Am Karfreitag wird des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz gedacht – insbesondere in Kreuzweg-Andachten und bei der Karfreitagsliturgie. Letztere fand auch heuer nachmittags in der Pfarrkirche von St. Jakob statt, wenn auch bedauerlicherweise hinter verschlossenen Türen.

Der Einzug von Pfarrer Dieter Zinecker und Gemeindereferentin Michaela Maier vollzog sich dabei in Stille, da ja seit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis hin zur Osternacht alle Kirchenglocken verstummt sind. Im Wortgottesdienst stand die Leidensgeschichte nach Johannes im Mittelpunkt, die in erschütternder Weise die Verhaftung, die Schuldzusprechung durch Pilatus sowie Kreuzigung, Tod und Begräbnis schildert.

Der Stadtpfarrer erinnerte in seiner Predigt an Worte von Dietrich Bonhoeffer, welche sehr treffend seien für den Karfreitag: „Herr Jesus Christus, du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich, du kennst alle Not der Menschen, du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht, du vergisst mich nicht und suchst mich, du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre. Herr, ich höre deinen Ruf und folge. Hilf mir!“. In diesen Zeilen komme, so Zinecker, etwas zum Ausdruck, was man gern übersehe: Oft würden Kreuze heute als Kunstwerke angesehen und nach eigenem Gefallen ausgesucht – dabei sei klar: „Der Gekreuzigte hat seine letzte Station noch nicht erreicht. Mit österlichem Blick schaue ich darauf“. Anders verhalte es sich mit dem Karfreitag und dem Karfreitagskreuz. Das verbinde man mit „Leid, Schmerz, Verleugnung der Freunde, Gott-Verlassenheit und Todesangst Jesu“.

„Du bleibst bei mir: Dieses Wort Bonhoeffers ist in seiner Schlichtheit ein Gedanke, der anderen helfen kann: Anderen, die selbst ihr Kreuz tragen; andere, die den Kopf schütteln über den Lauf der Welt, über Kriege, Tod, über das Warum von Katastrophen, von Krankheiten, die alles still stehen lassen (…) Du bleibst bei mir: Gott sei Dank und Gott sei Dank endet auch unser Gedenken an die Lebenshingabe Jesu nicht heute, es steht noch etwas aus … Amen.“

Breiten Raum nahmen nach der Predigt noch die Kreuzverehrung ein (s. Bild) sowie die Fürbitten, die von Pfarrer und Gemeindereferentin abwechselnd vorgetragen wurden.

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