In der Passionszeit war der Kreuzweg ganz anders zu erleben. Hajo Maier, Orgel und Gabriele Dahlmann, Sprecherin führten die Zuhörer auf dem leidensvollen Weg Jesus von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zu seinem letzten Satz: Es ist vollbracht. Hajo Maier spielte eine Symphonie-Passion. Die große Orgel von St. Jakob, mit ihren unendlichen Klangfarben, ist dafür ideal.

Maier ließ die Orgel vom zartesten Pianissimo bis zum Fortissimo des vollen Werkes erklingen. Jede Station stellte er da und gab mit den Improvisationen diesen ganz besondere Tiefe. Er wählte dazu jedoch nicht nur Moll Tonarten, sondern auch ein helles A-Dur, welches die Dunkelheit durchbricht. Das Thema „Kreuz“ kommt immer wieder in dumpfen Akkorden vor. Als Simon von Cyrene Jesus hilft das schwere Kreuz zu tragen, ist die Stimmung in hellen E-Dur zu erleben. Simon, wie ein helfender Engel – ganz anders als das gaffende, lärmende Volk, das immer wieder in schrillen Tönen seinen Ausdruck findet. Das helle A-Dur lässt Veronika, die Jesus das Schweißtuch reicht, schon fast fröhlich erscheinen. Die weinenden Frauen stellt Maier in einer klagenden c-moll Sequenz da, ein Klagen, das die Kirche St. Jakob erfüllt und die Zuhörer tief trifft. Diabolisch, ja fast grotesk stellt er diese Station da. Die Hammerschläge, die Jesus ans Kreuz nageln, dröhnen durch den Raum. Fast wie das Pochen des Herzens. Von e-Moll nach d-Moll geht es als Jesus am Kreuz stirbt. Leere und Dunkelheit sind fast körperlich zu spüren. Fast wie ein Trauermarsch erscheint die Grablegung.

Die Zuhörer waren sekundenlang ganz still und ließen das Erlebte nachklingen.

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