Beiträge

Ein Rorate im bloßen Schein von Kerzenlicht wurde am Dienstagabend in der Pfarrkirche gefeiert. Stadtpfarrer Dieter Zinecker konnte hierzu, zusammen mit Gemeindereferentin Michaela Maier, eine stattliche „adventliche Gemeinde“ willkommen heißen, die sich miteinander in Gebet und Gesang auf Weihnachten einstimmte. Die Gemeindereferentin hatte zudem in ihrer Predigtansprache eine adventliche Botschaft bereit: Nicht nur Gotte sende seinen Sohn und seine Himmelsboten auf die Erde – auch die Menschen könnten einander Engel sein, einander zur rechten Zeit am rechten Ort zur Seite stehen.

„Einander Engel sein“ hieß es auch in einer Meditation von Max Feigenwinter:
„Vielleicht geht dir
in der Mitte der Nacht ein Licht auf
Vielleicht hörst du unverhofft
eine neue Botschaft
Vielleicht ahnst du plötzlich
dass Friede auf Erden denkbar ist.
(…)
Schweige und höre
sammle Kräfte und brich auf
damit du den Ort findest,
wo neues Leben möglich ist.“

Im bloßen Schein von Kerzen, die den Altar- und Kirchenraum nur mehr schemenhaft wahrnehmen ließen, wurde am vergangenen Dienstag in St. Jakob das abendliche Rorate gefeiert – und umgehend machte sich im Halbdunkel eine besondere Atmosphäre breit, die auch die Besucher gefangen nahm.

Jenseits von dem schwachen äußeren Schein lenkte Zelebrant Kaplan Alexander Dyadychenko (im Bild) den Blick der Mitfeiernden nach innen und machte deutlich, dass nur einer – Gott selbst – das wahre Licht sei, der alles menschliche Leben hell mache, wenn, ja wenn man sich vertrauensvoll darauf einlasse und Herz und Seele öffne. Das nachfolgend angestimmte „Macht hoch die Tür (…)“ ließ diese Frohbotschaft auch im gemeinsamen Gesang zum Ausdruck kommen.

Mit weiteren adventlichen Liedern und meditativen Texten fand der Gottesdienst schließlich seinen besinnlichen Abschluss.

Schlichter Kerzenschein am Altar und in allen Kirchenbänken empfing die Besucher der Chamer Franziskanerkirche am vergangenen Dienstagabend – und gab dem Gotteshaus eine ganz eigene, warme Ausstrahlung. Es war aber auch ein besonderer, denkwürdiger Tag, zu dem Stadtpfarrer Dieter Zinecker annähernd so viele Gläubige wie zu einer Sonntagsmesse begrüßen konnte: Nicht nur das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria und damit zugleich das Patrozinium der Franziskanerkirche könne man heute im Rahmen des Rorate feiern; sondern gleichzeitig auch den Beginn des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, das am heutigen Tag mit der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms durch Papst Franziskus begonnen habe. Letzteres sei Anlass genug, sich immer wieder neu vor Augen zu führen, dass Gott der Vater allen Erbarmens und allen Trostes sei, dem man sich stets rückhaltlos anvertrauen könne. Gefragt sei daneben aber auch die eigene Barmherzigkeit dem Mitmenschen gegenüber.

Unter diesen Vorzeichen wurde der Patroziniums-Gottesdienst feierlich begangen, Mitglieder des Sachausschusses „Liturgie“ lieferten hierzu in der Lesung, den Fürbitten und einer meditativen Betrachtung ihre Beiträge. Die vielen Mitfeiernden waren sichtlich angetan von der besinnlichen Stimmung und stimmten kräftig ein in die bekannten adventlichen Gesänge, wie „Tauet Himmel…“ oder „Macht hoch die Tür…“. Mit einem besonderen Segensspruch beendete der Chamer Stadtpfarrer die feierliche Abendstunde.

Im Bild: In der Franziskanerkirche zelebrierte Pfarrer Dieter Zinecker den Gottesdienst zum Patrozinium