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„Allmächtiger Gott, lass die österliche Freude in uns fortdauern, denn du hast deiner Kirche neue Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft (…) in neuem Glanz erstrahlen lassen (…).“

Unter anderem mit diesen Worten im Tagesgebet wurde der dritte Sonntag der Osterzeit in unserer Pfarrei St. Jakob gebührend begangen – wenn auch der feierliche Gottesdienst, zelebriert von Stadtpfarrer Dieter Zinecker und Pfarrer in Ruhe Josef Amberger, notgedrungen nochmals ohne Öffentlichkeit stattfinden musste.

Der Ruhestandspfarrer trug das Johannes-Evangelium vor, in dem als Bild der Kirche das Fischerboot des Petrus eine mühsame Arbeit erscheint, bei der aller Erfolg vom Wort und Willen Jesu abhängt: Denn mit seiner Hilfe ist der zunächst völlig ausbleibende Fischfang plötzlich – überwältigend! – erfolgreich, und mit 153 großen Fischen im Netz kann Jesus sagen: „Kommt her und esst!“.

Amberger wusste das Schriftwort auch in seiner Predigtansprache optimistisch zu deuten: Dass mit dem Vertrauen auf Gottes Nähe, Hilfe und Zuwendung selbst ein anfänglicher Misserfolg zum Erfolg werden kann, für die Jünger damals wie für die Gläubigen heute. Es sei der Sendungsauftrag jedes Christen heute, „hinauszugehen in alle Welt“, Gottes Wort zu leben – und ebenso danach zu handeln.

Sehr ermutigende Worte fand auch Pfarrer Zinecker und brachte seine Hoffnung auf baldige öffentliche Gottesdienste in seinen Schlussworten freudig zum Ausdruck. Mit Gottes reichen Segen bedachte er neben den Anwesenden des Liturgischen Dienstes erneut alle Abwesenden, sowie alle, die gerade jetzt, in bedrängter Zeit, Zeichen der Hilfe und der Zuneigung gut gebrauchen können.

Im Bild:
– Stadtpfarrer Dieter Zinecker und Ruhestandspfarrer Josef Amberger zelebrierten (in gebührendem Abstand zueinander) den feierlichen Gottesdienst am dritten Sonntag der Osterzeit
– Eva Berzl begleitete den Gottesdienst mit Gesang und Orgel

Liebe Kinder, liebe Erwachsene,

fällt euch auch die Decke auf den Kopf? Dann haben wir vielleicht eine schöne Idee für einen kleinen Ausflug im Familienkreis:

Unsere Gemeindereferentin Frau Michaela Maier hat speziell für unsere kleinen Kirchenbesucher einige spannende Rätsel und Knobeleien vorbereitet und in einem Kirchenführer für Kinder zusammengefasst. Wir wünschen euch viel Spaß, Freude und Erfolg beim Lösen der Aufgaben! Schaut euch unsere wunderschöne Kirche an und staunt mit Kinderaugen. Es gibt Vieles und Interessantes zu Entdecken! Die Rätsel können vorher ausgedruckt oder direkt in der Kirche mit dem Smartphone gemacht werden.

Und bitte immer daran denken: Bitte genügend Abstand zu allen anderen Besuchern in der Kirche halten! Bleibt gesund!

Die Pfarrkirche St. Jakob ist täglich für das persönliche Gebet geöffnet von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Der für das kommende Wochenende geplante Besuch von Paul Weismantel mit Predigt und geistlichen Impulsen muss entfallen.

Paul Weismantel hat ein Gebetsheft für die aktuelle Zeit mit Gebeten und nachdenklichen Texten verfasst: „Notruf -Gedanken und Gebete in bedrängter Zeit“. Sie finden weitere Informationen zum Gebetsheft und auch ein VIDEO auch auf der Webseite von Paul Weismantel. Die in der Pfarrkirche zwischenzeitlich aufgelegten Exemplare sind leider alle vergriffen.

Jede Woche werden Gebetsanregungen neu zusammengestellt, die Sie in der Pfarrkirche vorfinden und mitnehmen können. Ebenso liegt auch der Pfarrbrief auf. Lesung und Evangelium des jeweiligen Tages sind auf einem Lesepult vor dem Ambo nachzulesen.

Die Gottesdienste müssen weiter ohne mitfeiernde Gläubige gefeiert werden. Zu diesen Zeiten muss die Kirche geschlossen bleiben: Dies ist am Mittwoch ab 18 Uhr und am Freitag um 7.45 Uhr (Kirche geschlossen bis 8.15 Uhr).

Evangelium für Kinder
3. Sonntag der Osterzeit

(T: M. Maier nach Joh 21,1-14)

Die Jünger sind am See von Tiberias.
Simon Petrus sagt zu den anderen:
„Ich gehe fischen.“
Die anderen Jünger sagen:
„Wir kommen auch mit.“ und steigen mit in das Boot.

Die Jünger fangen während der ganzen Nacht keinen einzigen Fisch.
Als sie am Morgen zum Ufer zurückfahren, steht dort ein Mann.
Es ist Jesus.
Die Jünger erkennen Jesus aber nicht.

Jesus fragt die Jünger:
„Habt ihr etwas zu essen?“
Die Jünger antworten: „Nein.“
Jesus sagt zu ihnen:
„Fahrt noch einmal auf den See. Werft dort das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen.“

Die Jünger machen es so, wie Jesus es ihnen gesagt hat.
Als sie das Netz wieder ins Boot ziehen wollen, ist es sehr schwer und voller Fische.
Da begreift einer der Jünger: Der Mann am Ufer – das ist Jesus.
Er sagt zu den anderen: Es ist der Herr!

Weil das Netz mit den Fischen so schwer ist, kommen andere Jünger mit einem Boot dazu. Sie helfen, das Netz zum Ufer zu bringen.

Am Ufer brennt ein Feuer. Fisch und Brot wird darauf gebacken.
Jesus sagt zu den Jüngern:
„Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.“
Da geht Simon Petrus zum Ufer und zieht das Netz an Land.
Es sind 153 Fisch darin.
Obwohl so viele Fische im Netz sind, zerreißt es nicht.

Jesus sagt zu den Jüngern:
„Kommt zum Feuer und esst.“
Jesus nimmt das Brot und gibt es den Jüngern.
Er nimmt den Fisch und gibt den Jüngern davon.

Die Jünger wissen: Jesus ist jetzt mitten unter uns.
Das ist das dritte Mal, dass Jesus die Jünger nach seinem Tod besucht.

(Spritus-Team der KjG Augsburg, Benedikt Huber)

Kreuzzeichen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Hinführung

In diesen Tagen ist vieles nicht mehr so wie es einmal war. Alles steht Kopf. Äußere Umstände prägen mein Leben und machen dies komplizierter. Das kann Ratlosigkeit und Angst auslösen. Dem*der Beter*in des Psalms 91 ging es nicht anders. Doch da ist etwas, das ihm*ihr Halt, Kraft und Vertrauen gibt – Gott. In seiner Not wendet er*sie sich an IHN und findet so Trost, Zuversicht und neue Hoffnung. So wollen auch wir in sein*ihr Gebet einstimmen.

Psalm

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, *
der ruht im Schatten des Allmächtigen.

Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, *
mein Gott, auf den ich vertraue.

Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers *
und aus der Pest des Verderbens.

Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, /
unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, *
Schild und Schutz ist seine Treue.

Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, *
noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,

nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, *
vor der Seuche, die wütet am Mittag.

Fallen auch tausend an deiner Seite, /
dir zur Rechten zehnmal tausend, *
so wird es dich nicht treffen.

Mit deinen Augen wirst du es schauen, *
wirst sehen, wie den Frevlern vergolten wird.

Ja, du, HERR, bist meine Zuflucht. *
Den Höchsten hast du zu deinem Schutz gemacht.

Dir begegnet kein Unheil, *
deinem Zelt naht keine Plage.

Denn er befiehlt seinen Engeln, *
dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Sie tragen dich auf Händen, *
damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;

du schreitest über Löwen und Nattern, *
trittst auf junge Löwen und Drachen.

Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. *
Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.

Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. /
In der Bedrängnis bin ich bei ihm, *
ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren.

Ich sättige ihn mit langem Leben, *
mein Heil lass ich ihn schauen.

Lesung

Lesung aus dem Buch Exodus

Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte
Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.

Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.

Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war.

Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt. Das ordnet der HERR an: Sammelt davon so viel, wie jeder zum Essen braucht, ein Gomer für jeden, entsprechend der Zahl der Personen in seinem Zelt! Die Israeliten taten es und sammelten ein, der eine viel, der andere wenig. Als sie die Gomer zählten, hatte keiner, der viel gesammelt hatte, zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte so viel gesammelt, wie er zum Essen brauchte. Mose sagte zu ihnen: Davon darf bis zum Morgen niemand etwas übrig lassen.
Doch sie hörten nicht auf Mose, sondern einige ließen etwas bis zum Morgen übrig. Aber es wurde wurmig und stank. Da geriet Mose in Zorn über sie.

Wort des lebendigen Gottes.

(Ex 16,1-4.13b-20)

Impuls

Das Volk Israel murrte damals. Wir seufzen heute. Schulen und Kitas sind geschlossen. Die Freizeitangebote sind drastisch zusammengeschrumpft, soziale Kontakte eingeschränkt. Nach dem ersten Aufatmen, dass der Terminkalender leerer geworden ist und mehr Ruhe einkehrt, droht die Stimmung zu kippen. Das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, steigt. Menschen in meiner Nähe fordern meine Geduld und meine Nerven heraus. Was kann man da tun? Murren – einen Schuldigen suchen – sich selbst bemitleiden.

Gott durchbricht die Spirale der trüben Gedanken. Er schenkt Nahrung und somit Kraft sich der Wüstensituation neu zu stellen. Gott setzt das Volk nicht unmittelbar in das gelobte Land, in dem sie sich niederlassen können. Den beschwerlichen Weg müssen die Israeliten schon noch bewältigen. Aber ER spricht ihnen Hilfe zu und unterstützt sie tatkräftig – auch uns! Seine Zusage gilt auch mir: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht.“ (Jes 49,15).

Das Gebet, ein ernsthaftes Sprechen mit Gott, das mehr ist als eine Aufzählung meiner Wünsche, lässt mich über den Tellerrand blicken und neue Freiheit und Gelassenheit erfahren. Es lässt auch mich aufbrechen die momentanen Herausforderungen neu zu bewerten und anzugehen.

Und so verschiebt sich auch mein Blick, weg von mir selbst, hin zum*zur Nächsten. Ist er*sie Konkurrent*in beim Einkauf von Nudeln, Klopapier und Desinfektionsmittel oder immer noch Mitmensch, mit dem*der ich die jetzige Lage gemeinsam bestehen will? Manche Israeliten bunkerten das Manna für sich. Gebracht hat es ihnen nichts. Letztendlich ist es schlecht und ungenießbar geworden. Das Volk Israel brauchte in der Wüste immer wieder den Schubs Gottes, damit sie wieder zusammen gearbeitet und sich als Solidargemeinschaft verstanden haben. Nur gemeinsam konnten sie die Wüste hinter sich lassen und ins gelobte Land einziehen. Nur gemeinsam können auch wir den Virus eindämmen und unser normales Leben zurückgewinnen.

Durch die Taufe sind wir zu Propheten*Prophetinnen Gottes geworden, deren Auftrag es ist auch unsere Gesellschaft ein wenig anzustupsen hin zum Guten.

Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du treuer Begleiter durch alle Höhen und Tiefen. Dich bitten wir:

  • Unterstütze die Forscher*innen in der Suche nach Impfstoffen und Gegenmitteln, die das Virus bekämpfen.
  • Schenke Kraft, Ausdauer und Geduld den Menschen, die in der Medizin, in der Pflege und in der Lebensmittelversorgung tätig sind.
  • Sende Deinen Geist der Weisheit den Politiker*innen, Machthaber*innen und den Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Kirche für die schweren Entscheidungen, die sie treffen müssen.
  • Sorge Dich um die Infizierten, die Menschen in der Quarantäne und um ihre Angehörigen.
  • Steh allen bei, denen die momentane Situation Angst bereitet, und stifte neuen Mut.
  • In Dir, Gott, finden wir Trost und Halt. So wollen wir beten wie Christus schon gebetet hat.

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Meditation

eine unsichtbare sintflut
bricht über uns herein
reißt sichtbar
unseren alltag mit sich
und das rettungsboot
so archeuntypisch
heißt zuhause
heißt mitgefühl
heißt alleinsein
und zusammenhalt
doch völlig egal
was noch kommt
die olivenzweigtaube
ist schon unterwegs
(Wolfgang Metz)

Gebet

Gott,
du bist die Quelle des Lebens.
Du schenkst uns Hoffnung und Trost in schweren Zeiten.
Dankbar erinnern wir uns an deinen Sohn Jesus Christus,
der viele Menschen in deinem Namen heilte
und ihnen Gesundheit schenkte.

Angesichts der weltweiten Verbreitung
von Krankheit und Not bitten wir dich:

Lass nicht zu, dass Unsicherheit und Angst uns lähmen.
Sei uns nah in der Kraft des Heiligen Geistes.
Lass uns besonnen und verantwortungsvoll handeln
und unseren Alltag gestalten.
Schenke uns Gelassenheit und die Bereitschaft,
einander zu helfen und beizustehen.

Sei mit allen, die politische Verantwortung tragen.
Sei mit allen, die gefährdete und kranke Menschen
begleiten und sie medizinisch versorgen.

Lass uns erfinderisch sein in der Sorge füreinander
und schenke uns den Mut zu Solidarität und Achtsamkeit.

Gott, steh uns bei in dieser Zeit,
stärke und segne uns.

Amen.

(Norbert M. Becker)

Segen

Es segne und begleite uns,
es weise uns immer wieder neue Wege auf,
und verwandle Dunkelheit in Licht,
der gegenwärtige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Mariengruß

Wir grüßen Dich Maria,
Dich, die unter dem Kreuz ausgeharrt hat.
Du bist nicht geflohen,
hast nicht weggeschaut,
sondern die Situation ausgehalten.
So konntest Du Deinem Sohn Trost spenden,
das Leid mittragen
und so etwas erleichtern.
Liebende Mutter,
bleibe in diesen Wochen und Monaten auch bei uns
und bete mit uns gemeinsam zum Vater.

Amen.

Die Osterkerze leuchtet in der Pfarrkirche von St. Jakob – und die Freude des Ostersonntags währt unvermindert fort in diesen Tagen. Sie lebt ganz besonders auf an den Sonntagen und so auch am vergangenen „Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit“. „Gelobt sei Gott im höchsten Thron (…)“, stimmte Pfarrer Dieter Zinecker das Eingangslied an und zelebrierte, zusammen mit Ruhestandspfarrer Dieter Josef Amberger und in Anwesenheit des Liturgischen Dienstes, den morgendlichen Gottesdienst bei geschlossenen Kirchentüren.

„Mein Herr und mein Gott!“ lässt der Evangelist Johannes den zunächst ungläubigen Thomas zu Jesus sagen, und der antwortet ihm mit denkwürdigen Worten: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ So wird auch dem Zweifler im Kreis der Jünger geholfen, wenn ihm auch das Wagnis des Glaubens nicht abgenommen wird.

In seiner Predigt nahm der Stadtpfarrer die Basilika Santa Maria della Salute, gelegen mitten in Venedig, nur einen Steinwurf weit vom Markusplatz, in den Blick. Ein prachtvolles Monument ohnegleichen, dessen Errichtung nicht zufällig in die Zeit der letzten großen Pestwelle (im Jahr 1630) fällt. Vielmehr ist es von seinen Erbauern: Doge und Patriarch, d.h. weltlichem und geistlichem Machthaber gemeinsam, gerade als „Kirche gegen die Pest“ gebaut worden, gemäß dem Motto: „Der Katastrophe das Beste und Schönste entgegenhalten“. Was gäbe es Besseres entgegenzuhalten als ein Gotteshaus und mit ihm den Glauben, der trägt – durch jede Lebenslage.

In den Fürbitten wurde ,wie schon in den vergangenen Tagen, der „gegenwärtigen Zeit der Belastung und Unsicherheit für die ganze Welt“ gedacht und um göttlichen Beistand nachgesucht: „Du hast deinen Jüngern versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Auf dieses Wort vertrauen wir auch in dieser Zeit (…).“

Mit dem österlichen Schlusssegen schließlich wurde wieder die ganze Pfarrgemeinde und alle, die ihr verbunden sind, in feierlicher Weise bedacht.

Im Bild:
Stadtpfarrer Dieter Zinecker und Ruhestandspfarrer Josef Amberger zelebrierten in St. Jakob den Gottesdienst am Sonntag nach Ostern

Evangelium für Kinder
2. Sonntag der Osterzeit

(T: M. Maier nach Joh 20,19-31)

Jesus ist am Kreuz gestorben.
Die Jünger fragen sich: Wie soll es jetzt weitergehen?
Sie haben Angst und verstecken sich im Haus.
Plötzlich ist Jesus mitten unter ihnen.
Er zeigt ihnen die Wunden an Händen und Füßen.
Da freuen sich die Jünger.

Jesus sagt den Jüngern, wie es jetzt weiter gehen soll:
„Ich schicke euch zu den Menschen.“
Jesus haucht die Jünger an und sagt:
„Empfangt dazu den Heiligen Geist.
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.
Wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben.“

Dann ist Jesus wieder verschwunden.

Thomas, einer der Jünger, ist nicht dabei, als Jesus seine Freunde besucht.
Als ihm die anderen Jünger sagen: Jesus hat uns besucht.“ glaubt ihnen Thomas nicht.
Er sagt:
„Wenn ich nicht Jesu Wunden an Händen und Füßen berühren kann, glaube ich euch das nicht.“

Acht Tage später sitzen die Jünger wieder bei verschlossenen Türen zusammen.
Diesmal ist Thomas dabei.
Da ist plötzlich wieder Jesus unter ihnen.
Er grüßt sie und sagt zu Thomas:
„Berühre meine Wunden und glaube daran, dass ich es wirklich bin.“

Thomas begreift: Jesus ist auferstanden. Er lebt!

„Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.“: Voll Freude verkündete Pfarrer Dieter Zinecker im Angesicht der eben geweihten Osterkerze die frohe Kunde der Osternacht. Die „Nacht der Nächte“ wurde diesmal (bei geschlossener Kirche) in der Pfarrei St. Jakob am frühen Sonntagmorgen gefeiert. An der Seite des Hauptzelebranten: Ruhestandspfarrer Josef Amberger und Gemeindereferentin Michaela Maier. Tiefe Dunkelheit herrschte noch draußen vor den Türen und im Innern der Pfarrkirche; in der es gleichwohl bewegende Eindrücke gab für die kleine, im Altarraum versammelte Schar aus Liturgischem Dienst:

Die Lichtfeier und Prozession durch das Kirchenschiff unter dreimaligen „Lumen Christi-Rufen“ des Stadtpfarrers lenkte alle Blicke auf die Osterkerze, deren Flamme den Mitfeiernden weitergereicht wurde und zusehends das Gotteshaus erhellte. Nicht weniger eindrucksvoll: Der hymnenartige Gesang im Osterlob, mit warmer Stimme vorgetragen von Gemeindereferentin Michaela Maier: „O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet.“ heißt es da raumgreifend. Sehr aufschlussreich sind daneben die alttestamentarischen Lesungen, die den großen Schatz des Glaubens in sich bergen – und gleichzeitig Verheißung sind für das Heute und Morgen. Und zwischen den Lesungen die Antwortpsalmen der Kantorin Eva Berzl – voller Gegenwartsbezug: „Unsere Seele hofft auf den Herrn, er ist unsere Hilfe und unser Schild.“

Langsam kommt der Übergang vom Dunkel zum Licht – und die versammelte Schar stimmte frohen Herzens in das Osterhalleluja ein. Ruhestandspfarrer Amberger verkündete das Matthäus-Evangelium, mit der Verkündung des Engels: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“

Den „Tatort „Um Leben und Tod““ beleuchtete Pfarrer Zinecker in seiner Festpredigt: Ähnlich wie in der langjährigen, beliebten Fernsehreihe immer wieder die Frage sei: „Wer ist der Täter? Ist ein Sieg gegen das übermächtige Böse überhaupt möglich? (…) Was ist alles verborgen in der Tiefe der Menschenseele? Gibt es ein zufriedenstellendes Ende?“, so stelle jeder Sonntag die anspruchsvolle, nach allen Seiten durchzuspielende Frage: „Welches Ende nimmt die Geschichte um Leben und Tod? Was geschieht jetzt, nachdem Jesus gekreuzigt und ins Grab gelegt worden ist?“ Dem Evangelisten Matthäus zufolge waren zwei Frauen die ersten am Tatort. Sie und alle anderen hätten sich schwer getan mit einem schnellen Osterjubel: Jesus lebt! – „Liebe Mitchristen: Können wir in diesem Jahr, mit den beklemmenden Umständen, der Angst vor Erkrankung, der wirtschaftlichen Unsicherheit, den alltäglichen, bisher nicht gekannten Beschränkungen Ostern feiern – so fragen viele. Ich glaube ja: Ein Ostern mit Windungen und Ahnungen, mit Hoffnungen, die sich nicht jetzt und gleich erfüllen; ein Ostern, zu dem wir uns aufmachen müssen, bei dem wir aber vielleicht auch unverdeckt, nicht überlagert von den vielen Äußerlichkeiten auf den Kern der Sache kommen. Es gibt seit der Auferstehung Christi eine Hoffnung – ja! An Ostern kommt uns der auferstandene Herr entgegen, er begegnet uns! Ja! Hoffentlich bleiben wir bei ihm stehen, umfassen ihn, erkennen ihn“. Der Geistliche zitierte hoffnungsfrohe Gedanken von Rudolf Schnackenburg und sah darin „Ostern als Anstoß: Als Quelle einer inneren Kraft, als eine Erfahrung einer neuen Weite, nicht als vergangenes Geschehen, sondern als Triebfeder für mein hier und heute: Das ist etwas, was ich brauche – und auch finden kann (…) Immer wieder sonntags muss die Wahrheit unseres menschlichen Daseins ans Licht: Wir sind nicht für das Grab gemacht: Jesus lebt! Mit ihm auch ich!“

Nach Predigt und Fürbitten wurde in der Tauffeier die Weihe des Taufwassers mit der Osterkerze vollzogen, und die Anwesenden erneuerten ihr Taufversprechen. Österlicher Jubelgesang („Halleluja, lasst uns singen“) begleitete die Feier der Eucharistie, zu deren Abschluss Pfarrer Zinecker den Anwesenden – und gleichzeitig seiner ganzen Pfarrgemeinde, die sich „im Geiste verbunden“ wissen durfte -, wahre Osterfreude wünschte.

Gute Tradition ist die Segnung der Osterspeisen zum Ende der Osternacht. Viele Pfarrangehörige hatten hierzu tags zuvor ihre Speisen zu Füßen des Aloisius-Altares bereitgelegt und holten sie, nach Öffnung der Kirche für die Allgemeinheit, wieder ab. Dazu gab es als kleine Ostergaben der Pfarrei Osterlichte und bunte Ostereier, die gerne angenommen wurden; Ostern will gefeiert werden!

Am Karfreitag wird des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz gedacht – insbesondere in Kreuzweg-Andachten und bei der Karfreitagsliturgie. Letztere fand auch heuer nachmittags in der Pfarrkirche von St. Jakob statt, wenn auch bedauerlicherweise hinter verschlossenen Türen.

Der Einzug von Pfarrer Dieter Zinecker und Gemeindereferentin Michaela Maier vollzog sich dabei in Stille, da ja seit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis hin zur Osternacht alle Kirchenglocken verstummt sind. Im Wortgottesdienst stand die Leidensgeschichte nach Johannes im Mittelpunkt, die in erschütternder Weise die Verhaftung, die Schuldzusprechung durch Pilatus sowie Kreuzigung, Tod und Begräbnis schildert.

Der Stadtpfarrer erinnerte in seiner Predigt an Worte von Dietrich Bonhoeffer, welche sehr treffend seien für den Karfreitag: „Herr Jesus Christus, du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich, du kennst alle Not der Menschen, du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht, du vergisst mich nicht und suchst mich, du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre. Herr, ich höre deinen Ruf und folge. Hilf mir!“. In diesen Zeilen komme, so Zinecker, etwas zum Ausdruck, was man gern übersehe: Oft würden Kreuze heute als Kunstwerke angesehen und nach eigenem Gefallen ausgesucht – dabei sei klar: „Der Gekreuzigte hat seine letzte Station noch nicht erreicht. Mit österlichem Blick schaue ich darauf“. Anders verhalte es sich mit dem Karfreitag und dem Karfreitagskreuz. Das verbinde man mit „Leid, Schmerz, Verleugnung der Freunde, Gott-Verlassenheit und Todesangst Jesu“.

„Du bleibst bei mir: Dieses Wort Bonhoeffers ist in seiner Schlichtheit ein Gedanke, der anderen helfen kann: Anderen, die selbst ihr Kreuz tragen; andere, die den Kopf schütteln über den Lauf der Welt, über Kriege, Tod, über das Warum von Katastrophen, von Krankheiten, die alles still stehen lassen (…) Du bleibst bei mir: Gott sei Dank und Gott sei Dank endet auch unser Gedenken an die Lebenshingabe Jesu nicht heute, es steht noch etwas aus … Amen.“

Breiten Raum nahmen nach der Predigt noch die Kreuzverehrung ein (s. Bild) sowie die Fürbitten, die von Pfarrer und Gemeindereferentin abwechselnd vorgetragen wurden.

Liebe Mitchristen!

Zum Gedächtnis Jesu Christi sind wir versammelt. Er sei mit euch!
Lb. Mitchristen! Heute ist der 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer. Einen Monat vor Kriegsende wird er im KZ Flossenbürg erhängt. Worte von ihm sind uns bekannt, wir können sie auswendig aufsagen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.“

Von guten Mächten geborgen: Wir treten ein in die Gedächtnisfeier der letzten Tage Jesu Christi: Trotz allem, was kommt; trotz der Nacht der Verlassenheit, lebt Jesus vor: Von guten Mächten wunderbar geborgen. Diesen Gedanken, dieses unbeirrbare, beinahe schon sture Vertrauen kann auch ich brauchen in diesen Wochen: Ich, die glaubenden Menschen und auch die Suchenden – erwarten getrost, was kommen mag.

Die Macht der Liebe ist die größte Macht. Das wollen uns die Feiern in diesen Tagen wieder neu vor Augen halten. Wir sind wunderbar geborgen. – Hier in der Kirche ist eine kleine Gruppe versammelt. In Gedanken dabei, mit uns vor Gott verbunden sind Viele in unserer Pfarrei, in unseren Herzen.

Zu SEINEM Gedächtnis sind wir da: Er ist unser Herr, er lädt uns an seinen Tisch und reicht uns die Heilige Speise, das Zeichen seiner großen Liebe zu uns Menschen.

Evangelium vom Ölbergleiden (Mt 26, 30.36ff)
Nach dem Lobgesang gingen Jesus und die Jünger zum Ölberg hinaus …
Sie kamen zu einem Grundstück, das man Getsemani nennt, und er sagte zu seinen Jüngern: Setzt euch und wartet hier, während ich dort bete.
Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich. Da ergriff ihn Angst und Traurigkeit,
und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir!
Und er ging ein Stück weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
Und er ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?
Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Auch im Heute gibt es gute Nachrichten: Im Gründonnerstag sind sie zu finden

Am Gründonnerstag gedenken die Christen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung. Gleichzeitig beginnt mit dem abendlichen Gottesdienst die Feier der drei österlichen Tage, sog. Triduum Sacrum. Die in diesem Gedächtnis erfolgende Einsetzung der Eucharistie durch Christus selbst verleiht dem Gründonnerstag hohen liturgischen Rang – nicht zuletzt aus diesem Grund wurden in der Pfarrei St. Jakob in den vergangenen Jahren die Erstkommunionkinder an diesem Abend in besonderer Weise gesegnet und ihnen die Festgewänder überreicht.

Heuer musste Stadtpfarrer Dieter Zinecker notgedrungen auf Erstkommunionkinder und Gläubige verzichten und, zusammen mit Ruhestandspfarrer Josef Amberger, Gemeindereferentin Michaela Maier, Organistin/Kantorin Eva Berzl und dem liturgischen Dienst, das Gedächtnis alleine feiern, In alle Ansprachen wurde freilich die gesamte Pfarrgemeinde mit hineingenommen und durfte sich „im Geiste“ wohlverbunden fühlen.

Pfarrer Amberger verkündete das Johannes-Evangelium, das von der Fußwaschung der Jünger durch Jesus erzählt: Welche im Kern eine wichtige Botschaft und eine „gute Nachricht“ in sich berge, wie Pfarrer Zinecker in seiner Predigt darlegte. Da sage Jesus zu Petrus, der sich von seinem Herrn nicht die Füße waschen lassen will, den bedeutungsvollen Satz: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.“ „Jesus will“, so der Prediger, „dass Petrus, dass ich, dass jeder Christ Anteil an ihm hat. Ich soll also nicht nur sehen und hören wie ein Zuschauer; soll nicht nur mitbekommen, was Jesus widerfährt und erkennen, dass er so für die Menschen wirkt; nein: Ich soll wirklich Anteil an ihm haben.

Wie das geschehen könne? Gerade der Gründonnerstag baue hier die Brücke, betonte Zinecker und spanne einen großen Bogen: Schon anfangs der Hl. Schrift, im Buch Exodus, mache das Volk Israel mit dem Auszug aus Ägypten seine zentrale Erfahrung mit Gott: Er führt uns schwache kleine Schar aus der Sklaverei in die Freiheit. „Und die Fußwaschung: „Ich will nicht dienen“ sagt der Mensch. – „Dann will ich dir dienen“ sagt Gott zum Menschen. – Was Jesus gesagt und getan hat, das ist hier wie in einem Brennglas zusammengefasst: Jesus zu Füßen seiner Jünger, zu Füßen der Menschen: Gottes Sohn – unser Diener! „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt.“ Das Da-Sein für den Nächsten gehört zur DNA des Christen“. Das stärkste und dichteste Zeichen des Anteilhabens schließlich sei die Eucharistie, nach Papst Franziskus „nicht eine Belohnung für die Braven und Vollkommenen, sondern Stärkung und Heilmittel auf dem Weg des Lebens und des Glaubens“.

„Liebe Mitchristen, die Welt braucht zu jeder Zeit gute Nachrichten: Die erste Etappe der Hl. 3-Tage-Feier hat sie für mich: Da ist ein Gott, der dem Menschen Freiheit schenkt, der sich zum Diener der Seinen macht, der mich beschenkt, womit ich nie gerechnet hätte: Sich selbst, Anteil an ihm, Stärkung für mich und Heil für meinen schwachen Glauben, unterwegs in meinem Leben.“

Nach der Predigt und den Fürbitten wurde im Gebet auf die aktuelle Zeit der C.-Pandemie Bezug genommen und um Gottes guten Geist ersucht, der stärke und aufrichte, der durch sein Kreuz und seine Auferstehung Hoffnung und neues Leben schenke. Es folgte die Eucharistiefeier und nach einem letzten kräftigen Orgelspiel und dem Läuten aller Glocken, die nun bis zur Auferstehungsfeier schweigen, das Schlusslied: „Nun danket alle Gott …“, und zum stillen Ausklang „Bleibet hier und wachet mit mir!“

Im Bild: Stadtpfarrer Dieter Zinecker zelebrierte die Feier vom Letzten Abendmahl, Ruhestandspfarrer Josef Amberger, Gemeindereferentin Michaela Maier, Organistin Eva Berzl und der Liturgische Dienst feierten mit, stellvertretend für die ganze Pfarrgemeinde