Mit dem Fest „Taufe des Herrn“ ist am vergangenen Sonntag auch in unserer Pfarrei der weihnachtliche Festkreis beschlossen worden. Ein letztes Mal freuten sich Pfarrer Dieter Zinecker und Gemeindereferentin Michaela Maier, im Schein der brennenden Kerzen an den Christbäumen und mit dem Kind in der Krippe vor Augen, Gottesdienst mit den Gläubigen feiern zu können.

In seiner Predigt führte der Stadtpfarrer die existentielle, im Kern immer wieder auch andernorts aufscheinende Bedeutung des Tagesevangeliums vor Augen: Jesus wird als zentrale Gestalt des Evangeliums durch Johannes den Täufer erstmals vorgestellt, und zwar von einem anderen: Gott selbst spricht aus dem Himmel und legitimiert Jesus als seinen Sohn: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen gefunden.“

„Wer bin ich? – Frag doch die anderen!“: In dieser These komme zur Geltung, was eine bekannte Psychologin (Eva Jaeggi) näher beleuchtet habe – und heutzutage allgegenwärtig anzutreffen sei, etwa in Selbstpräsentationen (Selfies oder Statusmeldungen) in den Sozialen Medien. Die Frage laute oft nicht „Wer bin ich?“, sondern „Wie muss ich sein, damit mich viele mögen?“ Zu beachten sei dabei, dass jeder Mensch nur e i n e Identität habe, auch wenn diese aus mehreren Teilidentitäten bestehen könne. Erst wenn diese Teile als Ganzes stimmig seien und ein Bild – für sich selbst und für andere – ergäben, sei ein Mensch wahrhaft gesund und vertrauenswürdig. Gleichzeitig sei dies „aber auch ein Anspruch, hinter dem ich nicht zurückfallen darf, vor dem ich nicht versagen darf: Da gibt es eine Stimme, die mir meinen guten, richtigen, aufrechten Weg im Leben zeigt: Meine Würde und meinen Auftrag. – Wer bin ich: Frag doch die anderen: Da geht es nicht um Schönfärberei, sondern darum, ob ich als Christ treu meinem Herrn und Heiland folge, dem geliebten Sohn Gottes; und darum, im Alltag, in seiner Kraft, in seinem Namen das Leben in Fülle zu leben.“

Nach der Predigt wurde miteinander Mahl gehalten. Und auch ohne (derzeit unzulässigen) Gemeindegesang stand mit gemeinsam gesprochenen Texten erneut das weihnachtliche Geschehen im Mittelpunkt: „Hört die Engelchöre singen (…) hört es, freut euch überall: Gott wird Mensch, ein Kind im Stall“.

Vor dem Schlusssegen brachte Pfarrer Zinecker nochmals Dank und Freude über die heurige Sternsinger-Aktion in der Pfarrei samt ihrer Expositur zum Ausdruck. Zwar habe kein Gang der Ministranten in die Häuser und Wohnungen erfolgen können, wohl aber Sternsinger-Andachten an den Kapellen Altenmarkt, Altenstadt, Janahof, Michelsdorf, Tasching und Zifling. Dafür erging ein herzliches Vergelts Gott an alle Ministranten, die bei der Aktion mitgewirkt haben und an die Oberministranten für die Organisation.

Zusätzlich könne der Sternsinger-Segen als Video aus der Pfarrkirche auch auf der Homepage der Pfarrei (www.pfarrei-cham.de) eingesehen werden.

Die Sternsinger-Aktion geht auf Veranlassung der Dt. Bischofskonferenz heuer bis 2. Februar (Mariä Lichtmess) weiter; es kann daher weiterhin für das Kindermissionswerk gespendet werden, per Überweisung oder bei den Sonntagsgottesdiensten.

Im Bild: Der Abschluss der Weihnachtszeit wurde gefeiert

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