Wem gehörst du?

Die Kirche ist nicht die Eigentümerin Jesu und des Heiligen, kein heiliger Behälter, kein Schatzamt, das ihn verwaltet als gehöre er ihr.

Seltsam, wenn wir Jesus in den Kategorien von … Sonderbefugnis, Privilegien und Ansprüchen denken, als sei der Freie… ein Privatschatz der neuen Familie Gottes.

Dann wäre die Kirche der Ort, wo man mit Besitzerstolz mit ihm umgeht, so als habe Jesus Exklusivverträge mit diesem … erwählten … Zirkel abgeschlossen.

(Kurt Josef Wecker, in: Die Botschaft heute, Ausgabe 4 – 2021, Bergmoser und Höller Verlag, S. 149)

Liebe Besucher unserer Homepage, liebe Mitchristen!

Die Kirche und das Vorrecht auf Jesus: Manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, als ob in manchen Köpfen so ein Bild vorherrscht: Was Jesus will, was in der Kirche das Richtige ist, das kann nur in festen, unverrückbaren Lehrsätzen und kirchlichen Vorschriften ausgedrückt werden.

Wir stehen in einer Welt, die vielfältig ist: Es gibt so viel Wissen, es gibt so viele Aufgaben, so viele Informationen, dass keiner sich alles immer umfassend aneignen kann. Auch in der Kirche ist diese Vielfalt abgebildet: Strömungen unterschiedlicher Richtungen begegnen wir da, manchmal meint man sogar ein unversöhnlich scheinendes Gegeneinander zu beobachten.

Jesus ist nicht Privatbesitz, sein Geist weht, wo er will: Bei mir, bei denen, die meine Positionen teilen – aber auch bei anderen. Was ist dann die Richtschnur, nach der ich bewerten kann, wo sein Geist weht?

Im Markusevangelium (Mk 3,35) steht der Satz: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Den Willen Gottes tun: Für den Glauben entscheidend ist mein Handeln. „Täter der Glaubens“ soll ich sein. Da muss ich also zuerst für mich überlegen, was meine Aufgabe ist: Im Großen wie im Kleien, im alltäglichen Kleinkram, der mich oft so nervt. – Bei anderen kann ich dann entdecken und darüber staunen, dass auch sie den Willen Gottes umsetzen, Gutes tun und sich einsetzen für ihre Nächsten. Und ich kann den anderen dafür bewundern und Respekt zollen.

Gott sei Dank ist Jesus nicht der Privatbesitz einer geschlossenen Gruppe: Er ist da, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.

Ihnen alles Gute, viel Fantasie bei der Suche nach dem Willen Gottes für Sie
Ihr Dieter Zinecker, Pfarrer

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