„Wer glaubt, ist nie allein!“: Das wohlbekannte Kirchenlied hallte am Sonntagvormittag weithin über den Chamer Marktplatz. Die dort anlässlich des Stadtfestes errichtete Bühne war kurzerhand zum Altarraum umfunktioniert worden und von dort feierte Stadtpfarrer Dieter Zinecker, begleitet von Pater Raja (zu Gast aus Viechtach), Gemeindereferentin Michaela Maier und einigen Ministranten den Sonntagsgottesdienst (im Bild). Er konnte dazu, „in der Kathedrale Gottes, unter freiem Himmel“ viele Gläubige begrüßen, die sich im weiten Rund bei strahlendem Sonnenschein versammelt hatten und das besondere Umfeld genossen.

In seiner Predigt „übersetzte“ der Stadtpfarrer das Evangelium vom Reich Gottes, dem Gleichnis vom Senfkorn und der selbstwachsenden Saat, deren Sämann Jesus Christus selbst ist, schwungvoll in die Gegenwart. Nicht ein vorschnell gefasstes Urteil „So ein kleines Samenkorn, da wird nichts draus“ sei daraus zu fürchten. Mit Worten „wie Urgestein“: Säen, wachsen, reifen, Reich Gottes – werde vielmehr eine wohltuende Atmosphäre der Gelassenheit vermittelt. Wie der Bauer den Samen säe und nach einer Zeit des Wartens ohne weiteres Zutun das reife Korn ernten könne, so könne auch der heutige Mensch nach dem „Säen“ damit rechnen, dass etwas Gutes komme. „Denn ich bin überzeugt: Gott ist am Werk: Gott wirkt etwas, was ich selbst nicht bewirken kann. Wie das aussieht, findet sich in Worten eines unbekannten Autors: „Das Reich Gottes ist angebrochen, wenn meine Fäuste sich öffnen und meine Hände zu schenken beginnen, wenn meine lahmen Füße Wege der Liebe wagen und zum Nächsten eilen, wenn meine blinden Augen im Gesicht der anderen Brüder oder Schwestern erkennen, wenn meine tauben Ohren selbst den stummen Schrei der Hilfesuchenden hören“. – So wächst das Reich Gottes heran. Da: Samenkörner – ausgestreut in unsere Welt … Gott streut sie aus in unsere Herzen. Damit – wenn die Zeit reif ist – Gutes, Lebendiges, das Leben Förderndes heranreift.“

Nach der Predigt wurde Eucharistie gefeiert. Mit neuen geistlichen Liedern bereicherte der Jugendchor der Pfarrei den stimmungsvollen Gottesdienst. Am Ende freute sich Pfarrer Zinecker über die gelungene Feier des Sonntags „im Angesicht des Hl. Jakobus“ (sichtbar im Wandbild am Ostchor der Stadtpfarrkirche) und richtete ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und alle Mitfeiernden. Der reiche Applaus bewies: Die Saat war aufgegangen zu dieser Stunde ….

Sobald ihre Musik – stimmlich und instrumental – den Kirchenraum mächtig erfüllt, kommt Vieles in Schwingung: Es entfaltet sich die ganze Strahlkraft und Dynamik von Neuem Geistlichen Liedgut, und umgehend spürbar wird die Freude bei den Zuhörern, daran teilzuhaben. Lebhaft und lebendig, wie ihr Name schon nahelegt, präsentierte sich die seit mehr als zwei Jahrzehnten wohlbekannte Musikgruppe VIVACE unter ihrem Leiter, Thomas A. Gruber aus Rimbach, auch diesmal beim Sonntags-Vorabendgottesdienst in Cham St. Jakob.

Mehr oder minder regelmäßig sind sie hier zu Gast – und begeistern die Gläubigen mit ihrem reichhaltigen und harmonisch aufeinander abgestimmten Repertoire immer wieder aufs Neue. Auch Zelebrant Stadtpfarrer Dieter Zinecker (s. Bild) freute sich sehr über die musikalische Bereicherung des Gottesdienstes und sagte dem 18-köpfigen Ensemble am Ende ein herzliches Vergelts Gott, verbunden mit dem Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen und -hören. Mit großem Applaus wurde VIVACE schließlich verabschiedet.

Kaum war die Dämmerung hereingebrochen über den Karsamstag, strahlte verheißungsvolles Licht vor den Stufen zur St. Jakobskirche: Entfacht wurde dort das Osterfeuer, von Stadtpfarrer Dieter Zinecker gesegnet und die Osterkerze daran entzündet. „Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen!“ kündete es feierlich. Damit war – nach 40-tägiger Fastenzeit – das große Ziel erreicht: Ostern durfte voller Freude in der Osternacht begangen werden – und gerade noch fassen konnte das Gotteshaus die vielen Gläubigen, die sich versammelt hatten, um in stimmungsvoller Atmosphäre das Ereignis in Lichtfeier, Wortgottesdienst, Taufe und Eucharistie mitzuerleben.

„Lumen Christi“ sang der Stadtpfarrer in dreifacher Folge zum Einzug durch das Dunkel der Kirche und geleitete die Osterkerze zum Altar, deren Licht durch die Ministrantenschar allen Mitfeiernden weitergereicht wurde. Gemeindereferentin Michaela Maier ließ das Osterlob warm erklingen, das in seinen Versen das Ostergeheimnis auf wunderbare Weise preist: „O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet“. Der Wortgottesdienst schloss sich an, mit den alttestamentarischen Lesungen, den Antwortpsalmen von Kantorin Eva Berzl, dem Osterhalleluja unter festlichem Geläut aller Kirchenglocken, und dem Markus-Evangelium: „… Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (…)“.

In seiner Festpredigt spannte Pfarrer Zinecker einen Bogen, ausgehend von dem alle Zeit und Raum überdauernden Ostergeschehen hin zum Denken und Handeln des modernen Menschen. Das Neuzeitliche machte er fest am „Welttag der Datensicherung“, dem world backup day, der seit 2011 am 31.03. jeden Jahres begangen werde und dazu mahne, alle wichtigen persönlichen Daten der Vergangenheit und Gegenwart digital abzusichern für alle Zeit. Einen solchen Sicherungsvorgang für den persönlichen Glauben beinhalte auch das Geschehen der Osternacht: „In beeindruckenden gottesdienstlichen Zeichen halten wir uns vor Augen, was „Glaube“ bedeutet, welche Geschichte er hat.“ Das gehe gemäß den biblischen Lesungen zurück bis zum Ursprung, als Gott die Welt schuf, und bis zum damaligen bahnbrechenden Ereignis: Der Auferstehung Jesu von den Toten als erster aller Menschen. Es setze sich fort in unser Heute und Morgen. „Seitdem glauben, hoffen, bangen wir: Auch wir werden auferstehen (…). Backup Osternacht: Glaube, Hoffnung und Liebe zählen, bleiben, haben Gewicht – auf der Welt und über die Welt hinaus. Ich überlege, was brauche ich in Zukunft, was darf nicht verloren gehen. (…) So vieles sagt mir die Osternacht: Gott handelt und wirkt in diese Welt und in meinem Leben. Er öffnet mir einen Horizont, den ich mir noch nicht vorstellen kann. In Christus hat das Wort Heil und Erlösung eine neue Qualität bekommen: Wir sind nicht mehr für den Tod bestimmt, sondern für das Leben; nicht mehr für das Grab in der Erde, sondern für den Himmel. Wer diese Nacht kennt, hat das Wesen des Christentums begriffen“.

Nach der Predigt durfte sich die Pfarrgemeinde über die Taufe von Lotte Andrea Groitl freuen und erneuerte das eigene Taufversprechen. Österliche Feststimmung kam auch im kräftigen Gesang, begleitet von Eva Berzl an der Orgel, immer wieder zum Ausdruck: „Der Heiland erstand. Der Heiland erstand!“. In der Eucharistie wurde schließlich zum Festmahl des auferstandenen Herrn geladen, bevor der Ostersegen und die Segnung der Osterspeisen die nächtliche Feier beschlossen.

Am Ende richtete Pfarrer Zinecker ein herzliches Vergelts Gott an alle Beteiligten und ein „Frohes Ostern“, im Namen auch von Kaplan, Diakon und Gemeindereferentin, an alle Gottesdienstbesucher, bekräftigt noch durch einen persönlichen Ostergruß an den Kirchenportalen, der gerne erwidert wurde.

Im Bild
– Am Osterfeuer wurde die Osterkerze entzündet
– Feier der Auferstehung im Lichtschein
– „Frohe Ostern!“ wünschte der Pfarrer den Gläubigen am Kirchenportal
– Neues christliches Leben für Lotte Andrea Groitl

Jährlich am 22. November wird der Namenstag der Heiligen Cäcilia von Rom, der Patronin der Kirchenmusik, begangen: Ein guter Anlass für den Cäcilienchor von Cham St. Jakob, sich am folgenden Samstag zu einer abendlichen Feier zusammenzufinden und das gesellige Miteinander zu pflegen.

Zuvor allerdings stand die eigentliche Domäne, das gemeinsame Singen, im Blickpunkt:
Der Chor unter Leitung von Eva Berzl umrahmte die Vorabendmesse in St. Jakob mit der Missa brevis in F von Valentin Rathgeber und verlieh dem an diesem Sonntag gefeierten Hochfest Christkönig noch zusätzlich ein festliches Gepräge. Während der Kommunionfeier brachten die Sängerinnen und Sänger auch eine Vertonung des Psalms 100 von Carl Stern zu Gehör. Lebhaft und majestätisch klang es da: „Jauchzet dem Herrn alle Welt. Dient dem Herrn mit Freuden …“ Zum Gloria und zum Glaubensbekenntnis konnten dann auch die vielen Gläubigen miteinstimmen.

Stadtpfarrer Dieter Zinecker als Hauptzelebrant des Gottesdienstes richtete am Ende herzliche Worte des Dankes „an die Empore“ und sagte den Mitwirkenden ein herzliches Vergelts Gott für ihren wertvollen Dienst und ihre Einsatzbereitschaft das ganze Jahr über.

Im Bild: Die Sängerinnen und Sänger des Cäcilienchores mit Eva Berzl an der Orgel

Der spontane Beifallssturm der zahlreich versammelten Gläubigen am Ende der sonntäglichen Vorabendmesse in Cham St. Jakob sprach für sich – und kam nicht von ungefähr. Denn wo feierliche Liturgie und begleitende Kirchenmusik, wenn auch aus unterschiedlichen Epochen, so große Wirkung und Strahlkraft erzielen, macht sich fast zwangsläufig Festtagsstimmung breit.

Sie boten wahrlich eine feine Leistung: Die Chöre, die anlässlich des Kirchenchortages des Dekanats Cham am vergangenen Samstag den Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche musikalisch mitgestalteten (St. Josef Cham, Mariä Himmelfahrt Furth i. Wald, Chammünster, Wilting, Windischbergerdorf, Sattelpeilnstein, Rötz und der gastgebende Cäcilienverein St. Jakob Cham), begleitet von einem ausgesuchten Orchester aus Streichern, Flöte, Posaune und Oboen (im Bild). Unter der Leitung von Regionalkantor Wolfgang Kraus sangen und spielten sie – mit hör- und erlebbarer Intensität und Leidenschaft – Max Filkes „Missa in G in honorem Sancti Caroli Borromaei“, und fanden damit große Resonanz beim Kirchenvolk.

Zu Recht freute sich daher der Zelebrant, Stadtpfarrer Dieter Zinecker, über das gelungene Zusammenwirken. Wenn der Sonntag als Tag des Herrn und die Eucharistie gefeiert und musikalisch so umrahmt werde, komme die Formulierung vom Eingangslied auf beste Art und Weise zur Entfaltung: „… da berühren sich Himmel und Erde …“.

In seiner Predigt spannte der Geistliche einen imaginären Bogen von der rein kalendarischen Zeitumstellung an diesem Sonntag, über die radikale Zeitumstellung durch die Reformation Martin Luthers, bis hin zu einer ebenso „radikalen, alle Konfessionen ergreifenden Zeitumstellung: Die Reformation der Liebe“, so wie Jesus sie im Tagesevangelium nach Matthäus den Menschen zumute, als Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe. Dabei handele es sich nicht um ein Nebeneinander von Forderungen, Gott, den Mitmensch und sich selbst zu lieben. Vielmehr bedinge das eine das andere: „Diesen Gott kann ich nur lieben, wenn ich (gleichzeitig) den Menschen anschaue, Gottes Geschöpf, Gottes Ebenbild … Darum, liebe Mitchristen, müssen wir als reformierte Menschen aus jedem Gottesdienst, aus jedem Gebet hervorgehen: Als Menschen, die ihr Herz öffnen – für den, der ein offenes Ohr sucht, der auf dein Lächeln hofft, der die bettelnd entgegen kommt, der auf deine Hilfe angewiesen ist. Öffne dein Herz – für die Menschen – für Gott. Stell die Zeit um: Vom Gegeneinander, vom Nebeneinander zum Füreinander – mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft.“

Nach der Predigt wurde die Eucharistie gefeiert. Im Sanctus und im Agnus Dei konnten dabei nochmals die vereinten Chöre ihr Können beweisen. Zum Schlussgesang der „Rosenkranzkönigin“ waren schließlich alle Mitfeiernden eingeladen.

Mit einem herzlichen Dankeschön von Seiten des Stadtpfarrers für die eindrucksvolle Gestaltung und Gemeinschaftsleistung der Chöre und Instrumentalisten endete der stimmgewaltige und stimmungsvolle Gottesdienst.

Patrozinium, Pfarrfest und das Silberne Priesterjubiläum von Pfarrer Dieter Zinecker sorgten am Sonntag für Hochstimmung in der Pfarrei St. Jakob. Viele Pfarrangehörige und zahlreiche Gäste aus Nah und Fern hatten sich zu den Feierlichkeiten eingefunden und waren sichtlich angetan von dem Dargebotenen.

So konnte sich der Stadtpfarrer schon in seinen Begrüßungsworten über ein volles Gotteshaus freuen, die Anwesenheit der Mitzelebranten, Pfarrer i. R. Benedikt Rucker, Kaplan Alexander Dyadychenko, Neupriester Stefan Hackenspiel, Diakon Alfred Dobler, Gemeindereferentin Michaela Maier und zahlreicher Ministranten tat ein Übriges. „Die Gemeinschaft der Gläubigen, das ist unser Reichtum“ stellte er fest. Mit dem Hl. Jakobus als Patron des Aufbruchs und des Vorangehens wisse man sich gemeinsam in guter Obhut.

In seiner Predigt erzählte Zinecker von einem diesjährigen Aufenthalt in Israel, zusammen mit Kollegen seiner Priesterweihe. Eine besondere Stätte bereits seiner Studentenzeit vor 30 Jahren habe es ihm besonders angetan, auch um dort Messfeier zu halten: Tabgha am See Genesareth, „ein kleines Paradies“. Dort habe er damals die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten genossen, die sich, ohne Ansehen ihrer israelischen oder palästinensischen Herkunft, um Behinderte gekümmert hätten; dort habe er das Evangelium vor Augen gehabt, das an diesem Ort lokalisiert werde: Jesus gibt den Menschen gute Worte, mehr noch: Er lehrt sie und gibt ihnen ein neues Denken, er erfüllt Seele, Geist – und mit 5 Broten und 2 Fischen auch die leiblichen Bedürfnisse. Tabgha als eine Kraftquelle, „ein Ort, an dem die Eucharistie zuhause ist“ – Eucharistie in einem weiten Sinn: „Freiheit, kein Zwang, Weite, Zuwendung zu den anderen, den Hilfsbedürftigen, ein Berührungspunkt mit Gott. – All das gehört zu Eucharistie in jeder Feier der Gegenwart Gottes in unserem Leben. Und das brauchen wir, ich – Sie, Groß Und Klein: Ich brauche eine Zeit, einen Ort, eine Idee, wo ich mich ausrichten kann, wo ich menschliche und geistliche Heimat spüre …“.

Nach der Predigt wurde Eucharistie gefeiert, zusammen mit den Besuchern der Kinderkirche. Für den Priesterjubilar hatten Gemeindereferentin Michaela Maier und Kirchenpflegerin Martina Altmann noch vor dem Schlusssegen überraschende Momente parat: Eine Reihe von Kommunionkindern gratulierte anhand heiterer Verse zu 25 Jahren priesterlichen Wirkens, Maier und Altmann überreichten mit herzlichen Worten des Dankes das Geschenk der Pfarrei, ein Priestergewand. Am Ende des feierlichen Gottesdienstes vereinten sich alle Stimmen zum Tedeum, nachdem zuvor der Kirchenchor unter Leitung von Eva Berzl musikalische Akzente gesetzt hatte.

Dass sich die Chamer Pfarrei auch auf das weltliche Feiern gut versteht, stellte sie beim anschließenden Pfarrfest unter Beweis. Schnell füllten sich die Plätze auf dem Freigelände beim Hotel am Regenbogen (Kolpinghaus), und die heitere Besucherschar fand sich zur angeregten Unterhaltung zusammen. Pfarrer Zinecker konnte sich vieler weiterer Gratulanten, Glückwünsche und Geschenke erfreuen. Für das leibliche Wohl war rundum gesorgt. Die Einsatzkräfte an Essensausgabe, Grill und Zapfhahn waren hilfreich zur Stelle, ebenso die Bedienungen und Küchenhelferinnen. Auch alle Kaffee- und Kuchenliebhaber kamen dank vieler Kuchenspenden auf ihre Kosten. Die musikalische Umrahmung lag in den Händen von Engelbert Eckert. Ein Lied steuerten auch die Mitglieder verschiedener Gremien der Pfarrei bei und sangen ihrem Pfarrer ein auf ihn gemünztes „Wer glaubt, ist nie allein …“. Eine Laudatio für den Silberjubilar in Gedichtform trug Martina Altmann vor und Christoph Zistler bedankte sich für die Expositur für das harmonische Zusammenwirken.

Am Spätnachmittag klang das Fest, ein großes Gemeinschaftserlebnis für alle Beteiligten, langsam aus.

Im Bild: Impressionen von Patrozinium, Pfarrfest und Priesterjubiläum

Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit: Stefan Hackenspiel feierte seine Primiz in seiner Heimatgemeinde Cham St Jakob.

Den feierlichen Gottesdienst und das daran anschließende Fest ließen sich viele Besucher nicht entgehen. Für viele Gläubige war sicherlich der Einzelprimizsegen am Nachmittag im Rahmen der Dankandacht ein weiterer Höhepunkt.

Des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedachten heuer am Palmsonntag, dem Beginn der Heiligen Woche, besonders viele Pfarrangehörige in St. Jakob Cham. Sie hatten sich bei strahlender Morgensonne im Innenhof der Gerhardinger Realschule versammelt, wo sie von Stadtpfarrer Dieter Zinecker zu einer feierlichen Statio, gesanglich begleitet vom Kirchenchor, begrüßt wurden. Der Geistliche segnete die Palmzweige – Symbol des Lebens und des Sieges – und die Palmbuschen der Gläubigen, durch sein Weihegebet und das Besprengen mit Weihwasser, und verkündete das Matthäus-Evangelium: „…Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn…“.

Gleich im Anschluss reihten sich alle ein in den langen Zug der Palmprozession zur Stadtpfarrkirche, angeführt von Ministranten mit dem festlich geschmückten Prozessionskreuz, den Kindern mit Gemeindereferentin Michaela Maier und dem Stadtpfarrer. Unterwegs wurden wiederholt mächtige und freudvolle Liedrufe angestimmt: „Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit…“.

In der Pfarrkirche stand schließlich die szenisch aufbereitete Verkündung der Leidensgeschichte durch einige Kommunionkinder und die Feier der Eucharistie im Mittelpunkt. Zum gemeinsamen Gebet des Vaterunsers stießen auch die Besucher der Kinderkirche vom Pfarrheim zu den versammelten Gläubigen hinzu, so dass eine schöne Gemeinschaft aller Generationen vereint war. „“Christus Sieger, Christus König“ haben wir heute gefeiert“ freute sich Stadtpfarrer Zinecker in den Schlussworten und dankte ganz herzlich allen Beteiligten für ihr Mitfeiern. Mit seinem Segen endete der feierliche Palmsonntags-Gottesdienst.

Im Bild: Die Palmweihe unter freiem Himmel / der mächtige Zug der Palmprozession / szenische Darstellung der Passion in der Stadtpfarrkirche

Die Weihnachtsbotschaft ist über 2000 Jahre alt – und kann in den Texten der Heiligen Schrift aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Doch niemals ist sie bloße Historie, sondern sie spielt in gleicher Weise in der Gegenwart, jeden Tag und jede Stunde, wie Stadtpfarrer Dieter Zinecker in seiner Festpredigt in der Christmette einleuchtend darlegte. Und: Sie setzt Gottes Plan um, auch wenn sie damit von Menschen ersonnenen Regeln und (Rang)Ordnungen zuwiderläuft und selber das Maß setzt.

Das Festgeläut der Stadtpfarrkirche St. Jakob zur nächtlichen Stunde des Heiligen Abends hatte keinen Zweifel offengelassen: Die lange Zeit der Vorbereitung war zu Ende, freudig durfte Weihnachten, die Geburt Christi gefeiert werden. Auch vom äußeren Rahmen her strahlte das Gotteshaus, mit dem Kind in der Krippe im Mittelpunkt und den sternengeschmückten Christbäumen an den vorderen Seitenaltären, Festtagsatmosphäre aus. 2Nun freut Euch, Ihr Christen…“ und weitere bekannte Weihnachtslieder sangen die vielen mitfeiernden Gläubigen kräftig mit, nachdem Pfarrer, Kaplan Alexander Dyadychenko, Diakon Alfred Dobler und eine stattliche Anzahl von Ministranten in die anfangs nur spärlich beleuchtete Kirche eingezogen waren. Es komme nicht von ungefähr, so die Begrüßungsworte von Pfarrer Zinecker, dass sich oft gerade im Dunkel der Nacht bedeutungsvolles, ja bahnbrechendes Geschehen ereigne (z.B. in der Osternacht oder eben heute), um dann im Licht des Tages seine eigentliche Strahlkraft zu entfalten. Solche Kraft war auch in der Frohbotschaft des Weihnachtsevangeliums zu spüren, die Kaplan Alexander Dyadychenko verkündete.

In seiner Predigt erzählte Pfarrer Zinecker von der Aufführung eines Krippenspiels, in dessen Verlauf der Schauspieler in der Rolle des missmutigen Herbergswirts, der die um Einlass bittenden Josef und Maria eigentlich wutschnaubend wegschicken soll, vorübergehend „aus der Rolle fällt“: Es kommt urplötzlich etwas über ihn, was ihn aus tiefster Seele rufen lässt: „Kommt doch herein und trinkt eine Tasse Tee. Dann muss ich Euch (notgedrungen) weiterschicken, weil das Spiel weitergehen muss.“ Genau das bedeute Weihnachten: Es sei die Freundschaftsanfrage Gottes an jeden Menschen, ob man Gott einlasse in das eigene Leben, Denken und Handeln – oder ihn wegschicke und sich selbst die Welt zurechtrücke.

Für den Prediger war dies erst ein Teil der Geschichte, hinzu trete etwas Wesentliches: Der Krippenspieler habe sich gezwungen gesehen, umgehend wieder in seine Rolle zurückzukehren, „damit das Spiel weitergehen könne“, und mit ihm die alten Ordnungen, nach denen die Reichen und Mächtigen in der Welt das Sagen haben. Wenn es dagegen nach Gottes Plan und seiner Liebe zu allen Menschen gehe, sei von Anfang an alles anders. Die Hirten auf dem Felde seien die ersten gewesen, denen sich „der Himmel geöffnet“ habe und die erkennen durften, dass sie vor keiner Macht der Welt mehr die Knie beugen müssten, wenn sie zu dem Glauben gekommen seien: Da ist das Heil der Welt. – „Liebe Mitchristen, Jesus gehört nicht der Hl. Familie und Weihnachten nicht der Kirche. Nein, da ist etwas geschehen, was alle betrifft, wo jeder gemeint ist: Die Liebe Gottes hat Gestalt angenommen (…). Ein totales Gegenbild zu Hass und Gewalt. Das Licht leuchtet auf in dunkler Nacht, damit es in der Welt nicht weitergeht wie bisher, damit ein oft Menschen verachtendes Spiel nicht so weiterläuft. Komm herein, leuchte, strahle, lass dich loben und anbeten, bleib in meinem Leben und in meinem Herzen.

Nach der Predigt wurde Eucharistie gefeiert. Der Chor unter Leitung von Hermann Seitz und der Mitwirkung mehrerer Streicher sorgte hier wie auch zuvor im Kyrie und Gloria für stimmungsvolle Begleitung (Orgelsolomesse von Mozart, „Pastores“ von F. Bühler). Noch vor dem feierlichen Schlusssegen wünschte Pfarrer Zinecker, auch namens Kaplan und Diakon, allen Mitfeiernden frohe Weihnachten. Die Christmette endete traditionell: „Stille Nacht, Heilige Nacht…“.

Nicht nur die St. Jakobskirche präsentierte sich am vergangenen Sonntag in ihrem Festgewand – im Schein der Kerzen allerorten. Zum Kirchweihfest ließ auch der Cäcilienchor (im Bild) unter der Leitung von Hermann Seitz besonders schöne Kirchenmusik erklingen („missa laetatus sum“ von Wolfram Menschick; Heinrich Schütz „Von Gott will ich nicht lassen“). Das feine Spiel der Streicher gab dem harmonischen Vortrag noch intensiveren Ausdruck.

In diesem musikalischen Rahmen machte Kaplan Alexander Dyadychenko als Zelebrant des Festgottesdienstes die „Macht des Gebets“ zum Schwerpunkt seiner Predigt. Ausgehend vom Lukas-Evangelium, mit der sehr aktuell anmutenden Frage, ob denn der Menschensohn bei seinem Wiederkommen auf Erden noch „Glauben“ antreffen werde, betonte der Kaplan nachdrücklich die grundlegende Bedeutung des Gebets und einer betenden Gemeinschaft – für das Glaubensleben in Gegenwart und Zukunft.

Am Ende der Kirchweih-Messe kam dann nochmals feierlicher Gesang zum Tragen, diesmal gemeinsam mit Volkes Stimme: „Großer Gott, wir loben dich…“.