gebet
Sich wie ein Weizenkorn der Erde überlassen
und verwandelt werden,
wenn der Alltag Enttäuschungen und Schweres mit sich bringt
sich überlassen – sich verwandeln lassen
wenn Katastrophen zur Verzweiflung bringen
sich überlassen – sich verwandeln lassen
wenn wir uns die Frage nach dem Sinn stellen
sich überlassen – sich verwandeln lassen
Mit Christus dem Weizenkorn sterben
und zum Leben verwandelt werden

(Dr. Ursula Schell, in: Aufbruch für die Seele. Der Kalender für die Fasten- und Osterzeit 2021 Vivat/ St. Benno Verlag, Leipzig, 21.3.2021)

Liebe Besucher unserer Homepage, liebe Mitchristen!

In der sperrigsten Zeit für den Glauben stehen wir jetzt: Die Karwoche stellt uns das Ende des Lebens von Jesus vor Augen. Am Ende erfährt er Ablehnung, ja die klare Forderung: Ans Kreuz mit ihm. Am Ende verlassen ihn die treuesten Gefährten, ja sie erklären, nichts mit ihm zu tun zu haben. Am Ende stehen Leid, das Kreuz, der Tod.

Das Leid steht da, wir blicken auf den Gekreuzigten. Was hat das denn für einen Sinn?

Wir verehren nicht das Leid. Wir blicken auf Jesus und auf die Liebe, mit der er diesen Weg gegangen ist. Er ist kein Gescheiterter, er hat nicht die Auseinandersetzung mit den Mächtigen seiner Zeit einfachhin verloren.

Er ist der Bruder der Menschen auch im Leid: Viele schauen auf das Kreuz und spüren Trost: Selbst der Sohn Gottes hat das alles erfahren, es kennen gelernt und am eigenen Leib erfahren. In diesen Stunden, in denen es mir so geht, bin ich nicht allein: Das stumme Kreuz zeigt den, der mit mir fühlen kann.

„Mit Jesus, dem Weizenkorn, sterben und zum Leben verwandelt werden.“ Das steht am Ende dieser Woche, am Ende des Weges durch dunkle Strecken. Er gibt das Ziel an: Das Licht des Ostermorgens, die Hoffnung auf ein neues, verwandeltes und bleibendes Leben.

Diese Woche überlässt uns den tiefen menschlichen Erfahrungen. Überlassen wir uns auch der großen Hoffnung des Glaubens: Am Ende hat nicht der Tod das letzte Wort, sondern Gott, der ein Gott des Lebens ist.

Ihnen einen guten Gang durch diese Tage, durch diese Erfahrungen.
Ihr
Dieter Zinecker, Pfarrer

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