Die Ökumene von evangelischen und katholischen Christen in Cham wird nach wie vor mit Leben erfüllt – dafür sorgen schon die regelmäßig stattfindenden ökumenischen Gottesdienste; zuletzt am vergangenen Mittwochabend in der Stadtpfarrkirche von St. Jakob.

Einander verbunden sei man auf fester Grundlage, „verbunden im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe“, betonte eingangs Stadtpfarrer Dieter Zinecker, der zusammen mit Dekan Walter Kotschenreuther dem Gottesdienst vorstand. Thematisch im Mittelpunkt standen im Weiteren die Apostelfürsten Petrus und Paulus, deren unterschiedliche Herkunft und Charaktere, aber auch Gemeinsamkeiten (beide dienen der einen Kirche, gemeinsam verständigen sie sich auf ihrem synodalen Weg, dem Apostelkonzil, zu einer Einheit in der Verschiedenheit) der evangelische Dekan pointiert beleuchtete; religionsgeschichtliche Hintergründe eingeschlossen. Kotschenreuthers Schlussfolgerung: Petrus und Paulus waren bei allen unterschiedlichen Ansätzen wegweisend für das ökumenische Miteinander, und als solche Pole der Einheit.

Das ökumenische Friedensgebet 2021 und das Vater unser rundeten den Gottesdienst ab, der von Eva Berzl mit Orgel und Gesang musikalisch begleitet wurde.

Im Bild:
Dekan Walter Kotschenreuther und Stadtpfarrer Dieter Zinecker zelebrierten gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche

Kaum ein anderer Weg verbindet Europa so sehr wie die Pilgerroute zum Apostelgrab in Santiago de Compostela. Bereits 1987 wurde der Jakobsweg zur „Ersten Europäischen Kulturstraße“ des Europarates ernannt. Und im Heiligen Jakobusjahr 2021/22 gilt dem weltbekannte Camino umso mehr die Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung „Jakobsweg und europäische Identität“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg lässt Bild für Bild etwas von dem Zauber dieser jahrtausendalten Verbindung im Herzen Europas erfahren.

Pilgern bedeutet, Brücken zu bauen. Viele Bilder der Ausstellung stammen von einer deutsch-tschechischen Pilgerwanderung der KEB Cham von Prag nach Neukirchen b. Hl. Blut anlässlich des Katholikentages in Regensburg 2014. Das Motto damals: „Mit Christus Brücken bauen“. Und auch für den kulturellen Brückenschlag steht der Jakobsweg in besonderer Weise. Der Jakobsweg verbindet Europa, wie eine Gruppe von Tschechen, Spaniern und Deutschen 2015, als Pilsen Europäische Kulturhauptstadt war, erleben durfte. Auch deren Entdeckungsreise auf den Spuren des alten Jakobsweg von Pilsen über Kdyně nach Regensburg ist in Momentaufnahmen eingefangen.

Gerade in den zurückliegenden Monaten der Corona-Pandemie wurden wieder Grenzen und das Nationale betont, längst überwunden geglaubte Stereotypen lebten wieder auf. So geht es der Ausstellung nicht darum, Pilgerwanderung(en) der Vergangenheit in Bildern zu dokumentieren. Vielmehr mögen die Bilder uns antreiben, was die Pilger*innen im Laufe der Geschichte im gleichen Sinn zusammenführte – über alle Verschiedenheiten und nationalen Interessen hinweg- um so eine Gesellschaft zu bauen, die gegründet ist auf Toleranz, Ehrfurcht vor dem Mitmenschen, auf Freiheit und Gemeinschaftsbewusstsein.

Hinweis: Die gesamte Ausstellung umfasst 40 Bilder. Mangels Ausstellungstafeln kann dieses Jahr nur eine kleine Auswahl der Bilder präsentiert werden. Mögen die wenigen Bilder „Lust auf mehr“ machen, wenn die gesamte Ausstellung vom 16. bis 30-Juli 2022 hier in der Pfarrkirche Cham St. Jakob stehen wird.

Sie finden neben jedem Foto einen QR-Code. Wenn Sie diesen mit Ihrem Smartphone einscannen, erhalten Sie in unserem Youtube-Kanal zum Bild kurze HISTORISCHE und SPIRITUELLE IMPULSE.

Dort können Sie auch einfach zum nächsten Foto gehen. Sollten Sie noch nicht so vertraut sein mit einem QR-Code, dann können Sie einfach www.youtube.de öffnen und »Jakobsweg und europäische Identität« eingeben. Auch so gelangen Sie zur begleitenden audio-visuellen Ausstellung.

Das ganze Team der Katholischen Erwachsenenbildung und alle Kooperationspartner wünschen Ihnen eine bereichernde Zeit auf dem »Camino«.

Machen wir uns also auf den Weg.

 

Wem gehörst du?

Die Kirche ist nicht die Eigentümerin Jesu und des Heiligen, kein heiliger Behälter, kein Schatzamt, das ihn verwaltet als gehöre er ihr.

Seltsam, wenn wir Jesus in den Kategorien von … Sonderbefugnis, Privilegien und Ansprüchen denken, als sei der Freie… ein Privatschatz der neuen Familie Gottes.

Dann wäre die Kirche der Ort, wo man mit Besitzerstolz mit ihm umgeht, so als habe Jesus Exklusivverträge mit diesem … erwählten … Zirkel abgeschlossen.

(Kurt Josef Wecker, in: Die Botschaft heute, Ausgabe 4 – 2021, Bergmoser und Höller Verlag, S. 149)

Liebe Besucher unserer Homepage, liebe Mitchristen!

Die Kirche und das Vorrecht auf Jesus: Manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, als ob in manchen Köpfen so ein Bild vorherrscht: Was Jesus will, was in der Kirche das Richtige ist, das kann nur in festen, unverrückbaren Lehrsätzen und kirchlichen Vorschriften ausgedrückt werden.

Wir stehen in einer Welt, die vielfältig ist: Es gibt so viel Wissen, es gibt so viele Aufgaben, so viele Informationen, dass keiner sich alles immer umfassend aneignen kann. Auch in der Kirche ist diese Vielfalt abgebildet: Strömungen unterschiedlicher Richtungen begegnen wir da, manchmal meint man sogar ein unversöhnlich scheinendes Gegeneinander zu beobachten.

Jesus ist nicht Privatbesitz, sein Geist weht, wo er will: Bei mir, bei denen, die meine Positionen teilen – aber auch bei anderen. Was ist dann die Richtschnur, nach der ich bewerten kann, wo sein Geist weht?

Im Markusevangelium (Mk 3,35) steht der Satz: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Den Willen Gottes tun: Für den Glauben entscheidend ist mein Handeln. „Täter der Glaubens“ soll ich sein. Da muss ich also zuerst für mich überlegen, was meine Aufgabe ist: Im Großen wie im Kleien, im alltäglichen Kleinkram, der mich oft so nervt. – Bei anderen kann ich dann entdecken und darüber staunen, dass auch sie den Willen Gottes umsetzen, Gutes tun und sich einsetzen für ihre Nächsten. Und ich kann den anderen dafür bewundern und Respekt zollen.

Gott sei Dank ist Jesus nicht der Privatbesitz einer geschlossenen Gruppe: Er ist da, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.

Ihnen alles Gute, viel Fantasie bei der Suche nach dem Willen Gottes für Sie
Ihr Dieter Zinecker, Pfarrer

Zehn Tage nach Pfingsten wird immer Fronleichnam gefeiert- in diesem Jahr wegen der Pandemie ein weiteres Mal in eingeschränkter Form. Statt der Prozession durch das Dorf waren zwei Messen angesetzt, um möglichst vielen Gläubigen die Möglichkeit eines Gottesdienstbesuch zu bieten. „Wir feiern heute das Hochfest des Leibes und Blutes von Jesus Christus“, begann Pater Jim den Festgottesdienst in der festlich geschmückten St. Laurentiuskirche.

In seinen einleitenden Worten wies Pater Jim darauf hin, dass die Gläubigen am Fronleichnamsfest auf die Straßen gehen um ihre Zugehörigkeit zu Gott zu zeigen. Man bekunde das Vertrauen in Christus, der als zuverlässiger Begleiter uns zu Gott führe. Jesus werde durch die Straßen getragen weil es das Sinnbild dafür sei dass Jesus Christus eben nicht nur in der Kirche, sondern jeden Tag bei uns ist. Das sei die Botschaft des Festtages Fronleichnam und wird in der Prozession für alle sichtbar gemacht. „Leider“, so der Geistliche, „fällt dass pandemiebedingt auch dieses Jahr aus“.

Einen besonderen Dank sprach Pater Jim der Familie Zistler für den wunderschön gestalteten Blumenteppich am Altar aus.

Zum Schluss spendete der Pater den eucharistischen Segen dem Dorf und allen seinen Bewohnern in die vier Himmelsrichtungen.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Kathrin Weber an der Orgel und gesanglich durch Ferdinand Weber.

In ungewohnten Bahnen, aber in gewohnt ansprechender Form wurde heuer in unserer Pfarrei Fronleichnam, das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, gefeiert. Die Gläubigen hatten die Wahl zwischen Vorabendmesse, einem Festgottesdienst mit Aussetzung und Anbetung (alles in der Pfarrkirche, ebenfalls im Livestream) und einer Eucharistiefeier mit anschließender, verkürzter Prozession – und machten letztendlich sehr guten Gebrauch von beiden Angeboten.

Stadtpfarrer Dieter Zinecker als jeweiliger Zelebrant freute sich jedenfalls, vor prächtiger blumengeschmückter Kulisse „das größte Fest der Eucharistie“ miteinander feiern und neue Kraft aus dem Glauben schöpfen zu können: „Was auch immer uns in unserem Leben bewegt: Wir tragen es vor Gott hin – und er schenkt uns alles, was wir zum Leben brauchen.“

Eine Skulptur vor dem Wiener Stephansdom vom Frühjahr 2020 hatte sich der Pfarrer als Bezugsobjekt für seine Predigt ausgesucht: Eine riesige schwarze Wärmflasche, angetan mit althergebrachter priesterlicher Kopfbedeckung oben und zwei beschuhten Füßen unten. „Herzwärme“ symbolisiere sie und rege zum Nachdenken an, zumal an Fronleichnam, an dem wir „unser höchstes Gut“, verpackt in Gold und Glanz, feierliche Liturgie und gepflegtes Brauchtum, durch die Straßen tragen.

„Was von dem, was uns drinnen ganz wichtig ist, zeigen wir draußen?“ fragte Zinecker seine Zuhörerschaft. „Nun, heute zeigen wir etwas her, das Allerheiligste: Eine kleine Hostie, ein Stück Brot, zerbrechlich, unscheinbar (…), von dem wir im Glauben sagen: Das ist der Leib Christi. Das Brot des Lebens. Vom Gott des Lebens (…).“ Als „Arznei der Unsterblichkeit“ habe der Hl. Ignatius von Antiochien die Kommunion bezeichnet: „Beim Empfang werden wir – im Bild gesprochen – geimpft mit dieser Arznei: Heile Menschen werden wir, wenn wir uns in der Eucharistie mit Christus verbinden. Dann können wir hingehen und ohne Angst, ohne Zwänge, befreit zur Liebe leben. Dann werden wir zur Wärmflasche für unsere Nächsten: Herzerwärmend, von Freude erfüllt und Freude verbreitend, Menschen, die den innersten Kern der Kirche nach außen tragen, in den Alltag, ins Leben.“

Nach Predigt und Fürbitten wurde die Eucharistie mit besonderer Feierlichkeit begangen. „Aller Augen warten auf Dich, o Herr“ sang – passend zum Kommunionempfang – mit warmer Stimme Kantorin Eva Berzl, die allen Gottesdienstfeiern auch im Übrigen den musikalischen Wohlklang verlieh.

Gleich im Anschluss an den (zweiten) Gottesdienst am „Prangertag“ machte man sich – kreuztragende Ministranten und liturgischer Dienst voran, alle Mitfeiernde dahinter – unter strahlend blauem Himmel gemeinsam auf den kurzen Prozessionsweg via Kirchplatz zum Marktplatz; Festtags-Fahnen, frisches Birkengrün, Blumen und (Fenster-)Tücher schmückten aufs Schönste den Weg. Pfarrer Zinecker trug die Monstranz (auf den Traghimmel hatte man zur Wahrung der geltenden Abstandsregeln verzichtet) und im gemeinsamen Gebet wurde der vor dem Eingangsbereich des Modehauses Frey angerichtete Altar angesteuert. Dort angekommen verkündete der Priester das Evangelium, Fürbitte wurde gehalten und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen erteilt.

Sodann ging es den Weg zurück, bis vor das Kirchenhauptportal, wo zum Abschluss der eucharistische Segen erteilt wurde, die Gläubigen konnten sich auch hier weiträumig im weiteren Kirchenumfeld verteilen.

Des Stadtpfarrers Dank galt abschließend allen Mitwirkenden bei der Vorbereitung und Durchführung der Fronleichnamsfeierlichkeiten, und ebenso allen Gläubigen für ihr Glaubenszeugnis und Mitmachen. Und die Sonne strahlte vom Himmel, als hätte sie sich genau für diesen Tag Besonderes vorgenommen.

Im Bild:
– Pfarrer Zinecker verkündete in der Pfarrkirche (und später auch vor dem Altar im Freien) das Evangelium zu Fronleichnam
– Vor dem Kirchenhauptportal: Eucharistischer Segen für alle Gläubigen

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

am 05. Juni feiern wird den Gedenktag des Heiligen Bonifatius, den wir auch den „Apostel der Deutschen“ nennen. Als Missionar war er zunächst in Frankreich sehr aktiv. Später wurde er Missionserzbischof für Germanien. Als rühriger Missionar gründete er um das Jahr 739 zahlreiche Bistümer oder organisierte sie neu.

Was hat ihn angetrieben? Ich denke diesen Antrieb könnte man mit den Worten aus dem Emmaus-Evangelium gut beschreiben: Ihm brannte das Herz.

Er musste, ja er konnte nicht anders, als den Glauben zu verbreiten. Wie oft wird er dabei auf taube Ohren gestoßen sein? Wie oft wird man ihm mit Abwehr begegnet sein? Wie viele Anläufe wird er gebraucht haben, um tatsächlich einmal Erfolg zu haben?

Bonifatius muss wohl nicht nur ein vom Glauben sehr überzeugter Mensch gewesen sein. Er muss über eine unglaubliche Hartnäckigkeit verfügt haben, um die Kirche in Deutschland fest zu etablieren.

Und so stellt sich für mich in Zeiten, in der viel in der Kirche im Umbruch ist, in der man über neue Wege nachdenkt, in der manche sich an Traditionen festklammern, die Frage: Was würde Bonifatius heute zu uns und zur Kirche von Deutschland sagen?

Es grüßt Sie ganz herzlich

Michaela Maier, GR,
mit Pfr. Dieter Zinecker und Pfarrvikar Pater Jim

Lieder

392 Lobe den Herren
816 Wir beten an
818 Deinem Heiland, deinen Lehrer

Andachten

564 Herz-Jesu-Litanei
923 Jesus-Litanei

Andachten für Fronleichnam

924 Litanei vom Heiligsten Sakrament
675, 6-9 Zu seinem Gedächtnis
676, 1-3 Wahre Speise

Stundengebet

653 Vesper von der Kirche
659 Abendlob
667 Nachtgebet

Allgemeine Gebete

4 Rosenkranz: Die lichtreichen Geheimnisse
Rosenkranz: Die trostreichen Geheimnisse
6 Vor Gottes Angesicht
8 Lobpreis
11 Meine Zeit in Gottes Händen

Gebet des Hl. Bonifatius

Ewiger Gott,
Zuflucht und Hilfe all deiner Kinder,
wir preisen dich für alles, was du uns gegeben hast,
für alles, was du für uns getan hast,
für alles, was du für uns bist.
In unserer Schwäche bist du unsere Kraft;
in unserer Finsternis bist du unser Licht;
in unserm Kummer bist du unser Trost und unser Friede.
Wir können deine Gnade nicht messen.
Wir können deine Liebe nicht loten.
Sei gesegnet für all deinen Segen.
Lass uns so leben, als seien wir bei dir,
und die Dinge lieben, die du liebst,
und dir in unserem täglichen Leben dienen
durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Fürbitten

Beten wir zu Gott, der uns in Jesus Christus sendet, um seine Frohbotschaft in die Welt zu tragen:
• Für alle, die nach Glück und Sinn suchen, dass ihnen Menschen begegnen, die bereit sind, ihnen im Geiste Christi einen möglichen Weg zu weisen. Gott, unser Vater:
• Für jene, die im Dienste Gottes und der Kirche die Frohbotschaft verkünden. Gib ihnen Mut und Überzeugungskraft, und hilf ihnen, dass das, was sie verkünden und leben, übereinstimmt.
• Für die Armen und Zerschlagenen, für die Kranken und Verzweifelten, und für die Sterbenden: dass sie Kraft finden in deinem Wort.
• Für die Menschen in den Kriegsgebieten der Welt: dass sie Wege des Friedens und der Versöhnung finden.
• Für uns selbst: dass wir uns von Gottes Wort leiten lassen und den Mut haben, uns als Christen zu bekennen.

Guter Gott, du rufst uns, damit wir Zeugnis geben von unserem Glauben.
Für diesen Dienst stärkst du uns durch deinen Heiligen Geist.
Dafür danken wir dir, jetzt und in Ewigkeit.

Fronleichnam – Woher kommt dieses Fest?

Es war einmal ein Mädchen das Juliana hieß. Sie lebte vor etwa 800 Jahren. Da ihre Eltern früh gestorben waren, wuchs Juliana in einem Kloster auf. Im Alter von 14 Jahren wurde sie selbst Ordensfrau.

Eines Tages betete sie. Da sah sie plötzlich das Bild eines Mondes vor sich. Dieser Mond hatte einen merkwürdigen schwarzen Flecken. Ab diesem Zeitpunkt sah Juliana beim Beten immer wieder dieses Bild vor sich. Sie machte sich Gedanken, was ihr dieses Bild sagen wollte. Eines Tages aber verstand sie es plötzlich: Dieser Mond ist wie ein Kalender mit allen Festen der Kirche. Dort wo der Kalender einen schwarzen Flecken hat, fehlt ein Fest. Nämlich ein Fest, an dem man das Heilige Brot, den Leib Christi, verehrt.

Zuerst erzählte Juliana niemand davon. Aber später traute sie sich doch, darüber zu sprechen. Aber zunächst nahm sie niemand ernst. Sie wurde nur ausgelacht.

Juliana gab nicht auf. Irgendwann schaffte sie es, ihre Idee durchzusetzen. Das Fest zur besonderen Verehrung des Leibes Jesu wurde im Jahr 1246 erstmals gefeiert. Dieses Fest kennen wir heute unter dem Namen „Fronleichnam“. Darin stecken die alten deutschen Wörter: Vron = heilig und Lichnam = lebendiger Leib.

18 Jahre später wurde als Datum für das Fest der zweite Donnerstag nach Pfingsten festgelegt. Nun wurde es von allen Christen gefeiert.

(Text: Michaela Maier)

Gefeiert haben wir heute die Eucharistie, also das in den Leib Jesu Christi gewandelte Brot und der in das Blut Jesu Christi gewandelte Wein. Deshalb heißt das Fest offiziell in der katholischen Kirche auch das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“.

An diesem sonnigen Feiertag haben wir den Gottesdienst (ohne die kleine Prozession und den Schlusssegen) per Livestream übertragen. Vielen Dank liebe Zuschauer für das zahlreiche Mitfeiern!

Heute am Dreifaltigkeitssonntag haben wir spontan den Gottesdienst per Livestream übertragen. Vielen Dank liebe Zuschauer, dass ihr trotzdem zahlreich mitgefeiert habt!

Am Mittwoch fand in unserer Pfarrkirche St. Jakob ein Schulgottesdienst der Maristen Realschule Cham statt. Die Videogruppe der Schule hat den Gottesdienst in Bild und Ton festgehalten. Vielen Dank an alle Beteiligten für eure Arbeit und dass wir euer Video auch hier zeigen dürfen.

Einen Gottesdienst besonderer Prägung haben zahlreiche Kirchenbesucher am vergangenen Sonntag in unserer Pfarrkirche, vor Ort oder per Livestream, miterlebt.

Noch läuft ja die (50-tägige) österliche Festzeit, da rückt bereits Pfingsten in den Blick- und bewog Stadtpfarrer Dieter Zinecker in seinen Eingangsworten zur Fragestellung an die Anwesenden, ob der zu Ostern propagierte „Wandel des Lebens“ bei ihnen schon Einzug gehalten habe – oder ob dazu eventuell noch ein gewisser Anstoß durch den Geist von Pfingsten und dessen oft beschworenem Feuer nötig sei.

Für das musikalische „Feuer“ im Gottesdienst sorgte jedenfalls Vollblut-Musiker Mathias Achatz mit seiner Bläsergruppe. Der Chamer Volksfestverein hatte ihn um seinen Einsatz gebeten, da die Messintention auch dem kürzlich verstorbenen Kapellmeister, „Oktoberfest-Legende“ Otto Schwarzfischer aus Vohburg galt, einem „Leuchtturm“ vieler Chamer Volksfestjahre. Zum Gottesdienst waren daher (neben vielen Vereinsmitgliedern) auch dessen hinterbliebene Ehefrau und Tochter in die Kreisstadt gekommen.

Was Achatz dann mit seinem Ensemble von der Empore an Wohlklang herabströmen ließ, stets unaufdringlich eingebunden in die Liturgie, verdiente höchste Anerkennung und geschah, wie Zinecker später in seinen Dankesworten treffend hervorhob „zur Ehre Gottes und zu unser aller Freude“.

Nachdenkliches beherrschte die Predigt des Geistlichen, angelehnt an die Tages-Lesung über die Erwählung des Apostels Matthias, dessen Grab nahe der gleichnamigen Benediktinerabtei in Trier liegt. Zinecker erzählte von einer Begebenheit anlässlich einer Pfarrei-Wallfahrt in Trier, im Klosterladen von St. Matthias. Dort habe er gelegentlich eines Gesprächs mit dem diensttuenden Mann an der Kasse erfahren, dass es sich bei diesem um den früheren Abt vor Ort und nunmehrigen Vorsitzenden der Äbte-Konferenz seines Ordens, d.h. um einen äußerst hohen Würdenträger handelte:

„Da frage ich mich: Was macht einen kirchlichen Würdenträger aus, was ist seine Hauptaufgabe? Was ist die Aufgabe eines jeden Getauften und Gefirmten, der sich in die Nachfolge von Jesus Christus stellt? – Die Lesung sagt: Er muss Zeuge der Auferstehung sein, ja er muss dafür einstehen, dass Christus auferstanden ist und damit eine Hoffnung in die Welt gekommen ist, die jeden Menschen erfasst!

Das Evangelium sagt: Er muss ein Glaubender, er muss Gott nahe sein, er muss eins sein mit Jesus, so wie Jesus mit dem Vater eins ist. Und er soll die Freude in Fülle in sich haben!“
Das alles sei nicht belanglos dahingesprochen, betonte der Stadtpfarrer, „es sind Jesu Abschiedsworte. Er schreibt den Seinen das ins Stammbuch, was er bei den Gläubigen in seiner Nachfolge für unverzichtbar hält. Sie sollen sich Gedanken machen: Wo ist mein Platz, was ist meine Aufgabe; was ist das EINE, das ich in meinem Leben nicht versäumen darf? Jesus sagt nichts von Rangordnungen, nichts von dem, dass man seine Zeit nicht mit untergeordneten Arbeiten vergeuden soll, sondern: „Bewahre sie in deinem Namen …, lass sie eins sein, wie wir eins sind …, lass sie die Freude in Fülle in sich haben““.

Der Predigt folgte die Feier der Eucharistie. Und nochmals entfaltete die Musik ihre ganze Strahlkraft: Die Bläsergruppe intonierte als Danklied „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“, und nach dem Schlusssegen die Bayernhymne. Damit ging ein außergewöhnlicher Gottesdienst zu Ende, der bei allen Mitfeiernden äußerst positive Resonanz hervorrief.

Im Bild:
– Gottesdienst in St. Jakob, zum Gedenken auch an Otto Schwarzfischer
– für die musikalische Begleitung sorgte Mathias Achatz mit seinen Bläsern

Zusätzlich zu gewohnter Liturgie (Lobe den Herren, Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe, Halleluja-Ruf, Heilig bist du Großer Gott, Nun jauchzt dem Herren alle Welt) spielte Achatz mit seinen Bläsern folgendes Programm:
Marsch Scipio (G. F. Händel), Lobgesang (F. Watz), Locus iste (A. Bruckner), Jesu, meine Freude, Bayernhymne, Fanfare (M.-R. Delalande).