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Reichlich Osterfreude hat sich ausgebreitet am Samstagabend in unserer Pfarrkirche, deren Glocken zum Festgeläut anschwellen durften: Denn verkündet wurde in der Osternacht die Frohbotschaft von der Auferstehung und vertrieben das „Dunkel der Herzen“ – vertrieben vom Licht des Lebens. Das Geheimnis jener Nacht (aus gegebenem Anlass diesmal schon früh am Abend gefeiert) wird von der Liturgie ja so gewaltig entfaltet, dass auf die Mitfeiernden eine Flut an Eindrücken einströmt:

In der Lichtfeier, dem spannungsgeladenen Wechsel von der Dunkelheit zum Licht, wird szenisch umgesetzt, was als „Geheimnis des Glaubens“ gefeiert wird. Und mit der gerade entzündeten Osterkerze trägt Stadtpfarrer Dieter Zinecker d a s Symbol für den Erstandenen durch das ansonsten dunkle Kirchenschiff zum Altar. Auch das Osterlob, gefühlvoll gesungen von Gemeindereferentin Michaela Maier, bewegt die Sinne; ehe im Wortgottesdienst die Geschichte der Welt und ihrer Menschen facettenreich dargestellt wird. Zwischen den einzelnen Lesungen verbreiten die Antwortpsalmen von Kantorin Eva Berzl Hoffnung auf Gottes Wirken im Jetzt und Heute: „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.“

Langsam kommt der Übergang vom Dunkel zum Licht – und alle Anwesenden können sich vom feierlichen Osterhalleluja berühren lassen. Der Pfarrer verkündet das Markus-Evangelium und dessen bahnbrechende Botschaft: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier.“

Von Ostern als einzigartiger „Geschichte gegen den Tod“ handelt die Festpredigt von Pfarrer Zinecker. Sein Blick geht dabei zurück ins 14. Jahrhundert, als in Europa die Pest wütet und den Schriftsteller Boccaccio zu seinem legendären Werk „Il Decamerone“ inspiriert: Junge Leute fliehen vor der Seuche in Florenz auf ein Landhaus und suchen Zerstreuung darin, sich gegenseitig Geschichten gegen den Tod zu erzählen. „Und damit sind wir hier bei uns heute, mitten in unserem Leben: Immer gibt es für uns und für die Menschen rings um uns bedrückende Erfahrungen (…) und jetzt seit gut einem Jahr umso mehr. Einschränkungen, schwerwiegend und belastend (…).“ Da gelte: „Wir Christen müssen um Gottes willen zusammenkommen, um Geschichten des Neubeginns und der Liebe zu hören: Geschichten, die ins Leben führen. Kirche ist eine Erzählgemeinschaft: Erzähl mir von deinem Glauben: Erzähl mir von der Hoffnung, die du hast, die du trotz allem, was du Negatives aufzählen kannst, nicht aufgibst. Erzähl mir vom Leben!“ Erzählen nicht im Sinne von gegenseitiger Zerstreuung und trotz mancher offenbleibenden Fragen aus den uralten Schriftworten, wie der Prediger betont. „Kardinal Marx hat gesagt: Von Ostern muss ein Impuls der Erneuerung ausgehen: Für jeden einzelnen von uns, für mich als Mensch: Für die Kirche insgesamt, in der so viele Schattenseiten zu sehen sind (…). Erneuerung auch für die ganze Welt.

Liebe Mitchristen, Ostern ist tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest gegen den Tod: Und so feiern wir diesen „Schwellengottesdienst“: Wir brauchen uns nicht vertrösten lassen mit dem, was in einem Leben möglich ist, das doch zugrunde geht. (…) Das Duell zwischen Tod und Leben ist entschieden. Die Totenstille dieser Welt ist überwunden. Der Weg vom Dunkel ins Licht ist endgültig eingeschlagen.“

Nach der eindrucksvollen Predigt verlagert sich das Geschehen zum Taufbecken: Im Rahmen der Tauferneuerung wird die Weihe des Taufwassers mit der Osterkerze vollzogen, die Gläubigen erneuern ihr Taufversprechen. Österlicher Jubelgesang begleitet dann die Eucharistie, zu deren Abschluss Pfarrer Zinecker den Anwesenden und der ganzen Pfarrgemeinde – auch per Livestream – gesegnete Ostern wünscht. Den vielen Mitwirkenden sagt er ein herzliches Dankeschön für ihr großes Engagement, insbesondere den Ministranten, Eva Berzl für die musikalische Begleitung und Mesnerin Sabine Schardt. Gute Tradition ist schließlich die Segnung der Osterspeisen. Und im (gesprochenen) Schlusslied können alle Mitfeiernden nochmals ihre Osterfreude zum Ausdruck bringen: „Er ist erstanden von dem Tod (…) Halleluja.“

Im Bild:
Feierliche Gestaltung der Osternacht in St. Jakob – mit einer Fülle von Eindrücken

Angefangen vom Palmsonntag über den Gründonnerstag und Karfreitag bis hin zur Lichtfeier der Osternacht erlebten auch viele Gläubige der Expositur Vilzing die Gottesdienste an den Osterfeiertagen.

Die Osternacht begann am Vorplatz der St. Laurentiuskirche, wo das Osterfeuer loderte und geweiht wurde. An ihm wurde die Osterkerze entzündet. Gemeinsam zog Pfarrvikar Pater Jim mit den Lektoren und Ministranten in die dunkle Kirche ein. Mit dem dreimaligen Ruf ,,Lumen Christi“ und der Antwort ,,Deo gratias“ wurde nach und nach das Licht der Osterkerze auf die Kerzen der Ministranten und der Gottesdienstbesucher verteilt. So erhellte sich die Anfangs noch dunkle Kirche immer mehr.

Von mehreren Lektoren wurden die Lesungen vorgetragen. Beim österlichen Gloria vor dem Evangelium ertönten zum ersten mal seit Gründonnerstag wieder die Orgel, die Glocken der Kirche und die Ministranten ließen ihre Handglocken erklingen.

„Christus ist vor knapp 2000 Jahren in Jerusalem auferstanden“, so Pater Jim in seiner Predigt, „er ist für die ganze Welt auferstanden, so dass er jetzt hier ist, mitten unter uns. Sein Geist der Liebe ist stärker als alle Distanz, die wir jetzt – in Zeiten von Corona- um der Liebe willen, körperlich einhalten müssen! ,,Deshalb“, so der Geistliche ,,lasst uns in dieser Osternacht umso lauter und mit großer Zuversicht das Leben begrüßen und aus ganzem Herzen rufen Christus ist auferstanden! Halleluja!“, so beendete Pater Jim seine Predigt. Im Anschluss segnete er die mitgebrachten Speisen sowie das Wasser, mit dem im kommenden Jahr die Täuflinge ihr erstes Sakrament empfangen werden.

Abschließend sagte der Geistliche allen ein „Vergelt’s Gott“, die mitgewirkt hatten.

Musikalisch sehr würdevoll wurde die Auferstehungsfeier von Franziska und Andreas Zistler umrahmt.

„Absprung vom Karussell Tod“
Wilhelm Wilms

Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrangehörige!

Wir können Ostern feiern! Vielleicht nicht so, wie wir es uns wünschen, mit vielen Besuchen, eng gedrängt in der Kirche, mit unbeschwerter Freude, Händedrücken und Umarmung. Aber wir feiern es mit Überzeugung, mit dem Wissen um den Sinn dieser Tage, mit einer inneren Freude:

„Gott / wir sind auf dem karussell unserer logik wahnsinnig geworden … immer im kreis … immer in uns selbst … ostern ist denken übers denken hinaus / ostern ist der aufstand gegen das bloß gedachte / ostern ist absprung vom karussell tod … auferstehung / ein unmögliches wort / gott / aber wir sagen es dennoch / auf wiedersehen / allen / die der tod verwandelt hat“
(Wilhelm Willms, der geerdete Himmel. wiederbelebungsversuche Kevelaer, 10.20)

Der Tod ist nicht abgeschafft, es gibt so viel Sterben mitten im Leben, so viele sind nicht mehr da und fehlen uns. Aber unser Leben hat eine Perspektive: Es gibt etwas jenseits vom dem, was wir unmittelbar überblicken können: Einer ist abgesprungen vom ewig sich drehenden Karussell: Hinübergesprungen in eine neue Wirklichkeit. Darauf können wir hoffen, es glauben, es erahnen.
„Doch über allem strahlt ein Lachen / An Dich zu denken / Wie gut das tut / Ist diese Freude in der Trauer … die Botschaft, die Du sendest / Ich wart auf dich / du wirst schon seh`n …! (Ralf Huning)

Das ist unser österlicher Glaube: Es gibt etwas über unser begrenztes Dasein hinaus, da wartet einer auf uns, welch eine Freude.

Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Ihre
Dieter Zinecker, Pfarrer
mit P. Jim, Pfarrvikar, und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Auferstehungs-Andacht

Gl 675,4 Die Auferstehung Jesu ist die Mitte unseres Glaubens.

Vesper in der Osterzeit

Gl 642,4 Christus ist unser Osterlamm
Gl 643 + 644 Danket dem Herrn, denn er ist gütig

Lieder – Osterzeit

Gl 328 Gelobt sei Gott im höchsten Thron
Gl 329 Das ist der Tag, den Gott gemacht
Gl 334 O Licht der wunderbaren Nacht
Gl 790 Halleluja lasst uns singen

Was für ein Fest!

Das ist das Fest, das uns stärkt mit der Strahlkraft des auferstandenen Christus.
Das ist das Fest, das uns blüht, wie die wahre Freude der aus dem Tod Erlösten.
Das ist das Fest, das uns lockt wie der knospende Frühling in der neuen Schöpfung.
Das ist das Fest, das uns einlädt an den gedeckten Tisch der Sehnsucht und des brennenden Herzens.
Das ist das Fest, das uns führt in die weiten Räume des unzerstörbaren Lebens.
(Paul Weismantel, Fastenkalender 2020, 12.4.2020)

Singt, ihr Christen

Kv: Singt, ihr Christen, singt dem Herrn: Halleluja, Halleluja, Halleluja!
1.) Weihet dem Osterlamm, Christen, Gesänge des Lobes! Das Lamm erlöste die Schafe; Christus, der ohne Schuld, versöhnte die schuldige Welt mit dem Vater.
2.) Tod und Leben stritten im Kampf wie nie einer war; der Fürst des Lebens erlag dem Tod; zum Leben erstanden, triumphiert er als König.
3.) Maria, sage uns an: Was hast du auf dem Wege gesehn? Ich sah das Grab, und Christus sah ich, der lebt. In seiner Klarheit sah ich den erstandenen Herrn.
4.) Ich sah das Tuch und die Linnen und sah die Engel, die sagten mir sichere Kunde. Ja, auferstanden ist Christus, er, meine Hoffnung. Nach Galiläa geht er den Seinen voran.
5.) Wir wissen: erstanden ist Christus, wahrhaft erstanden vom Tod. Du Sieger, du unser König, erbarme dich unserer Not.
Amen, Halleluja
Altes Gotteslob Nr. 217

Wenn das einer könnte

„Friede sei mit euch! Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite“ (Joh 20,19f.)
seine Narben zeigen, / seine Wunden, das Blut
noch nicht getrocknet
und nicht fluchen / nicht richten
wenn das einer könnte
die Reihe wäre an ihm / den Himmel auszugraben
die vergessenen Toten
Wilhelm Bruners, Verabschiede die Nacht, Klens-Verlag, S. 74

ostern III

einmal werden / die steine leicht
auf unseren gräbern / liegen
und leicht / werden wir uns erheben / aus dem staub und
über schwellen gehen / mit flügelschritt
ein wind wird uns / forttragen in den kreis / der wartenden und
brot und wein gehen / von mund zu mund
Wilhelm Bruners, Niemandsland Gott, Tyrolia-Verlag, S. 75

Mit Osteraugen sehen

Gott, mit Osteraugen wollen wir unsere Welt sehen.
Du hast uns eine neue Brille geschenkt, damit wir auf die Welt blicken im Licht der Auferstehung deines Sohnes.
Jedes Jahr lässt du die Erde neu aufblühen und in frischem Grün erstrahlen. Uns Menschen hast du in deine Schöpfung gestellt und sie uns übergeben. Wir können die Welt gestalten und in Achtung voreinander und in Liebe miteinander verbunden leben.
Deinen Sohn hast du gesandt: Er ist uns Menschen zugetan. Er hat das geknickte Rohr nicht gebrochen und den glimmenden Docht nicht ausgelöscht.
Für uns hat er getragen und ertragen, was ihm bestimmt war: Das Kreuz hat er angenommen, um mit uns Menschen das Leid zu teilen. Er trägt es mit uns und für uns und uns voran.
Im Licht des Ostermorgens hast du ihn auferweckt: Das Grab ist leer, der Held erwacht. Die Hoffnung auf ein neues Leben hast du uns ins Herz gepflanzt.
Lass uns leben als Kinder des Lichts, als Kinder des Neuen Bundes, den er gestiftet hat, in der Zuversicht, dass nichts uns trennen kann von dir, Gott: Der du das erste und letzte Wort sprichst: Werde, lebe – und höre nicht auf damit.
(nach Gedanken von Michael Johannes Schindler, in: Gottes Volk. Bibel und Liturgie im Leben der Gemeinde 4/2018, S. 22)

Du bist im Weiten nah

Wo sind sie, Herr, die Engel des Lichts, die uns sagen, wo du uns erwartest, ganz anderswo als hier, wo wir dich begruben.
So wie wir den Stein vor dein Grab wälzten, so sind unsere Herzen verriegelt mit doppeltem Türschloss.
Ganz wie Maria Magdalena wollen wir dich festhalten, wir sperren dich weg in Kirche, flanieren durch die Straßen, und jammern in der Verlorenheit, du habest uns verlassen.
Und doch fort und fort in der Öde des Gewühls, im Augenglanz eines Sterbenden, in der Wonne der Liebenden, in der Lieblichkeit des Frühlings, im Aufwogen unseres Blutes, im Teilen mit den Bedürftigen ist dein Auferstehn.
Alleluja, du Auferstehender, unsern Gräbern entronnen, du bist im Weiten, weit von uns, irgendwo – und erschreckend nah … o Auferstehung heute.
aus der französischen Zeitung „Prier“

Wir sind Kinder des achten Tags

(Th. Wilder, Wir Kinder des achten Schöpfungstags, Deutsch 1986, S. 23)

Die Messe am Ostermontag haben wir wieder live ins Internet übertragen. Vielen Dank fürs Zuschauen! Bitte entschuldigen Sie das Fehlen der letzten Minuten des Gottesdienstes, die Ursache finden wir bestimmt noch.

Zum wunderbaren Geheimnis der heutigen Osternacht mit der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus kam noch ein zweites hinzu. Wir haben heute gelernt, dass bei der Abschaltung der Beleuchtung am Hochaltar auch die danebenliegende Steckdose stromlos wird. Unglücklicherweise war das die Steckdose für unseren Internet-WLAN-Accesspoint. Unser Livestream war damit schneller beendet, als uns lieb war. Wir haben aber trotzdem unser möglichstes getan, um Ihnen doch noch ein Video anzubieten, wenn auch in geringerer Qualität. Vielen Dank fürs Zuschauen. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien noch ein gesegnetes und gesundes Osterfest! Bleiben Sie gesund!

Der Karfreitag (kommend von „kara“ der „Klage“, „Kummer“, „Trauer“) ist der Freitag vor Ostern. Er folgt auf den Gründonnerstag und geht dem Karsamstag voraus. Christen gedenken an diesem Tag des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Kreuz. Der Karfreitag wird auch stiller Freitag oder hoher Freitag genannt.

Auch in der Pfarrkirche St. Jakob stand der Karfreitag im Zeichen der Verehrung des Kreuzes.

Mit der Messe vom Letzten Abendmahl beginnt am Abend des Gründonnerstages die Feier der drei Österlichen Tage („Triduum Sacrum“). So gedachten auch die vielen Gläubigen in unserer Pfarrkirche jenes Mahles, das Jesus mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung gehalten hat.

Die Fußwaschung – als Zeichen der dienenden Liebe des Herrn zu den Menschen – trug Zelebrant Stadtpfarrer Dieter Zinecker in seiner Verkündung des Johannes-Evangeliums vor. Und hob in seiner Predigt die elementare Bedeutung dieses Geschehens nochmals hervor: Jesus halte da eine Predigt mit dem, was er durch sein Tun – ohne ein Wort der vorherigen Ankündigung – praktiziere. Nicht er lasse sich die Füße waschen, sondern er selbst vollziehe das an seinen Jüngern – kraft der von ihm gesetzten Ordnung: Er ist in die Welt gekommen nicht um zu herrschen, sondern um den Menschen zu dienen. Diese dürfen darauf vertrauen, dass er immer bei ihnen ist und zu ihnen hält: An jedem Tag, zu jeder Stunde im alltäglichen Leben und vor allem beim Mahlhalten, in der Eucharistie, deren Feier er den Seinen als Ort seiner bleibenden Gegenwart hinterlassen hat.

In diesem Sinne wurde nach der Predigt und den Fürbitten die Gabenbereitung besonders feierlich mit einer Gabenprozession gestaltet: Die Ministranten brachten Brot und Wein zum Altar – unter näherer Erklärung dieses Vorgangs.

Nach der Kommunionfeier des Gründonnerstages folgt nochmals Bewegendes: Nochmals werden alle Glocken geläutet und die Kirchenorgel darf voll erklingen – um anschließend zu verstummen und erst wieder in der Osternacht zu neuem Leben zu erwachen. – Zum Schluss des Gottesdienstes lud Pfarrer Zinecker noch zum weiteren Verweilen in der Kirche ein. „Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet (…) stimmte Kantorin Eva Berzl dazu an.

Im Bild: Feier des Letzten Abendmahls

Mit einer gefüllten Riesen-Karotte als Osterüberraschung beschenken die Erzieherinnen des Kindergartens St. Jakob ihre Schützlinge, vor allem auch die, die zurzeit daheimbleiben müssen. Beim Basteln hatte das Team um Kindergartenleiterin Andrea Niebauer großartige Hilfe von den Kindern in der Notbetreuung.

Neben den Riesenkarotten haben die Erzieherinnen in den letzten Wochen auch viele andere nützliche und schöne Dinge gebastelt: Brillenetuis, Puppenwindeln oder Schlüsselanhänger, aber auch Kartenhalter oder Badesalze gibt es, die die Eltern in einem kleinen Osterbasar erwerben können. Der Erlös kommt natürlich dem Kindergarten zu Gute.

gebet
Sich wie ein Weizenkorn der Erde überlassen
und verwandelt werden,
wenn der Alltag Enttäuschungen und Schweres mit sich bringt
sich überlassen – sich verwandeln lassen
wenn Katastrophen zur Verzweiflung bringen
sich überlassen – sich verwandeln lassen
wenn wir uns die Frage nach dem Sinn stellen
sich überlassen – sich verwandeln lassen
Mit Christus dem Weizenkorn sterben
und zum Leben verwandelt werden

(Dr. Ursula Schell, in: Aufbruch für die Seele. Der Kalender für die Fasten- und Osterzeit 2021 Vivat/ St. Benno Verlag, Leipzig, 21.3.2021)

Liebe Besucher unserer Homepage, liebe Mitchristen!

In der sperrigsten Zeit für den Glauben stehen wir jetzt: Die Karwoche stellt uns das Ende des Lebens von Jesus vor Augen. Am Ende erfährt er Ablehnung, ja die klare Forderung: Ans Kreuz mit ihm. Am Ende verlassen ihn die treuesten Gefährten, ja sie erklären, nichts mit ihm zu tun zu haben. Am Ende stehen Leid, das Kreuz, der Tod.

Das Leid steht da, wir blicken auf den Gekreuzigten. Was hat das denn für einen Sinn?

Wir verehren nicht das Leid. Wir blicken auf Jesus und auf die Liebe, mit der er diesen Weg gegangen ist. Er ist kein Gescheiterter, er hat nicht die Auseinandersetzung mit den Mächtigen seiner Zeit einfachhin verloren.

Er ist der Bruder der Menschen auch im Leid: Viele schauen auf das Kreuz und spüren Trost: Selbst der Sohn Gottes hat das alles erfahren, es kennen gelernt und am eigenen Leib erfahren. In diesen Stunden, in denen es mir so geht, bin ich nicht allein: Das stumme Kreuz zeigt den, der mit mir fühlen kann.

„Mit Jesus, dem Weizenkorn, sterben und zum Leben verwandelt werden.“ Das steht am Ende dieser Woche, am Ende des Weges durch dunkle Strecken. Er gibt das Ziel an: Das Licht des Ostermorgens, die Hoffnung auf ein neues, verwandeltes und bleibendes Leben.

Diese Woche überlässt uns den tiefen menschlichen Erfahrungen. Überlassen wir uns auch der großen Hoffnung des Glaubens: Am Ende hat nicht der Tod das letzte Wort, sondern Gott, der ein Gott des Lebens ist.

Ihnen einen guten Gang durch diese Tage, durch diese Erfahrungen.
Ihr
Dieter Zinecker, Pfarrer

Der sechste Fastensonntag – der Palmsonntag, birgt zwei Gesichter in sich, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier der umjubelte Einzug Jesu in Jerusalem, dem wie einem König gehuldigt wird. Dort seine Leidensgeschichte und sein unaufhaltsamer Weg zum Kreuz und in den Tod.

In den Gottesdiensten zum Palmsonntag in unserer Pfarrkirche, zum Teil auch per Livestream übertragen, wurde diesem Geschehen mit Hingabe nachempfunden. „Singt dem König Freudenpsalmen, Völker ebnet seine Bahn …!“ sprachen die zahlreichen Gläubigen, zusammen mit Zelebrant Pfarrer Dieter Zinecker eingangs den bekannten Liedtext. Die Palmzweige – Symbol des Lebens und des Sieges – und die Palmbuschen der Gottesdienstbesucher wurden gesegnet und das Vortragskreuz, ebenfalls mit frischem Grün geschmückt, vor den Altar gebracht. Breiten Raum nahm die ausführliche Verkündung der Leidensgeschichte Jesu ein.

Die Kernbotschaft des Stadtpfarrers in seinen Predigtworten war, im Hinblick darauf, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, eine sehr ermutigende: „Jesus hat das Kreuz für die ganze Welt, für uns alle getragen, damit wir erlöst werden, damit wir das Leben haben.“ Einen passenden Ausdruck finde diese Gewissheit in der bekannten Sentenz „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Hoffnung, im Kreuz ist Leben.“

Mit dem Schlusssegen und Gesang von Kantorin Eva Berzl endeten die Palmsonntagsgottesdienste, verbunden mit der Einladung an alle Gläubigen zum weiteren Mitfeiern der Heiligen Woche, und insbesondere der Drei Österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und von der Auferstehung des Herrn.

Im Bild:
Der Palmsonntag, Auftakt zur Heiligen Woche, wurde in St. Jakob feierlich begangen