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Gemäß dem diesjährigen Leitwort „Wir sind Gesandte an Christi statt“ wurde am vergangenen Wochenende in unserer Pfarrei der Weltmissionssonntag gefeiert.

In den Gottesdiensten wurde den Gläubigen ins Bewusstsein gerufen, dass Mission nicht ein Auftrag für einige wenige Profis ist, sondern für jeden Christen. Und dass man über den eigenen Tellerrand hinausschauen muss – in diesem Fall nach Nordostindien als Schwerpunktregion des Missionssonntags 2019 -, um sein persönliches Denken und Handeln daran ausrichten zu können.
Beim „Missionscafé“ im Pfarrheim am Sonntagnachmittag war dann für zahlreiche Besucher Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Kaffee- und Kuchenbuffet, das Pfarrvikar Pater Jim unter Mithilfe einiger Frauen aus Pfarrgemeinderat und Kinderkirche-Team organisiert hatte und das einen beachtlichen Spendenerlös erbrachte.

Der Geistliche hatte auch ein Kurzreferat über sein Heimatland vorbereitet und bot in Wort und Bild interessante Einblicke in das riesige Land zwischen Himalaya und 6.000 km langem Küstengebiet am indischen Ozean. Ein Land mit vielen Superlativen, wie sich eindrucksvoll belegen ließ: Mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichste Demokratie der Erde; 3,3 Mio. km² Fläche, gegliedert in 29 Bundesstaaten, mit einer schier unüberschaubaren Vielfalt an Sprachen und Völkern. Leider auch ein „Markenzeichen“: Die vielen sozialen Probleme, dargestellt am Beispiel von ausgebeuteten Teepflückerinnen, die trotz schwerer Arbeit nicht das Nötigste zum Leben verdienen.

Der Pfarrvikar beleuchtete auch das Thema Religion, mit der vielsagenden Information: „Es gibt keine Staatskirche in Indien – noch besteht Religionsfreiheit.“

Die Zugehörigkeit zu den einzelnen Religionsgemeinschaften sorgte für Erstaunen bei den Zuhörern: Das Christentum ist mit lediglich 2,3 % -Anteil gegenüber dem Hinduismus (79,8 %) und dem Islam (14,2 %) überdeutlich in der Minderheit, wenngleich es in einzelnen Regionen ganz andere Mehrheitsverhältnisse gibt.

Sehr erfreulich sei der Stellenwert von christlicher Kirche und Religion und die lebendige missionarische Kirche in Nordostindien, die seit ihren Anfängen vom Engagement der Laien lebe. In einer kurzen Filmeinspielung wurde demonstriert, wie Ordensfrauen (sog. touring sisters) in unwegsamem Gelände und auf „Trampelpfaden“ von Dorf zu Dorf wandern, mit den Menschen vor Ort beten oder auch medizinische Hilfe leisten.

Am Ende des Vortrags dankte Martina Altmann namens des Pfarrgemeinderates für die vielen interessanten Ausführungen und Pater Jim konnte sich über den großen Beifall aller Anwesenden freuen.

Im Bild:
– Zur Gottesdienstfeier war der Altar von symbolträchtigen Gegenständen umgeben
– Pfarrvikar Pater Jim mit seinen Helferinnen

Mit einer großen Anzahl Ministranten zog Herr Pfarrvikar Pater Jim am Sonntag in die St.Laurentiuskirche in Vilzing ein. Nach der feierlich gestalteten Messe wurde der Geistliche von Herrn Christoph Zistler, Sprecher der Kirchenverwaltung, begrüßt. „Es freut uns, einen indischen Karmelitenpater als unseren neuen Pfarrvikar begrüßen zu dürfen. Bei uns in Vilzing“, so Zistler, „werden Sie in der kommenden Zeit alle priesterlichen Aufgaben wahrnehmen können. Die ersten Schritte haben wir jetzt heute bei ihrem ersten Sonntagsgottesdienst in Vilzing gemacht. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg mit Ihnen und hoffen, dass Sie sich schnell eingewöhnen werden.“

Im Anschluss überreichte Sabine Beer, Ortssprecherin des Pfarrgemeinderates nach alter Tradition Brot und Salz als Willkommensgruß.

Cham „nannalute itavakayilekk svagatam!“: Ein herzliches Willkommen hat es am Samstagabend in der Stadtpfarrkirche St. Jakob für Pater Jim Vadakkumparambil gegeben. Sehr viele Gläubige hatten sich zu seinem offiziellen ersten Gottesdienst eingefunden und erwarteten in gespannter Vorfreude den Einzug des 43-jährigen Ordensgeistlichen an der Seite von Stadtpfarrer Dieter Zinecker, Kaplan Stefan Hackenspiel, Gemeindereferentin Michaela Maier und einer stattlichen Ministrantenschar.

Gleich zu Beginn richtete der Stadtpfarrer freundliche Worte der Begrüßung an den Pfarrvikar und freute sich, dass unter den Mitfeiernden auch zahlreiche Freunde und Bekannte Pater Jims aus Straubing und seinem Umfeld anwesend waren. Sichtlich angetan und bewegt von der guten Einführung feierte der Ordensmann, Karmelit bereits seit 1992 und seit 2016 Rektor der Straubinger Karmelitenkirche, dann die Messe mit den Gläubigen.

In seiner Predigt nahm er das Tagesevangelium in den Blick (wonach es bestimmter Voraussetzungen bedarf, um Christus nachzufolgen) und legte seinen Zuhörern nahe, lieber das persönlich Mögliche zu schaffen als sich das Unmögliche vorzunehmen; besser nur Überschaubares anzufangen und gut zu Ende zu bringen als sich unnötig selbst zu belasten und zu viele Vorhaben unerledigt vor sich herzuschieben. Nicht aber von vorneherein die Hände in den Schoss zu legen, sondern aktiv mitzuwirken am Reich Gottes auf Erden.

Nach der Predigt wurde Eucharistie gefeiert und der feierliche Segen des Pfarrvikars beschloss den stimmungsvollen Gottesdienst, den Eva Berzl an der Orgel und mit Gesang begleitete. Zuvor hatte Pfarrer Zinecker noch ein kleines Präsent in Form eines literarischen Werks von Benediktinerabt Johannes Eckert überreicht und nochmals gute Wünsche mit auf den Weg gegeben.

Gleich im Anschluss an die kirchliche Feier war Gelegenheit zur persönlichen Begegnung mit Pater Jim in lockerer Atmosphäre im Pfarrheim, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Auch die zahlreichen Besucher aus Straubing freuten sich über die freundliche Einladung Zineckers und ließen sich gerne mit Getränken und Häppchen verwöhnen, die der Pfarrgemeinderat vorbereitet hatte. Viele Tischrunden und Bekanntenkreise fanden sich zum angeregten Gedankenaustausch zusammen und Pater Jim war überall ein gefragter Gesprächspartner. Das Begrüßungsplakat in seiner Heimatsprache (Kerala) „nannalute itavakayilekk svagatam“ – „herzlich willkommen in unserer Pfarrei“ – nahm er am Ende des heiteren Abends gerne mit.

Stationen im Leben von Pater Jim Vadakkumparambil John OCarm.
Alter: 43 Jahre, geboren im indischen Bundesstaat Kerala
1992: Eintritt in den Orden der Karmeliter
2005: Priesterweihe nach dem Studium von Theologie und Philosophie
2011: Master in Soziale Arbeit; Tätigkeiten als Rektor einer Hochschule und Seelsorger in 2 Pfarreien
Ab 2013: Niederlassung in Deutschland, Kaplan in der Pfarrei Reit im Winkl
Ab 2016: Rektor der Karmelitenkirche Straubing und Prior des dortigen Karmelitenklosters
Ab September 2019: Pfarrvikar in St. Jakob Cham

Im Bild: Begegnung mit Pfarrvikar Pater Jim im Gottesdienst und im Pfarrheim