Am vergangenen Mittwoch, kurz vor 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche von St. Jakob: 22 Drittklässler versammeln sich frohgemut in den hinteren Kirchenbänken und üben unter Leitung von Organistin Eva Berzl eifrig die Lieder ein, die sie gleich anschließend im Rahmen eines „Weggottesdienstes“ singen werden. Die Musikerin ist sehr angetan von der kurzen Probe: „Schön, wie ihr alle singen könnt; macht es hernach genauso“.

Jetzt kommen Pfarrer Dieter Zinecker und Gemeindereferentin Michaela Maier (die zuvor schon alles Weitere vorbereitet hat), um die Feier zu beginnen. Der Stadtpfarrer hat eine Schale mit Weihwasser mitgebracht. Jedes Kind nimmt Weihwasser und spricht laut „Gott, ich danke dir für meine Taufe“. Ein einleitendes Gebet des Geistlichen erinnert daran, worum es letztendlich geht: „Gott, … wir danken dir für Jesus, der auch unser Freund sein will. Wir wollen seine Freundschaft mit unserer Freundschaft beantworten. Darum wollen wir uns gut auf unsere Erstkommunion vorbereiten. Hilf uns dabei. Amen.“

Nun ziehen alle miteinander unter Orgelbegleitung hinter dem Kreuzträger in den Altarraum und nehmen dort Platz. Die Schülerinnen und Schüler sind augenscheinlich voll bei der Sache und beteiligen sich mit Hingabe am weiteren Geschehen – die Aufmerksamkeit rührt vermutlich daher, dass in dieser besonderen Form des Gottesdienstes die wichtigsten liturgischen Handlungen und Vorgänge in ihre einzelnen Elementen „aufgespalten“, kindgerecht erläutert und auch gleich eingeübt werden.

Ganz besonders intensiv ist das Erleben bei der Hinführung zur „Wandlung“. Dieser Text aus der Bibel wird nicht nur vorgelesen, sondern für und mit den Kindern sichtbar dargestellt: „Jesus bricht das Brot für alle. Er gibt seinen Freunden jedem ein Stück“ verkündet Michaela Maier und Pfarrer Zinecker reicht den Kindern, die in die Rolle der Jünger geschlüpft sind, ein Stück Brot, danach einen Becher mit Traubensaft. So wird ihnen deutlich gemacht: Damals hat Jesus mit seinen Jüngern Mahl gehalten. Der Abendmahlsaal heute ist die Kirche. Der Tisch von damals ist heute der Altar – den die Mädchen und Buben im Anschluss an den Bibeltext wie für eine „echte“ Messe vorbereiten dürfen. Sie bringen Leuchter, Kelch und Hostienschale zum Altar; daneben auch ein Kreuz und eine Osterkerze, die verdeutlichen, was Jesus für uns Menschen getan hat. In einer kurzen Meditation gehen die Kinder im Anschluss an die Gabenbereitung den „Weg in die Stille“, um das eben Gehörte und Erlebte in die Tiefe gehen zu lassen.

Mit einem gemeinsam gebeteten Vater Unser und dem Kreuzzeichen endet der Weggottesdienst. Begleitet durch das Kreuz ziehen die Kinder wieder zum Ausgang. Aus den Gesichtern spricht Zufriedenheit: Ganz offensichtlich hat die gute halbe Stunde des Miteinanders in der Kirche allen, auch den Seelsorgern reichlich Freude bereitet.

Es scheint also eine gelungene Sache zu sein, auf diese Weise auf das Sakrament der Eucharistie vorzubereiten: Die Kinder da erreichen, wo sie mit ihren religiösen Kenntnissen stehen, und ihnen die Grundlagen des Glaubens auf dem Weg zur Erstkommunion hin vermitteln – der Weggottesdienst bietet hierfür einen wichtigen Baustein.

Im Bild: Miteinander Weggottesdienst feiern: Pfarrer, Gemeindereferentin und die Erstkommunionkinder des Jahres 2019

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