen, um mehr auf das zu achten und dem mehr Raum zu geben, was mein Herz aufatmen und aufblühen lässt.
  • Der Advent ist eine Zeit, in der ich eingeladen bin, mein Augenmerk mehr auf das zu richten und nach dem auszurichten, was mich beseelt und wachsen lässt.
  • Der Advent ist eine Zeit, in der ich eingeladen bin, mehr über das nachzusinnen und von dem zu sprechen, was mich beflügelt und aufleben lässt.
  • Der Advent ist eine Zeit, in der ich eingeladen bin, bereit und empfänglich zu werden für den verborgenen Gott, der uns in menschlicher Gestalt täglich neu begegnen will.
  • Der Advent ist eine ganz persönliche Einladung mich mit meinen Gedanken, Erwartungen und meiner Sehnsucht auf den Weg zum Weihnachtfest zu machen, an dem wir die Menschwerdung Gottes feiern: Jesus, das „Licht der Welt“.
  • Mit welchen Gedanken bin ich jetzt auf meinem Adventsweg? Welche Erwartungen, Befürchtungen und Hoffnungen verbinde ich mit der Zeit des Advents?

(Aus: Hausgottesdienst der Diözese Regensburg 2014)

Fürbitten

Gütiger Gott, die Zeit des Advent steht ganz besonders im Zeichen deiner Ankunft in unserem Leben. Du bist der Grund unserer Hoffnung, das Licht auf unserem Weg. In dieser Zuversicht rufen wir zu dir:

  1. Für alle Familien, in denen es Streit und Unverständnis füreinander gibt. Bringe Licht in ihre Dunkelheit. Gott, du Grund unserer Hoffnung: A: Wir bitten dich, erhöre uns.
  2. Für alle, die im Glauben unsicher geworden sind und nach den Quellen des Lebens suchen. Bringe Licht in ihre Dunkelheit. Gott, du Grund unserer Hoffnung.
  3. Für die Menschen, die in Armut leben, auf der Flucht sind und für die Menschen in den Krisen- und Kriegsgebieten unserer Erde. Bringe Licht in ihre Dunkelheit. Gott, du Grund unserer Hoffnung.
  4. Für all die Menschen, die unter Einsamkeit und Angst leiden, die krank sind und die wissen, dass sie bald sterben müssen. Bringe Licht in ihre Dunkelheit. Gott, du Grund unserer Hoffnung.
  5. Für unsere Verstorbenen, für alle, die uns lieb und teuer waren und sind, und auch für die, an die niemand mehr denkt. Wir beten auch besonders für die, die am Coronavirus gestorben sind. Segne sie mit deinem Licht. Gott, du Grund unserer Hoffnung.
  6. Wir wollen auch unsere persönlichen Anliegen und Bitten Gott anvertrauen und halten einen kurzen Augenblick der Stille. Stille Bringe Licht in unsere Dunkelheit. Gott, du Grund unserer Hoffnung.

Gott, durch das Kommen deines Sohnes in unsere Welt hast du uns das Licht der Welt geschenkt. Lass uns wahrnehmen, wo dieses Licht in unserem Alltag aufscheint. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

(Aus: Hausgottesdienst der Diözese Regensburg 2014)

Adventsgebet

Herr Jesus Christus,
das Fest deiner Geburt steht vor der Tür.

Du hast mit deiner Menschwerdung
Licht und Freude in das Dunkel unserer Welt gebracht.

Hilf uns diese Zeit der Vorbereitung sinnvoll zu nutzen.
Mache uns jeden Tag offen für deine Worte!

Schenke uns die Einsicht zu Umkehr und Buße,
und gib uns die Stärke deinen Willen zu tun!

Lass uns die Boten für das Licht
deiner frohen Botschaft für diese Welt sein.

Amen.

(Aus: www.meine-gebete.info/adventsgebete)

„Die Atemluft eines Christen ist die Hoffnung“
Papst Franziskus

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrangehörige!

Alte Worte, erinnern Sie sich? Die christlichen Grundtugenden sind: Glaube, Hoffnung und Liebe. Für sie gibt es auch Symbole: Kreuz, Anker und Herz. Wer in unserer Pfarrkirche die Figuren auf dem Schalldeckel über der Kanzel genau ansieht, wird sie entdecken, in der Hand von Engeln.

Hoffnung haben: Das ist nicht nur ein Wort, das ist eine Grund-haltung, eine Einstellung, etwas, das ich in mir spüre, auch wenn nicht alles leicht, hell, glücklich ist.

„Hoffen … bedeutet nicht den naiven Optimismus, der auf der Illusion beruht, es werde schon alles wieder gut. Hoffnung bedeutet vielmehr … In mir den Blick wachhalten, dass alles, was geschieht, in der Tiefe einen Sinn hat, weil Gott in jedem Atemzug mir entgegenkommt.“ (P. Martin Löwenstein SJ)

So eine Hoffnung wünsche ich mir, auch für diese Zeit: Es fehlt einfach viel, wenn ich mich nicht wie üblich mit anderen treffen kann: Nicht im Beruf, nicht in den Versammlungen und gemein-samen Beratungen in der Pfarrei, nicht in geselligen Runden im Freundeskreis.

Ich kann Hoffnung atmen, weil Gott in der Tiefe da ist, weil er mir nahe sein will, weil er der Sinnzusammenhang und die Klammer meines Daseins ist.
Wohl dem, der das auch in diesen Wochen spüren kann.

Wir wünschen Ihnen, dass sie immer wieder einen kräftigen Atemzug der Atemluft Gottes einatmen können, dass sie erfahren, wie Sie dadurch gestärkt werden und Ihnen das ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Ihre
Dieter Zinecker, Pfarrer mit P. Jim, Pfarrvikar, und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Anregungen für ein Gebet in diesen Wochen

Schenk mir Vertrauen und Hoffnung (Erich Guntli)
Gl 9,7 Ich bin da vor dir, mein Gott

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude (Ps 40)
Gl 41,2 Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn

Andacht „Hoffnung“
Gl 677,4 Solange wir leben, hoffen wir

Lieder – Hoffnung
Gl 365 Meine Hoffnung und meine Freude
Gl 378 Brot, das die Hoffnung nährt
Gl 457 Suchen und fragen, hoffen und sehn

Steh auf

Steh auf, der du enttäuscht bist.
Steh auf, der du keine Hoffnung mehr hast.
Steh auf, der du an die Eintönigkeit gewöhnt bist und nicht mehr glaubst, dass man Neues schaffen kann.
Steh auf, denn Gott ist daran, „alle Dinge neu zu schaffen.“
Steh auf, der du dich an die Gaben Gottes gewöhnt hast.
Steh auf, der du die Fähigkeit zum Staunen verlernt hast.
Steh auf, der du das Vertrauen verloren hast, Gott „Papa“ zu nennen.
Steh auf, und beginne, wieder voller Bewunderung für die Güte Gottes zu sein.
Steh auf, der du leidest.
Steh auf, dem es dir scheint, dass das Leben dir viel verweigert hat.
Steh auf, wenn du dich ausgeschlossen, verlassen, beiseite- geschoben fühlst.
Steh auf, denn Christus hat dir seine Liebe gezeigt und hält für dich die Verwirklichung einer unverhofften Möglichkeit bereit.
Steh auf! Steh auf und geh!

(Papst Johannes Paul II.)

Meditation zur Eucharistiefeier

Liebe geht durch den Magen, heißt ein Sprichwort.
In dieser Feier spüren wir von neuem deine Liebe, Herr.

Deine Zuneigung trifft uns ins Herz,
dein Wort geht uns durch und durch.

Wir sind nicht nur Gäste an deinem Tisch.
Du willst uns als Mitarbeiter deiner Liebe in dieser Welt gewinnen.

Im Innersten berührt wollen wir zu leben versuchen,
was du uns vorgelebt hast:
ein Menschsein, wie Gott es sich gedacht hat – aus der Sehnsucht nach Frieden und Solidarität, aus gegenseitiger Wertschätzung, aus dem würdevollen Umgang mit den Schwächsten.

Was wir im Innersten als heilsam erfahren durften,
das lass durch uns Frucht bringen für eine neue Welt.

(Dr. Christoph Seidl)

Fürbitten

Gott, Talente und Fähigkeiten hast du ausgestreut über die Erde und sie uns Menschen in die Hand gegeben. Wir bitten dich:

– Für alle, die jetzt voller Sorgen in die Zukunft blicken und nicht wissen, wie es weitergeht für sie. – Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für alle, die einsam sind, denen ein Gesprächspartner fehlt, die niemand haben, der sie berührt. – Wir bitten dich …
– Für alle, die andere pflegen und sie aufrichten: In den Senioren-heimen, den Tagespflegeeinrichtungen und den Kranken-häusern. – Wir bitten dich …
– Für die Menschen auf der Welt, die arm sind, die in Kriegs- und Bürgerkriegsregionen leben, denen das Nötigste fehlt. – Wir …
– Für die Menschen, die uns nahe stehen, in ihren Anliegen und Sorgen. – Wir bitten dich …
– Für die Stadt, den Ort, in dem wir leben, und alle Frauen, Männer, Kinder und Jugendlichen hier. – Wir bitten dich …
– Für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde, für alle unsere Verstorbenen. – Wir bitten dich …

P. Rupert Mayer SJ (+ 1945)

Herr, wie Du willst, soll mir gescheh’n
und wie Du willst, so will ich geh’n;
hilf Deinen Willen nur versteh’n!

Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst, das nehm’ ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn;
genug, dass ich Dein Eigen bin.

Herr, weil Du’s willst, drum ist es gut;
und weil Du’s willst, drum hab’ ich Mut.

Mein Herz in Deinen Händen ruht.

(nach der Überlieferung ist dies das Lieblingsgebet von P. Rupert Mayer)

Segen

Einen von seinen treuen Engeln
möge dir Gott immer dann schicken,
wenn du meinst, die Kraft und
alle guten Geister haben dich verlassen.

Einen von seinen guten Engeln
möge dir Gott immer dann schicken,
wenn dich eine schlimme Nachricht trifft,
sodass es dir die Sprache verschlägt.

Einen von seinen tröstenden Engeln
möge dir Gott immer dann schicken,
Wenn deine Pläne durchkreuzt
und deine Wünsche zerronnen sind.

Einen von seinen frohen Engeln
möge dir Gott immer dann schicken,
wenn dir das Lachen vergangen ist
oder du dich selbst nicht mehr magst.

Einen von seinen singenden Engeln
möge Gott dir immer dann schicken,
wenn du vergessen hast, auf deine
Lebensmelodie im Herzen zu achten.

(Paul Weismantel, Segensworte, S. 30)