Liebe Besucher unserer Kirche, liebe Pfarrgemeinde,

der November ist ein Monat, in dem die Tage grau sind und das Licht oft vergeblich gegen dunkle Schatten kämpft. So verspüren wir es auch manchmal in unserem Inneren. Dabei ist der November doch auch ein schöner Monat, wir können ihn ihm viel Gutes abgewinnen. Zum einen ist es der Monat des Totengedenkens. Natürlich ist es oft schmerzhaft, an seine lieben Verstorbenen zu denken. Aber es ist auch etwas Schönes.

Wir dürfen dankbar sein für die gemeinsame Zeit, wir spüren immer noch die Liebe, die wir füreinander empfanden. Und wir können die Verstorbenen am Leben erhalten, indem wir über sie sprechen, uns an ihre Eigenheiten erinnern und manche Anekdote dabei erzählen. Das Allerheiligenfest ist in unserer Tradition auch ein Fest, an dem sich die Familien zusammenfinden, miteinander das Grab besuchen und in dieser Gemeinsamkeit das Gedenken an das Vergangene weiterleben lassen. Solch ein gemeinsames Gedenken wärmt und trägt.

Zum anderen ist der November mit seiner Stille und manch nebligen Tagen doch bestens geeignet, um auch selbst zur Ruhe zu kommen. Vielleicht schaffen wir es ja, Ruhe und Stille auch in unser Leben und unser Herz zu bekommen. Und gestehen wir uns auch eine gewisse Traurigkeit zu, denn Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu. (Paula Modersohn-Becker).

Diese Freude erwartet uns im Dezember. Dann gehen wir in eine helle lichterreiche Zeit. Mit ruhigem Herzen und froher Stille, die wir in den leisen Tagen des Novembers in uns aufnehmen dürfen.

Wir wünschen Ihnen warme und lichte Stunden in diesen Tagen, vor allem aber: bleiben Sie gesund.
Ihre
Dieter Zinecker, Pfr., P. Jim John, Pfarrvikar, Michaela Maier, GR

Anregungen für ein Gebet in diesen Wochen

Aus dem Gotteslob

  • Totenvesper GL 655
  • Rosenkranz
    • Schmerzhafter GL 4,6
    • Der glorreiche GL 4,7
  • Hausgebet für Verstorbene GL 28
  • Litanei
    • vom Leiden Jesu GL 563
    • für die Verstorbenen GL 569
  • Andachtsabschnitte
    • zu Totengedenken GL 680,7-8
    • zur Passion GL 675,3 und 676,3
  • Psalmen Ps 139 und 103, GL 657,1-4

Zur Ruhe kommen

Zur Ruhe kommen,
wo alles in uns aufgebracht ist,
Trost und Halt finden,
wo jeder Trost uns fehlt,
Zuversicht und Hoffnung finden,
wo doch alles zu Ende ist.

Darum wollen wir Gott bitten.

Wollen uns vergewissern,
was Gott uns geschenkt hat;
müssen abgeben,
was uns noch ganz nah ist;
aber vertrauen auch darauf,
im Leben und im Sterben
von Gottes Liebe aufgefangen
und getragen zu werden.

Unbekannter Verfasser

Beim Tod eines nahestehenden Menschen

Herr, (…….) ist tot.
Ich muss es ganz begreifen, was das ist, Herr.
Sein Blick wird mich nie mehr treffen;
seine Hand meine Hand nie mehr halten;
er ist tot;
er ist nicht mehr hier.

Du bist die Auferstehung und das Leben.
Wer an Dich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.
Lass ihn aufwachen bei Dir, Herr.
Gib ihm das nie verrinnende Leben, nach dem wir uns sehnen, Herr.
Kann unsere Sehnsucht uns täuschen?
Herr, Du hast es versprochen.
Für ihn, der tot ist, erinnere ich Dich an Dein Wort:“ Wer an mich glaubt, wird leben.“
Amen

Gebet für Verstorbene

Gott, Du bist für uns wie Vater und Mutter.
Wir übergeben Dir…
In unseren Augen ist er/sie tot.

In unserem Herzen glauben wir,
dass er/sie bei Dir lebt
Bei Dir findet… Erbarmen.

Denn Dein Ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen.

Gott, unser Vater, wir empfehlen dir…

Für ihn/sie ist die Zeit der Pilgerschaft zu Ende.
Befreie ihn/sie von allem Bösen,
dass er/sie heimkehre in deinen ewigen Frieden.

Öffne ihm/ihr das Paradies,
wo es keine Trauer mehr gibt,
keine Klage und keinen Schmerz,
sondern Friede und Freude
mit deinem Sohn und dem Heiligen Geist
in Ewigkeit.
Amen.

Nichts trennt von Gottes Liebe

Allmächtiger Gott, hilflos stehen wir dem Sterben unserer Lieben gegenüber.
Es fällt uns schwer, Deine Pläne zu begreifen und zu bejahen.
Der Tod ist unabänderlich.
Du aber hast uns Deinen Sohn gesandt und ihn für uns alle dahingegeben.
Darum können uns weder Trübsal noch Bedrängnis, ja nicht einmal der Tod von Deiner Liebe trennen.
Erhalte in uns diesen Glauben und führe unsere Toten zu neuem Leben.
Amen

Ewigkeit des Lebens

Wenn Dir jemand erzählt,
dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht
und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt,
so sage ihm:
Die Blume geht zugrunde,
aber der Same bleibt zurück und liegt vor uns,
geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens.

Khalil Gibran

Wenn der Tod…

Ich glaube, dass wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehn, von welchem unser
Sonnenlicht nur der Schatten ist.

Arthur Schopenhauer

Unsere Toten

Unsere Toten sind nicht abwesend
sondern nur unsichtbar.

Sie schauen mit ihren Augen voller Licht
in unsere Augen voller Trauer.

Augustinus

Auferstehung

Auferstehung ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung,
Gedenken unsere Liebe.

Aurelius Augustinus

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