(Spritus-Team der KjG Augsburg, Benedikt Huber)

Kreuzzeichen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Hinführung

In diesen Tagen ist vieles nicht mehr so wie es einmal war. Alles steht Kopf. Äußere Umstände prägen mein Leben und machen dies komplizierter. Das kann Ratlosigkeit und Angst auslösen. Dem*der Beter*in des Psalms 91 ging es nicht anders. Doch da ist etwas, das ihm*ihr Halt, Kraft und Vertrauen gibt – Gott. In seiner Not wendet er*sie sich an IHN und findet so Trost, Zuversicht und neue Hoffnung. So wollen auch wir in sein*ihr Gebet einstimmen.

Psalm

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, *
der ruht im Schatten des Allmächtigen.

Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, *
mein Gott, auf den ich vertraue.

Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers *
und aus der Pest des Verderbens.

Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, /
unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, *
Schild und Schutz ist seine Treue.

Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, *
noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,

nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, *
vor der Seuche, die wütet am Mittag.

Fallen auch tausend an deiner Seite, /
dir zur Rechten zehnmal tausend, *
so wird es dich nicht treffen.

Mit deinen Augen wirst du es schauen, *
wirst sehen, wie den Frevlern vergolten wird.

Ja, du, HERR, bist meine Zuflucht. *
Den Höchsten hast du zu deinem Schutz gemacht.

Dir begegnet kein Unheil, *
deinem Zelt naht keine Plage.

Denn er befiehlt seinen Engeln, *
dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Sie tragen dich auf Händen, *
damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;

du schreitest über Löwen und Nattern, *
trittst auf junge Löwen und Drachen.

Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. *
Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.

Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. /
In der Bedrängnis bin ich bei ihm, *
ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren.

Ich sättige ihn mit langem Leben, *
mein Heil lass ich ihn schauen.

Lesung

Lesung aus dem Buch Exodus

Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte
Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.

Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.

Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war.

Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt. Das ordnet der HERR an: Sammelt davon so viel, wie jeder zum Essen braucht, ein Gomer für jeden, entsprechend der Zahl der Personen in seinem Zelt! Die Israeliten taten es und sammelten ein, der eine viel, der andere wenig. Als sie die Gomer zählten, hatte keiner, der viel gesammelt hatte, zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte so viel gesammelt, wie er zum Essen brauchte. Mose sagte zu ihnen: Davon darf bis zum Morgen niemand etwas übrig lassen.
Doch sie hörten nicht auf Mose, sondern einige ließen etwas bis zum Morgen übrig. Aber es wurde wurmig und stank. Da geriet Mose in Zorn über sie.

Wort des lebendigen Gottes.

(Ex 16,1-4.13b-20)

Impuls

Das Volk Israel murrte damals. Wir seufzen heute. Schulen und Kitas sind geschlossen. Die Freizeitangebote sind drastisch zusammengeschrumpft, soziale Kontakte eingeschränkt. Nach dem ersten Aufatmen, dass der Terminkalender leerer geworden ist und mehr Ruhe einkehrt, droht die Stimmung zu kippen. Das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, steigt. Menschen in meiner Nähe fordern meine Geduld und meine Nerven heraus. Was kann man da tun? Murren – einen Schuldigen suchen – sich selbst bemitleiden.

Gott durchbricht die Spirale der trüben Gedanken. Er schenkt Nahrung und somit Kraft sich der Wüstensituation neu zu stellen. Gott setzt das Volk nicht unmittelbar in das gelobte Land, in dem sie sich niederlassen können. Den beschwerlichen Weg müssen die Israeliten schon noch bewältigen. Aber ER spricht ihnen Hilfe zu und unterstützt sie tatkräftig – auch uns! Seine Zusage gilt auch mir: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht.“ (Jes 49,15).

Das Gebet, ein ernsthaftes Sprechen mit Gott, das mehr ist als eine Aufzählung meiner Wünsche, lässt mich über den Tellerrand blicken und neue Freiheit und Gelassenheit erfahren. Es lässt auch mich aufbrechen die momentanen Herausforderungen neu zu bewerten und anzugehen.

Und so verschiebt sich auch mein Blick, weg von mir selbst, hin zum*zur Nächsten. Ist er*sie Konkurrent*in beim Einkauf von Nudeln, Klopapier und Desinfektionsmittel oder immer noch Mitmensch, mit dem*der ich die jetzige Lage gemeinsam bestehen will? Manche Israeliten bunkerten das Manna für sich. Gebracht hat es ihnen nichts. Letztendlich ist es schlecht und ungenießbar geworden. Das Volk Israel brauchte in der Wüste immer wieder den Schubs Gottes, damit sie wieder zusammen gearbeitet und sich als Solidargemeinschaft verstanden haben. Nur gemeinsam konnten sie die Wüste hinter sich lassen und ins gelobte Land einziehen. Nur gemeinsam können auch wir den Virus eindämmen und unser normales Leben zurückgewinnen.

Durch die Taufe sind wir zu Propheten*Prophetinnen Gottes geworden, deren Auftrag es ist auch unsere Gesellschaft ein wenig anzustupsen hin zum Guten.

Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du treuer Begleiter durch alle Höhen und Tiefen. Dich bitten wir:

  • Unterstütze die Forscher*innen in der Suche nach Impfstoffen und Gegenmitteln, die das Virus bekämpfen.
  • Schenke Kraft, Ausdauer und Geduld den Menschen, die in der Medizin, in der Pflege und in der Lebensmittelversorgung tätig sind.
  • Sende Deinen Geist der Weisheit den Politiker*innen, Machthaber*innen und den Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Kirche für die schweren Entscheidungen, die sie treffen müssen.
  • Sorge Dich um die Infizierten, die Menschen in der Quarantäne und um ihre Angehörigen.
  • Steh allen bei, denen die momentane Situation Angst bereitet, und stifte neuen Mut.
  • In Dir, Gott, finden wir Trost und Halt. So wollen wir beten wie Christus schon gebetet hat.

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Meditation

eine unsichtbare sintflut
bricht über uns herein
reißt sichtbar
unseren alltag mit sich
und das rettungsboot
so archeuntypisch
heißt zuhause
heißt mitgefühl
heißt alleinsein
und zusammenhalt
doch völlig egal
was noch kommt
die olivenzweigtaube
ist schon unterwegs
(Wolfgang Metz)

Gebet

Gott,
du bist die Quelle des Lebens.
Du schenkst uns Hoffnung und Trost in schweren Zeiten.
Dankbar erinnern wir uns an deinen Sohn Jesus Christus,
der viele Menschen in deinem Namen heilte
und ihnen Gesundheit schenkte.

Angesichts der weltweiten Verbreitung
von Krankheit und Not bitten wir dich:

Lass nicht zu, dass Unsicherheit und Angst uns lähmen.
Sei uns nah in der Kraft des Heiligen Geistes.
Lass uns besonnen und verantwortungsvoll handeln
und unseren Alltag gestalten.
Schenke uns Gelassenheit und die Bereitschaft,
einander zu helfen und beizustehen.

Sei mit allen, die politische Verantwortung tragen.
Sei mit allen, die gefährdete und kranke Menschen
begleiten und sie medizinisch versorgen.

Lass uns erfinderisch sein in der Sorge füreinander
und schenke uns den Mut zu Solidarität und Achtsamkeit.

Gott, steh uns bei in dieser Zeit,
stärke und segne uns.

Amen.

(Norbert M. Becker)

Segen

Es segne und begleite uns,
es weise uns immer wieder neue Wege auf,
und verwandle Dunkelheit in Licht,
der gegenwärtige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Mariengruß

Wir grüßen Dich Maria,
Dich, die unter dem Kreuz ausgeharrt hat.
Du bist nicht geflohen,
hast nicht weggeschaut,
sondern die Situation ausgehalten.
So konntest Du Deinem Sohn Trost spenden,
das Leid mittragen
und so etwas erleichtern.
Liebende Mutter,
bleibe in diesen Wochen und Monaten auch bei uns
und bete mit uns gemeinsam zum Vater.

Amen.

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