Liebe Kirchenbesucher, liebe Gläubige,

erscheint uns diese Fastenzeit nun nicht das zweite Jahr in Folge als besonders entbehrungsreich und trübe? Nicht nur, dass wir selber in irgendeiner Form etwas entsagen sollen, nein, auch von außen müssen wir uns in Verzicht üben: Verzicht auf Kontakte, Verzicht auf Ausgehen und so weiter. Das kann uns betrüben und uns in eine gewisse Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit versetzen. Dabei kann uns die Fastenzeit doch eher das Gegenteil vermitteln, wenn wir unsere Augen weg von der Trübsal wenden und auf die Zukunft, auf das nahende Osterfest blicken.

Wie wäre es denn, wenn wir die Fastenzeit als eine Zeit sehen, in der wir uns von allem Negativen und Hoffnungslosem abwenden und uns unserer Hoffnung, unserer Freude, unserer Stärke und unserem Licht zuwenden? Sicherlich fällt uns das nicht immer leicht. Aber gerade weil es so schwer ist (und dadurch durchaus ein Fastenopfer sein kann), ist es für uns so fruchtbar.

Entsagen wir unserer Gewohnheit, erst einmal nach dem Negativen zu schauen und dieses vielleicht noch Überhand gewinnen lassen. Versuchen wir vielmehr das Positive zu entdecken und uns davon tragen zu lassen. Denn letztendlich ist es doch genau das, was Ostern uns vermitteln will: weg von der Perspektivlosigkeit des Todes hin zu der Hoffnung auf das ewige Leben. Wenn uns solch ein Negativfasten gelingt und wir uns stattdessen mehr dem Positiven und Hoffnungsvollen öffnen können, dann sind wir Ostern ein ganzes Stück näher gekommen. Denn das Göttliche ist mühelos. Es liegt im Heil eine Leichtigkeit, die für uns schwieriger ist als alle unsere Anstrengungen. ( Simone Weil)

Wir möchten Ihnen für die Wochen bis Ostern eine weiterhin gute, hoffnungsvolle Fastenzeit wünschen.

Ihr
P. Jim, Pfarrvikar
mit Dieter Zinecker, Pfarrer und Michaela Maier, Gemeindereferentin

Himmelsleitern

aufgerichtet – ausgerichtet
leichtfüßig – filigran
verankert im Boden – verwurzelt im Himmel
in der Schwebe gehalten
von unsichtbarer Hand
wie ein Tanz
wie eine Einladung zur Leichtigkeit:
Wenn der Alltag die Augen nach unten zieht, dann locken Himmelsleitern nach oben.
Sie sagen: heb den müden erdenschweren Blick zum Licht,
in den offenen Himmel.
Wag den Schritt auf die schwebende Leiter und
vertraue, dass sie trägt.
(Dr. Elisabeth T. Winter)

Gebet

1. Herr Jesus Christus,
Du hast 40 Tage in der Wüste gefastet und allen Versuchungen des Teufels standgehalten. Gib auch mir in diesen Tagen der österlichen Buß- und Fastenzeit die nötige Kraft alle Vorsätze umzusetzen.
Schenke mir Standhaftigkeit und die rechte Gesinnung zur Umkehr.
Lass mich erkennen, wo ich an mir arbeiten kann und hilf mir dabei mich im Verzicht auf lieb gewonnene Dinge einzuüben.
Amen.

2. Lass mich verzichten,
wo es nur geht,
damit mein Denken
neu entsteht.
Lehr mich, dass du
der Kraftquell bist,
lehr mich, weil das
so wichtig ist.
Sind Bauch und Kopf
und Herz vereint,
dann weiß ich, was
Auferstehung meint.
Amen.

3. Nun ist es wieder Zeit
zu beten und zu fasten,
ich mache mich bereit,
die Seele zu entlasten.
Bei dir Gott finde ich,
was mich lebendig macht,
durch Fasten nehme ich
auf meine Seele acht.
Mein Gott, du schenkst mir Mut,
und gibst mir neue Kraft,
Verzichten tut mir gut,
weil es neue Kräfte schafft.
Amen.

4. Gott,
Du weißt, wer ich hinter all meinen Masken bin.
Vor dir kann ich mich nicht verstecken.
Du verstehst meine Gedanken und Gefühle,
die ich vor anderen verberge.
Wo immer ich bin, was ich tue, du weißt es.
Deine Liebe hat mich von Anfang an wahrgenommen.
Amen.

(Unbekannter Verfasser)

Aus dem Gotteslob

Lieder

GL 267 O Mensch, bewein dein Sünde groß
GL 268 Erbarme dich
GL 269 Du Sonne der Gerechtigkeit
GL 271 O Herr, aus tiefer Klage
GL 272 Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
GL 273 O Herr, nimm unsre Schuld
GL 283 Aus der Tiefe rufe ich zu dir
GL 358 Ich will dich lieben
GL 435 Herr ich bin dein Eigentum
GL 437 Meine engen Grenzen
GL 439 Erhör, mein Gott, mein Flehen
GL 440 Hilf Herr meines Lebens
GL 446 Lass uns in deinem Namen

Kreuzwegandacht

GL 683-684

Laudes

GL 623

Vesper

GL 637-640

Fürbitten

Das letzte Jahr hat manches auf den Kopf gestellt, vielen Menschen Angst und Sorgen gemacht, ihnen Krankheit, Einsamkeit, Not und Trauer gebracht. Das alles bringe ich dir – und bete:
Herr, erbarme dich, erbarm dich unser, erbarme dich unserer Zeit.

1. So bringe ich dir jetzt die Menschen, die mir wichtig sind, mit denen ich mein Leben teile, die, für die ich dir danke sagen möchte, und die, um die ich mir Sorgen mache.
2. Ich bringe dir auch mich selber, sage dir Dank für das, was ich an Schönem erlebt habe und erleben darf.
3. Ich sage dir auch, was mich belastet, worüber ich mich ärgere, was mir wehtut, was ich alleine nicht schaffe …
4. Ich bringe dir unsere Nöte, die durch diese Pandemie ausgelöst sind: die Kranken, die Verstorbenen, ihre Familien – alle, die bis zur Erschöpfung gearbeitet haben und arbeiten, alle, die um ihre Existenz fürchten, alle, die um unsere Zukunft kämpfen …
5. Ich bringe dir, was mir am meisten am Herzen liegt: …

Das alles lege ich in deine Hand und bitte dich: Lass mich deine Nähe spüren. Komm mir, komm uns mit deiner Kraft zu Hilfe. Mit dir und durch dich können wir leben. Komm und bleib und wohne bei uns. Amen.

Gebet der Öffnung

Herr, öffne meine Augen, damit ich nicht blind bleibe für deine Gegenwart in dieser Welt.
Herr, öffne meine Ohren, damit ich dein Wort vernehme in den Worten der Bibel und in den Worten der Menschen.
Herr, öffne meine Nase, damit ich deinen Wohlgeruch wahrnehme und den Duft aller Dinge empfange.
Herr, öffne mein Herz, damit deine Gegenwart es erfülle und das Feuer deines Geistes es entzünde.
Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde und ich anderen Menschen weitersage, was ich von Dir erfahren habe.
Herr, öffne mein ganzes Gesicht, damit ich Dir zugewandt lebe und allen Menschen offen begegne.
Herr, öffne meine Hände, damit ich die Fülle des Lebens fasse und reich bin im Geben.

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