„Singt dem König Freudenpsalmen, Völker ebnet seine Bahn! Zion, streu ihm deine Palmen, sieh dein König naht heran!“ … klingt es euphorisch im Freudengesang gleich zu Beginn. Denn am Palmsonntag gedenken die Christen eines höchst bedeutsamen Geschehens: Mit Jubel und Hosanna-Rufen zieht Jesus in Jerusalem ein, wenn auch nicht triumphal, sondern bescheiden auf einem Esel reitend.

In diesem Gedenken wurde auch heuer der Beginn der Heiligen Woche in der Stadtpfarrei St. Jakob gefeiert, notgedrungen und den aktuellen Umständen geschuldet unter Ausschluss der Kirchengemeinde, bis auf Ruhestandspfarrer Josef Amberger und den Liturgischen Dienst.

Am (inneren) Hauptportal segnete Stadtpfarrer Dieter Zinecker nach dem Eingangslied die Palmzweige und die von vielen Gläubigen hinterlegten Palmbuschen – als Symbol des Lebens und des Sieges – durch sein feierliches Gebet. Er verkündete das Tages-Evangelium nach Matthäus, mit den gewichtigen Worten: „…. Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“.

Zum Presbyterium gewandt wurde anschließend die Messe gefeiert, mit den Lesungen und der ergreifenden Leidensgeschichte nach Matthäus, die mit dem Verrat des Judas und der Vorbereitung des Paschamahles beginnt und sich – unter besonderer Verehrung des Kreuzes – bis zum Tode und Begräbnis Jesu fortsetzt. Entsprechende Gesänge untermauerten die geschilderten Ereignisse.

Besonders intensive Gebete begleiten derzeit, in Zeiten der Corona-Krise die Fürbitten, gewidmet namentlich allen Erkrankten und Leidenden, allen von Angst Überwältigten, allen Ärzten und Pflegepersonal und vielen anderen mehr: „Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. (…) Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. – Wir vertrauen Dir“.

Nach dem Gottesdienst wurden die Kirchentüren geöffnet und viele Gläubige freuten sich, ihre geweihten Palmbuschen holen zu können – und zumindest auf diese Weise Palmsonntagsfreude in die eigenen vier Wände zu bringen.

Liebe Mitchristen!
Die zentrale Gestalt des Evangeliums vom Einzug Jesus in Jerusalem ist – der Esel, genau gesagt: die Eselin. Will ich mir an ihr ein Beispiel nehmen? Eselin sein? – Der Esel ist genügsam, er hat Geduld, ist stur. Er lässt sich nicht abbringen von seiner Aufgabe: Christus zu den Menschen zu bringen, dies hat die Eselin als ihre Aufgabe erkannt.
Kann ich die Liebe tragen, kann ich unbeirrbar an der Überzeugung festhalten: Jesus ist das Heil, der Heiland; derjenige, der – wie das Licht – von Osten her kommt und den Menschen dieses Licht bringt. Allen, die da in Jerusalem sind: Die ihn erwarten und freudig begrüßen, und auch die, die ihn ablehnen, in ihrer Welt nicht haben wollen oder können.
Ich will mich nicht beirren lassen, will treu festhalten daran, dass ich mit Jesus alle meine Hoffnungen verbinde. – Das ist gerade in dieser Zeit für mich, für die Pfarrangehörigen von St. Jakob und für alle Menschen ein wichtiger Gedanke.
So bitten wir Gott um seinen Segen für die Zweige, die stellvertretend für viele Gläubige hier in der Kirche sind. Und wir bitten für uns, dass die Hoffnung und das Vertrauen Einzug halten können in unser Leben.
Dieter Zinecker, in der Einleitung zum Palmsonntag

Im Bild
Stadtpfarrer Dieter Zinecker segnete die Palmzweige und verkündete das Evangelium
Der Stadtpfarrer sprach den Segen über die ganze Pfarrgemeinde, wenn auch in deren Abwesenheit
Dem Kreuz Jesu gilt alle Verehrung

 

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